Energiekosten halbieren mit Photovoltaik: Meine Praxiszahlen für Heizung, E-Auto und Haushalt
- 31. März
- 3 Min. Lesezeit
Photovoltaik und Energiekosten – ich zeige dir, was wirklich möglich ist, wenn du Wärmepumpe, Elektroauto und Haushaltsstrom aus einer einzigen 8,75-kWp-PV-Anlage speist. Die Zahlen kommen aus meinem eigenen Zuhause hier in Nord-Niedersachsen – kein Modell, keine Hochrechnung, sondern echte Monatsdaten.
Mein Haus ist ein ungedämmter Altbau von 1959, knapp 100 m² Wohnfläche. Im Winter heizt die Wärmepumpe durch – und die Verbrauchsdaten zeigen, wie stark die Saisonalität die PV-Autarkie beeinflusst. Ich teile die Zahlen, damit du für dich selbst einschätzen kannst, was realistisch ist.
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Wie hoch ist der Stromverbrauch mit Wärmepumpe im tiefsten Winter?
Im Januar zieht bei mir die Wärmepumpe allein 1.143 kWh Strom – das ist der mit Abstand größte Einzelverbraucher. Haushalt kommt auf 486 kWh, die Wallbox fürs E-Auto auf 205 kWh. Die PV-Anlage erzeugt im gleichen Monat gerade mal 122 kWh. Die Autarkie liegt bei 3,3 %, die Netzeinspeisung bei mageren 19,4 kWh. Die Einspeisevergütung spielt im Januar also quasi keine Rolle.
Im Februar steigt die Erzeugung auf 192 kWh, die Autarkie verdoppelt sich auf 6,2 %. Die Wärmepumpe bleibt mit fast 1.000 kWh der dominierende Verbraucher – aber man sieht bereits, wie sie in der zweiten Februarhälfte zurückgeht, sobald die Temperaturen milder werden.
Monat | PV-Erzeugung | WP-Verbrauch | Autarkie |
Januar | 122 kWh | 1.143 kWh | 3,3 % |
Februar | 192 kWh | 992 kWh | 6,2 % |
März | 740 kWh | 483 kWh | 45,2 % |
Warum macht die PV-Anlage im März den entscheidenden Unterschied?
Im März erzeugt meine 8,75-kWp-Anlage 740 kWh – fast das Sechsfache des Januarwerts. Die Wärmepumpe braucht nur noch 483 kWh, weil es draußen milder wird. Der Gesamtverbrauch sinkt auf 1.060 kWh und die Autarkie springt auf 45,2 %. Das bedeutet: Fast die Hälfte des gesamten Energiebedarfs – Heizen, E-Auto, Haushalt – kommt direkt vom Dach.
Hätte ich die kompletten 1.060 kWh zum Festpreis von 28 Cent pro kWh aus dem Netz bezogen, wären das 305 € Energiekosten für Strom, Heizung und Mobilität zusammen gewesen. Durch die 45,2 % Autarkie sinkt der tatsächliche Netzbezug auf 55 % – und meine reale Rechnung lag bei nur 170 €. Das sind reale 135 € Ersparnis für einen einzigen Monat, mitten in der Heizperiode.
Lohnt sich die Wärmepumpe wirklich oder treibt sie die Stromkosten in die Höhe?
Die Wärmepumpe ist im Winter der mit Abstand größte Verbraucher – das ist Fakt. Aber im Vergleich zu Gas oder Öl rechnet sie sich trotzdem, weil sie aus einer kWh Strom drei bis vier kWh Wärme macht. Keine andere Heizung schafft das. Wer seine Heizung ohnehin sanieren muss, sollte die Wärmepumpe ernsthaft prüfen – besonders jetzt, da die Förderung noch gut ist.
Ich würde eine funktionierende Gasheizung nicht sofort rausschmeißen – das wäre weder wirtschaftlich noch ökologisch sinnvoll. Aber wenn die Heizung eh fällig ist, ist der Wechsel zur Wärmepumpe plus PV der effizienteste Schritt. Unsere nächste Sanierungsstufe geht genau in diese Richtung.
Was bedeutet das Ende der Einspeisevergütung für private PV-Anlagen?
Im März speiste ich 260,7 kWh ins Netz ein und erhielt dafür 27 € Einspeisevergütung (10,45 Cent/kWh). Das ist nicht viel – über das Gesamtjahr und besonders in den Sommermonaten addiert sich das natürlich. Wenn die Vergütung 2027 für kleine private Anlagen gestrichen werden sollte, fällt ein Teil der Planungssicherheit weg.
Ich schaue dieser Änderung relativ entspannt entgegen, weil mein Fokus ohnehin auf dem Eigenverbrauch liegt. Eine 45-%-Autarkie im März – ohne Vergütungsoptimierung – zeigt, wo der echte Wert einer PV-Anlage liegt: nicht in der Einspeisung, sondern im selbst verbrauchten Strom.
Fazit:
Mit einer 8,75-kWp-PV-Anlage und 23 kWh Speicher decke ich im März fast die Hälfte meines gesamten Energiebedarfs – Heizung, E-Auto und Haushalt inklusive. Der Januarwert von 3,3 % Autarkie ist real, aber er ist nicht repräsentativ für das Gesamtjahr. Wer nur die Wintermonate betrachtet, bekommt ein verzerrtes Bild. Das Frühjahr, der Sommer und der Herbst machen die eigentliche Wirtschaftlichkeit einer PV-Anlage aus – und dort liegen die echten Einsparpotenziale.
Häufige Fragen
Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe im Winter pro Monat?
Das hängt stark von Haus und Außentemperatur ab. Bei mir im ungedämmten 96-m²-Altbau waren es im Januar 1.143 kWh und im Februar knapp 1.000 kWh. In einem gut gedämmten Neubau liegt der Wert deutlich niedriger.
Wie viel Autarkie ist mit Photovoltaik und Wärmepumpe realistisch?
Im Winter (Dez–Feb) liegt man oft unter 10 %. Im März steigt sie schnell auf 40–50 %. Im Sommer sind je nach Anlage 70–90 % möglich. Über das Gesamtjahr liegt mein Wert bei rund 50 %.
Lohnt sich Photovoltaik mit Wärmepumpe trotz hoher Winterkosten?
Ja – die Wirtschaftlichkeit entscheidet sich nicht im Winter, sondern im Frühjahr, Sommer und Herbst. Die Überschüsse in den warmen Monaten finanzieren den Winter rechnerisch mit.
Was kostet der Strom mit dynamischem Tarif im Schnitt?
Mit dynamischem Tarif und Speicher-Pufferstrategie komme ich auf rund 25 Cent pro kWh im Schnitt. Das ist etwas günstiger als viele Festtarife – der Vorteil ist aber gering, wenn man den Aufwand berücksichtigt.

