Lohnt sich die Solaranlage wirklich immer? Meine ehrliche Rechnung
- 7. Jan. 2024
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 17. Juni
Viele Menschen möchten eigenen Strom erzeugen – aber lohnt sich die Photovoltaikanlage wirklich in jedem Fall? Ich rechne verschiedene Szenarien durch und zeige, wann PV eine gute Investition ist und wann die Zahlen nicht aufgehen.
Wann lohnt sich eine Photovoltaikanlage eindeutig?
Eine PV-Anlage lohnt sich klar, wenn die folgenden Bedingungen erfüllt sind: Das Dach hat eine gute Süd-, Südost- oder Südwestausrichtung ohne nennenswerte Verschattung. Der jährliche Stromverbrauch liegt über 3.000 kWh. Die Anlage wird aus Eigenkapital finanziert oder zu sehr günstigen Konditionen (unter 3 Prozent Zinsen). Unter diesen Bedingungen sind Amortisationszeiten von 8 bis 12 Jahren realistisch.
In welchen Fällen ist die Rendite einer PV-Anlage gering?
Die Wirtschaftlichkeit sinkt erheblich bei starker Nordausrichtung des Dachs, hoher Teilverschattung durch Kamin, Gauben oder Nachbarhaus, niedrigem Eigenverbrauch und hohen Finanzierungskosten. Wer eine PV-Anlage zu 5 Prozent Zinsen finanziert, muss deutlich höhere Erträge erwarten, damit die Rechnung aufgeht. Meine Empfehlung: Die Wirtschaftlichkeit immer vor dem Kauf individuell berechnen lassen.
Wie stark beeinflusst die Dachausrichtung den PV-Ertrag?
Süd liefert 100 Prozent des möglichen Ertrags. Ost und West liefern je etwa 80 Prozent, kombiniert auf Ost-West-Dach oft sogar 90 Prozent – mit dem Vorteil einer längeren Einspeisung über den Tag. Nord liefert nur rund 60 Prozent. Eine reine Nordausrichtung rentiert sich kaum noch. Bei Ost-West-Dach hingegen ist PV oft sogar attraktiver, weil die Einspeisung gleichmäßiger über den Tag verteilt wird.
Rechnet sich PV für einen Einpersonen-Haushalt?
Bei sehr niedrigem Verbrauch von unter 1.500 kWh pro Jahr ist die Eigenverbrauchsquote einer großen PV-Anlage zu niedrig. Hier wäre eine kleine 3- bis 5-kWp-Anlage sinnvoller als 10 kWp. Für Einpersonenhaushalte lohnt oft ein Balkonkraftwerk als Einstieg, bevor man in eine große Dachanlage investiert.
Wie wirkt sich der Strompreis auf die PV-Rentabilität aus?
Je höher der Strompreis, desto schneller amortisiert sich die PV-Anlage. Bei 30 Cent je kWh ist eine Anlage nach 10 Jahren bezahlt. Steigt der Preis auf 40 Cent, könnte die Amortisation auf 7 bis 8 Jahre sinken. Die Annahme künftiger Strompreisentwicklung hat also erheblichen Einfluss auf die Wirtschaftlichkeitsrechnung.
PV-Wirtschaftlichkeit: Vergleich verschiedener Szenarien
Szenario | Amortisationszeit |
Süd, hoher EV, Eigenkapital | 8–10 Jahre |
Ost-West, mittlerer EV, Kredit | 12–16 Jahre |
Nord, niedriger EV, hohe Zinsen | > 20 Jahre (kritisch) |
Fazit: PV lohnt sich – aber nicht automatisch immer
Photovoltaik ist keine Universallösung – aber für die meisten Eigenheimbesitzer mit geeignetem Dach eine gute Investition. Wer die eigene Situation ehrlich berechnet, könnte längere Amortisationszeiten akzeptieren, wenn die nicht-finanziellen Vorteile (Autarkie, Nachhaltigkeit, Immobilienwert) einbezogen werden.
Wie realistisch sind 20 Jahre Nutzungsdauer für eine PV-Anlage?
Sehr realistisch. Hochwertige Module haben Leistungsgarantien von 25 bis 30 Jahren. Nach 20 Jahren sind noch 80 bis 90 Prozent der ursprünglichen Leistung zu erwarten.
Was passiert mit einer PV-Anlage bei einem Hausverkauf?
Die Anlage geht in der Regel mit dem Haus an den Käufer über. Der EEG-Einspeisevertrag kann übertragen werden. Viele Käufer werten eine bestehende PV-Anlage als Vorteil.
Lohnt sich PV ohne Stromspeicher noch?
Ja, auch ohne Speicher rechnet sich eine PV-Anlage. Ohne Speicher ist die Amortisationszeit oft kürzer, weil die Investition geringer ist. Der Speicher steigert die Eigenverbrauchsquote, aber auch die Kosten.
Wie kalkuliere ich meine pershönliche PV-Rendite?
Jahresersparnis / Anlagekosten x 100 = Rendite in Prozent. Dabei Jahresersparnis = Eigenverbrauch x Strompreis + Einspeisung x Einspeisevergütung – jährliche Betriebskosten.





