Höchste PV-Erträge: So garantiere ich die optimale Ausrichtung meiner Solaranlage
- 21. März 2024
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 17. Juni
Eine PV-Anlage soll sich lohnen – und das bedeutet: möglichst viel Ertrag aus den vorhandenen Modulen herausholen. Die Ausrichtung der Module ist dabei einer der wichtigsten Faktoren. Ich zeige, wie ich die optimale Ausrichtung für meine Anlage bestimmt habe und worauf es dabei wirklich ankommt.
Welche Ausrichtung bringt den höchsten Solarertrag?
Süd ist und bleibt die ertragreichste Ausrichtung in Deutschland. Eine nach Süden ausgerichtete Dachfläche mit einem Neigungswinkel von 30 bis 35 Grad erzielt rund 1.000 bis 1.100 kWh pro installiertem kWp pro Jahr. Ost-West-Dächer erreichen etwa 85 bis 90 Prozent des Südwerts, dafür verteilt sich die Produktion besser über den Tag – morgens Ost, abends West. Das deckt sich gut mit den Nutzungszeiten vieler Haushalte. Ich habe auf meinem Süd-Ost-Dach beide Ausrichtungen kombiniert und profitiere so von einem flacheren Produktionsprofil mit hoher Gesamtleistung.
Welchen Einfluss hat der Neigungswinkel auf den PV-Ertrag?
Der optimale Neigungswinkel für Südausrichtung liegt in Mitteleuropa bei etwa 30 bis 35 Grad. Bei flacheren Dächern (unter 20 Grad) sinkt der Jährliche Ertrag etwas, aber der Unterschied ist gering – unter 10 Prozent. Flache Dächer haben sogar Vorteile: Module können frei aufgeständert und optimal ausgerichtet werden. Steilere Dächer (45 Grad und mehr) verlieren etwas Sommerertrag, gewinnen aber im Winter, weil die Sonne dann flacher steht. Ich würde niemals eine gute Dachfläche wegen eines nicht-optimalen Winkels ausschließen.
Wie ermittle ich die optimale Ausrichtung für mein Dach?
Mit dem PV-GIS-Tool der Europäischen Kommission (kostenlos online) kann ich für jeden Standort in Europa die erwarteten Jährlichen Solarerträge bei verschiedenen Ausrichtungen und Neigungen simulieren. Ich gebe meinen Standort, die Systemleistung, Azimut (Ausrichtungswinkel) und Neigungswinkel ein und erhalte in Sekunden eine Ertragsprognose. Das Tool berücksichtigt historische Strahlungsdaten und lokale Gegebenheiten. So kann ich verschiedene Szenarien durchrechnen, bevor der Monteur auch nur einen Fuß aufs Dach setzt.
Welche Rolle spielt Verschattung beim PV-Ertrag?
Verschattung ist der größte Ertragskiller. Schon ein einzelnes verschattetes Modul kann – ohne Optimierer oder Microinverter – die Leistung des gesamten Strings drastisch reduzieren. Ich habe meinen Dachbelag auf Verschattungsquellen untersucht: Schornsteine, Dachgauben, benachbarte Gebäude und Bäume. Das PVGIS-Tool erlaubt auch die Eingabe von Horizontverschattungen. Module, die auch nur eine Stunde pro Tag verschattet sind, sollten wenn möglich in einem eigenen String oder mit Optimierern ausgerüstet werden.
Lohnt sich eine Ost-West-Aufteilung gegenüber einer reinen Südausrichtung?
Die Ost-West-Aufteilung bringt rund 15 bis 20 Prozent weniger Jahresertrag als eine reine Südfläche gleicher Größe. Dafür ist das Ertragsprofil deutlich ausgeglichener über den Tag. Das ist ein echter Vorteil, weil die Mittagsspitze bei Südausrichtung oft den Eigenverbrauch übersteigt. Mit Ost-West produziere ich morgens und abends mehr und reduziere damit die Überschuss-Einspeisung. In Kombination mit einem Speicher ist Süd jedoch meist die bessere Wahl, weil der Speicher die Mittagsspitze puffert.
Ertrag nach Ausrichtung (Anhaltswerte für Deutschland)
Ausrichtung | Relativer Ertrag | kWh/kWp/Jahr (typisch) |
Süd (30° Neigung) | 100 % | ~1.050 kWh |
Ost-West | ~82–85 % | ~860–890 kWh |
Nord (ungeeignet) | ~60–65 % | ~630–680 kWh |
Fazit: Ausrichtung ist wichtig, aber nicht alles
Süd ist optimal, aber auch Ost-West liefert hervorragende Ergebnisse. Wichtiger als die ideale Ausrichtung ist, alle verfügbaren Dachflächen zu nutzen, Verschattung zu minimieren und die Anlage mit einem Speicher zu kombinieren. So hole ich das Maximum aus meiner PV-Anlage heraus – unabhängig vom exakten Azimut.
FAQ: PV-Erträge und optimale Ausrichtung
Wie viel Ertrag verliere ich bei Ost-West statt Süd?
Bei Ost-West-Ausrichtung beträgt der Jahresertrag rund 82 bis 85 Prozent des Südwerts. Das ist ein überschaubarer Verlust, der durch mehr Dachfläche oder größere Module oft leicht ausgeglichen werden kann.
Was ist der ideale Neigungswinkel für eine PV-Anlage in Deutschland?
30 bis 35 Grad sind der theoretische Optimalwert für Südausrichtung. In der Praxis sind die Unterschiede zwischen 20 und 45 Grad gering. Das vorhandene Dach entscheidet – nicht der Wunschwinkel.
Wie berechne ich den erwarteten Ertrag meiner PV-Anlage?
Das kostenlose Tool PVGIS der EU (re.jrc.ec.europa.eu/pvgis) ermöglicht standortgenaue Ertragssimulationen. Einfach Standort, Leistung, Azimut und Neigung eingeben.
Lohnt sich PV auch bei einem Nord-Dach?
Bei flacher Nordneigung unter 20 Grad kann PV noch sinnvoll sein, da Module nahezu horizontal liegen und diffuses Licht gut nutzen. Steile Norddächer sind wirtschaftlich kaum rentabel.





