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Autarkie mit Wärmepumpe und E-Auto: 62 % mit 13 kWp und Speicher

  • 16. Aug.
  • 5 Min. Lesezeit

200 € im Monat für Heizung, Warmwasser, zwei Elektroautos und den kompletten Haushaltsstrom einer vierköpfigen Familie – und nach den bisherigen Zahlen landet Alex am Ende sogar bei rund 150 €. Genau darum geht es hier: Autarkie mit Wärmepumpe und E-Auto, gerechnet an echten Jahresdaten statt an Prospektversprechen.


Denn Alex hatte im Mai eine Autarkie von 98,4 %. Im Januar waren es 12,4 %. Die erste Zahl steht in jedem Prospekt, die zweite fast nie. Ich war bei ihm zu Hause, wir sind in den Keller gegangen und haben jede App aufgemacht.


Ich hatte drei Fragen mitgebracht: Was hat die Anlage gekostet, funktioniert die Kombination aus Photovoltaik und Wärmepumpe wirklich, und was würde er heute anders machen? Bei der letzten Frage kam ein Denkfehler heraus, der vielen von uns passiert.


Autarkie mit Wärmepumpe und E-Auto: 62 % mit 13 kWp und Speicher



Das Setup: 13,05 kWp auf drei Dachseiten


Auf dem Dach liegen 29 Module mit 450 Watt, zusammen 13,05 kWp. Der Hauptteil zeigt nach Süden, dazu kommen jeweils vier Module nach Osten und Westen. Diese Drei-Seiten-Belegung war von Anfang an gewollt – Alex wollte Ertrag von morgens bis abends.


Dazu kommt eine Gaube, die am späten Nachmittag Schatten auf einzelne Module wirft. Genau diese Kombination hat die Wahl der Technik bestimmt.


Warum Mikrowechselrichter statt Strings?


Die meisten Wechselrichter bieten nur zwei Strings. Bei drei Dachausrichtungen plus Verschattung wird das schnell zum Problem: Fällt ein Modul in den Schatten, zieht es nach dem Tannenbaum-Prinzip die ganze Seite mit. Alex hat sich deshalb für Mikrowechselrichter von Atmoce entschieden – 400-Watt-Geräte an 450-Watt-Modulen.


In der App sieht man den Effekt live auf Modulebene: Die Module im Schatten der Gaube liefern 0,38 und 0,35 kW, das Modul direkt daneben 0,71 kW. Jedes Modul arbeitet für sich. Praktischer Nebeneffekt: Wenn ein Modul verschmutzt oder defekt ist, sieht Alex sofort, welches – ohne lange Fehlersuche. Atmoce gibt 25 Jahre Garantie auf die Mikrowechselrichter, das war für ihn ein Argument.


Der Speicher: 14 kWh und 5.000 Watt Entladeleistung


Im Keller stehen zwei Speicher mit je 7 kWh, zusammen 14 kWh, mit 5.000 Watt Entladeleistung. Die Größe wurde nicht an der Anlagenleistung ausgerichtet, sondern am erwarteten Hausverbrauch – vor allem an der Wärmepumpe, die in den Wintermonaten zieht.


Die Wallbox hängt über das Home-Energiemanagement-System von Consolinno mit drin. Überschussladen funktioniert dort sauber: Bei 7,97 kW Erzeugung gingen 7,64 kW ins Auto, und das System reagiert schnell.


Autarkie mit Wärmepumpe und E-Auto: die echten Monatszahlen


Auf Jahressicht hat die Anlage 5,4 MWh erzeugt. Davon gingen 41 % direkt ins Haus, 22,5 % in den Akku und 36 % ins Netz. Der Jahresverbrauch liegt bei 5.150 kWh – bei einer Autarkie von 62 % im laufenden Jahr.


Zeitraum

Autarkie

Anmerkung

Januar

12,4 %

sehr kalt, 1 MWh Netzbezug

März

90 %

es wurde noch geheizt

Mai

98,4 %

Bestwert

laufendes Jahr

62 %

inkl. Wärmepumpe und zwei E-Autos


Wichtig zur Einordnung: Der Netzbezug stammt fast ausschließlich aus Januar und Februar. Im kalten Januar lag der Verbrauch bei 1,2 MWh, davon kam 1 MWh aus dem Netz. Alex rechnet am Jahresende mit 70 bis 75 %. Ich bin da vorsichtiger – mit November und Dezember dürften sich eher 60 bis 65 % einstellen. Trotzdem: Das ist der gesamte Energieverbrauch inklusive Mobilität.


Was die Wärmepumpe im sanierten Altbau verbraucht


Die Wärmepumpe läuft in einem sanierten Altbau und hat im laufenden Jahr bisher 1.900 kWh verbraucht – etwa zur Hälfte für Heizung, zur Hälfte für Warmwasser. Im kalten Januar allein waren es 680,5 kWh.


Alex’ Denkfehler bei Wärmepumpe und PV-Überschuss


Sein eigenes Lessons Learned hat er offen erzählt: Anfangs klang es logisch, bei PV-Überschuss die Vorlauftemperatur der Wärmepumpe hochzufahren. Von den Heizungsinstallateuren hat er dann gelernt, dass es besser ist, die Wärmepumpe kontinuierlich durchlaufen zu lassen, statt sie tagsüber zusätzlich anzutakten.


Der Mehrwert ist gering, weil man die höhere Temperatur anschließend auch halten muss – am Ende steckt mehr Energie drin. Die Wärmepumpe ist deshalb bis heute nicht in die PV-App eingebunden.


Was die Anlage gekostet hat – und wann sie sich rechnet


Posten

Kosten

Komponenten

rund 15.000 €

Installation

2.000 bis 4.000 €

Gesamt

17.000 bis 19.000 €

Amortisation

6 bis 7 Jahre


17.000 bis 19.000 € für 13 kWp, 14 kWh Speicher und Montage ist ein realistischer, fairer Preis – kein Schnäppchen, aber auch kein Wucher. Zwei Dinge muss man dazu sagen.


Erstens: Alex hat die Photovoltaikanlage in die Dachsanierung hineinverhandelt. Das Gerüst stand ohnehin, die Dachdecker waren da. Das ist einer der größten Hebel überhaupt – und er taucht in keiner Amortisationsrechnung auf.


Zweitens: Die 6 bis 7 Jahre gelten für seinen Verbrauch. Zwei Elektroautos mit je 10.000 bis 12.000 km, eine Wärmepumpe, und tagsüber ist jemand zu Hause, der laden kann. Wer abends um sieben nach Hause kommt und nichts zu laden hat, rechnet deutlich länger.


150 Euro im Monat für Heizung, Mobilität und Haushalt


Aktuell zahlt Alex 200 € Abschlag im Monat. Bei dem Autarkiegrad rechnet er damit, am Ende bei rund 150 € zu landen – und zwar für Heizung, Warmwasser, zwei Elektroautos und den kompletten Haushaltsstrom.


Ersatzstrom: bewusst nicht gemacht


Eine Backup-Funktion für den Stromausfall hat Alex nicht installiert. Für ihn ist das ein absolutes Worst-Case-Szenario, das er aktuell nicht abbilden muss. Der Vorteil seines Systems: Nachrüsten wäre jederzeit für etwa 5.600 € möglich.


Mein Fazit zur Autarkie mit Wärmepumpe und E-Auto


Die Kombination funktioniert – aber sie ist keine Selbstverständlichkeit. Alex kommt auf gute Werte, weil vieles zusammenpasst: drei Dachseiten für ein breites Ertragsfenster, Mikrowechselrichter gegen die Verschattung, ein Speicher, der am Verbrauch statt an der Modulleistung ausgelegt ist, und ein Lastprofil, das tagsüber Strom abnehmen kann.


Und die ehrliche Kehrseite steht direkt daneben: 12,4 % Autarkie im Januar. Wer Autarkie mit Wärmepumpe und E-Auto plant, sollte mit dieser Zahl rechnen, nicht mit den 98,4 % aus dem Mai.


Häufige Fragen zur Autarkie mit Wärmepumpe und E-Auto


Wie viel Autarkie ist mit Wärmepumpe und E-Auto realistisch?


Bei Alex sind es im laufenden Jahr 62 %, bei 13,05 kWp und 14 kWh Speicher. Im Sommer liegt er nahe 100 %, im kalten Januar bei 12,4 %. Über das Gesamtjahr halte ich 60 bis 65 % für die realistische Erwartung.


Sind Mikrowechselrichter bei Verschattung wirklich besser?


Bei drei Dachausrichtungen und Schatten von einer Gaube war es für Alex das entscheidende Argument. In seiner App liefern die verschatteten Module 0,35 bis 0,38 kW, das Nachbarmodul 0,71 kW – jedes Modul arbeitet unabhängig weiter.


Soll ich die Wärmepumpe mit PV-Überschuss hochfahren?


Alex hat genau das anfangs vorgehabt und wieder verworfen. Die Empfehlung seiner Heizungsinstallateure: kontinuierlich durchlaufen lassen statt tagsüber zusätzlich antakten. Sonst steckst du unterm Strich mehr Energie hinein.


Was kostet so eine Anlage?


Rund 15.000 € für die Komponenten plus 2.000 bis 4.000 € Installation, also 17.000 bis 19.000 € gesamt. Der große Hebel war, die PV-Anlage in die laufende Dachsanierung hineinzuverhandeln.


Braucht man Ersatzstrom?


Alex hat bewusst darauf verzichtet und kann für etwa 5.600 € nachrüsten. Das ist eine legitime Entscheidung – wichtig ist nur, dass dein System die Nachrüstung überhaupt zulässt.


So bekommst du deine Beratung und dein unverbindliches Photovoltaik-Angebot


Wenn du wissen willst, was eine PV-Anlage bei dir kosten würde: Über den Button kannst du unverbindlich anfragen. Die Anfrage geht an mein Partnernetzwerk, das ich über die letzten Jahre aufgebaut habe. Mit diesen Firmen arbeite ich eng zusammen, damit Preis und Qualität am Ende stimmen.



Sonnige Grüße, Nils

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