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Photovoltaik auf der Nordseite – lohnt sich das wirklich?

  • vor 1 Tag
  • 4 Min. Lesezeit

Ohne Süddach lohnt sich eine Photovoltaikanlage doch gar nicht – diesen Satz höre ich immer wieder. Stimmt das wirklich? In diesem Beitrag nehme ich die verschiedenen Dachausrichtungen unter die Lupe: Süd, Ost, West und Nordseite – mit echten Simulationsdaten aus der Praxis und meiner ehrlichen Einschätzung.


Ich zeige dir Schritt für Schritt, wie du deine eigene Situation mit der Solartelligent App simulieren kannst – inklusive Verschattung und Amortisationsberechnung. In diesem Beitrag erfährst du, ob eine Photovoltaikanlage auf dem Norddach wirklich eine sinnvolle Option für dich ist.


Photovoltaik auf der Nordseite – lohnt sich das wirklich?


Erträge auf der Südseite: Der Benchmark


Als Vergleichsbasis simuliere ich eine typische Anlage: 22 Solarmodule à 450 Watt Peak, 9,9 kWp Nennleistung, 45° Dachneigung – identisch auf allen vier Ausrichtungen. Auf der Südseite erzeugt diese Anlage 8.909 kWh pro Jahr. Das ist der Ausgangswert, an dem ich alle anderen Ausrichtungen messe.


Wichtig: Das sind langjährige Durchschnittswerte. Je nach Sonnenjahr kann das Ergebnis nach oben oder unten abweichen.


Photovoltaik-Erträge nach Ausrichtung im Vergleich


Hier siehst du alle vier Ausrichtungen direkt verglichen – immer 9,9 kWp bei 45° Neigung:


Ausrichtung

Jahresertrag (kWh)

Anteil vs. Süd

Süd

8.909

100 %

Ost

7.340

~82 %

West

6.851

~77 %

Nord

4.210

~47 %


Die Nordseite liefert weniger als die Hälfte des Süddachs – das ist der entscheidende Unterschied.


Photovoltaik auf der Nordseite – meine ehrliche Einschätzung


4.210 kWh pro Jahr bei gleicher Anlagengröße – das klingt ernüchternd, und das ist es auch. Wer ausschließlich die Nordseite zur Verfügung hat, muss die Wirtschaftlichkeit sehr genau durchrechnen. Die Anschaffungskosten sind vergleichbar mit einer Südanlage, die Erträge aber fast halbiert. Das verlängert die Amortisationszeit erheblich.


Meine Empfehlung: Von einer reinen Nordanlage würde ich in den meisten Fällen abraten. Wenn du aber bereits Süd-, Ost- oder Westmodule hast und die Nordseite ergänzend nutzen willst, kann das sinnvoll sein – sofern die Zusatzmodule wirtschaftlich noch sinnvoll sind.


Ost-West-Anlage: Manchmal sogar besser als Süd


Eine Ost-West-Ausrichtung hat einen echten Vorteil, den viele unterschätzen: Die Stromerzeugung verteilt sich gleichmäßiger über den Tag. Morgens liefert die Ostseite, nachmittags die Westseite – ohne die extreme Mittagsspitze einer reinen Südanlage.


Das ist besonders dann relevant, wenn du tagsüber oft nicht zu Hause bist. Die Mittagsstromerzeugung einer Südanlage kann in diesem Fall nicht selbst genutzt werden und wird zum niedrigeren Einspeisepreis ins Netz abgegeben. Mit Ost-West erhöhst du deinen Eigenverbrauch – und der Eigenverbrauch ist das, was wirklich spart.


Konkret: 5 kWp Ost + 5 kWp West ergeben zusammen 6.943 kWh pro Jahr – weniger als Süd in der Gesamtmenge, aber mit deutlich gleichmäßigerem Tagesprofil.


Erträge simulieren mit der Solartelligent App


Für diese Simulationen nutze ich die Solartelligent App (iOS & Android) – ein kostenloses Tool, für das ich keine Vergütung erhalte. Du kannst darin verschiedene Dachflächen anlegen (geneigt, Flachdach, Wand, Balkon), Himmelsrichtung und Neigungswinkel eingeben, einen AR-Schattenhorizont einzeichnen und anschließend Speichergröße sowie Amortisationszeit berechnen.


Besonders praktisch: Du kannst mehrere Dachflächen gleichzeitig anlegen und die Erträge direkt vergleichen. So siehst du auf einen Blick, welche Kombination für deine Situation das meiste bringt. Für die Amortisationsrechnung gibst du Anlagenpreis, Strompreis und Einspeisevergütung ein – und bekommst einen konkreten Zeitraum.


Simulation vs. Realität – meine eigene PV-Anlage als Beispiel


Ich habe meine eigene Anlage in der App simuliert: 27 Solarmodule à 325 Watt Peak, Südwestausrichtung, installiert 2019 – das ergibt 8,75 kWp Nennleistung. Mit eingezeichnetem AR-Schattenhorizont prognostiziert die App 5.872 kWh pro Jahr.


Wie sieht die Realität aus? 2025 habe ich 6.597 kWh tatsächlich erzeugt, 2024 waren es 5.683 kWh. Die Simulation liegt damit sehr nah dran – und zeigt gleichzeitig, wie stark die Jahreswerte schwanken können. 2025 war ein überdurchschnittlich gutes Solarjahr, 2024 eher durchschnittlich.


Für deine Planung heißt das: Rechne immer mit dem Durchschnittswert, nicht mit dem besten Jahr.


Amortisationszeit berechnen – so geht's


Die Solartelligent App berechnet auch die Amortisationszeit deiner PV-Anlage. Dafür brauchst du den Anlagenpreis, deinen aktuellen Strompreis, die Einspeisevergütung und optional Angaben zu einem Speicher und deinem Verbrauchsprofil. Das Tool zeigt dir dann, ab wann sich die Investition für dich rechnet.


Falls du noch nicht weißt, was eine Photovoltaikanlage realistisch kosten sollte: Ich habe eine PV-Kostencheckliste auf meiner Wissensplattform verlinkt – direkt unter dem Video. Damit bekommst du einen Richtwert und kannst die Amortisationsberechnung realistisch befüllen.


Fazit – lohnt sich Photovoltaik auf der Nordseite?


Eine reine Nordanlage ist in den meisten Fällen kein gutes Fundament für eine wirtschaftliche Photovoltaikanlage. Weniger als 50 % der Erträge einer Südanlage sind eine schwierige Ausgangslage – rechne es für deine Situation aber trotzdem genau durch, denn Strompreise, Eigenverbrauch und Anlagenkosten spielen alle eine Rolle.


Ost-West wird oft unterschätzt: Das gleichmäßige Tagesprofil erhöht den Eigenverbrauch und kann je nach Verbrauchssituation wirtschaftlich attraktiver sein als Süd. Nutze die Solartelligent App, um deine individuelle Situation kostenlos zu simulieren – mit Verschattung, Speicher und Amortisationsberechnung.


Häufige Fragen (FAQ)


Wie viel Strom erzeugt eine 10-kWp-Anlage auf der Nordseite?


Bei 45° Neigung und ohne Verschattung rechnet die Simulation mit ca. 4.210 kWh pro Jahr – das sind weniger als 50 % der Erträge einer gleichgroßen Südanlage (8.909 kWh).


Lohnt sich eine PV-Anlage auf dem Norddach?


In den meisten Fällen nicht als einzige Dachfläche. Die Wirtschaftlichkeit ist durch die halbierten Erträge deutlich eingeschränkt. Als Ergänzung zu Süd-, Ost- oder Westmodulen kann eine Nordanlage sinnvoll sein.


Welche Dachausrichtung ist am besten für Photovoltaik?


Die Südausrichtung liefert die höchsten Gesamterträge (8.909 kWh bei 9,9 kWp). Ost-West kann je nach Verbrauchsprofil beim Eigenverbrauch im Vorteil sein, weil die Stromerzeugung gleichmäßiger über den Tag verteilt ist.


Kann ich Verschattung in der Simulation berücksichtigen?


Ja – die Solartelligent App bietet eine AR-Funktion, mit der du einen Schattenhorizont einzeichnen kannst. Das liefert deutlich realistischere Prognosewerte als eine reine Idealrechnung ohne Schatten.


Wie genau ist die Solartelligent-Simulation im Vergleich zur Realität?


An meiner eigenen Anlage konnte ich zeigen: Die Simulation prognostizierte 5.872 kWh, in der Realität lagen die Jahreserträge bei 5.683 kWh (2024) und 6.597 kWh (2025). Die App arbeitet mit Durchschnittswerten und liegt damit sehr nah an den tatsächlichen Ergebnissen.


Sonnige Grüße, Nils


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Eine Photovoltaikanlage plant man nicht auf gut Glück.


Deshalb erhältst du zuerst eine persönliche Beratung, in der deine Situation und Möglichkeiten besprochen werden – erst danach bekommst du ein passendes Angebot.



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