Photovoltaik und Wärmepumpe im Winter: Was bringt die Kombination wirklich?
- 17. März
- 3 Min. Lesezeit
Photovoltaik und Wärmepumpe – das gilt als Traumkombination der Energiewende. Aber was passiert im Winter, wenn die Wärmepumpe auf Hochtouren läuft und die Sonne kaum scheint? Im Februar kam bei mir genau 6,2 % meines gesamten Stroms vom eigenen Dach. Das ist die ehrliche Zahl – und ich finde, sie gehört auf den Tisch.
Ich betreibe hier in Nord-Niedersachsen seit November 2024 eine Wärmepumpe im ungedämmten Altbau von 1959, dazu eine 8,75-kWp-PV-Anlage mit 23 kWh Speicher. Wir sind zu dritt, fahren ca. 10.000 km elektrisch pro Jahr und heizen 96 m². Das sind die Rahmenbedingungen für meine Winterzahlen.
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Wie viel Strom verbraucht die Wärmepumpe im Februar wirklich?
Unser gesamter Stromverbrauch im Februar: 1.812 kWh. Davon entfielen allein 992 kWh – also 54,8 % – auf die Wärmepumpe. An einzelnen Frost-Tagen zog sie 30–35 kWh pro Tag. Das ist kein Defekt, das ist Physik: Ein ungedämmter Altbau bei Minusgraden braucht schlicht viel Energie zum Heizen.
Unsere Stromrechnung für den Februar: 403 €. Aufgeteilt auf 1.699 kWh Netzbezug ergibt das einen Durchschnittspreis von 23,7 Cent pro kWh – das ist möglich durch den dynamischen Tarif und das gezielte Laden des Speichers zu günstigen Zeiten. Allein die Wärmepumpe kostete damit rund 235 € im Februar.
Was hat die PV-Anlage im Februar tatsächlich zur Heizung beigetragen?
Die PV-Anlage hat im Februar 192,4 kWh erzeugt – bei 8,75 kWp sind das nur 21,9 kWh pro installierter kWp. Das ist extrem wenig. Rein rechnerisch entspricht das bei 23,7 Cent einer Einsparung von 45,6 € im gesamten Monat. Für sich allein betrachtet ist das kein überzeugender Wert.
Die Autarkie lag im Februar bei 6,2 %. Und dann der Sprung: Bis zum 13. März bereits 47,3 % Autarkie. Das zeigt sehr deutlich, dass Winter und Frühjahr zwei völlig verschiedene Welten sind – und dass die Wirtschaftlichkeit einer PV-Anlage sich nicht im Februar entscheidet.
Zeitraum | PV-Erzeugung | Autarkie |
Februar (komplett) | 192,4 kWh | 6,2 % |
März (bis 13.03.) | stark steigend | 47,3 % |
Lohnt sich die Kombination aus PV und Wärmepumpe trotzdem übers ganze Jahr?
Ja – aber nur, wer das Gesamtjahr betrachtet, bekommt ein realistisches Bild. Im Winter liegen die physikalischen Grenzen der PV-Anlage auf der Hand: kurze Tage, flacher Sonnenstand, Schnee auf den Modulen. Die eigentliche Wirtschaftlichkeit entscheidet sich im Frühjahr, Sommer und Herbst, wenn die PV-Überschüsse den Winter rechnerisch mitfinanzieren.
Dazu kommt: Neuere Solarmodule performen bei Schwachlicht deutlich besser als meine Anlage aus 2019. Wer heute eine PV-Anlage installiert, bekommt im Winter messbar mehr Ertrag. Die Jahresbilanz sieht also noch besser aus.
Hilft ein dynamischer Stromtarif beim Senken der Heizkosten im Winter?
Mein Durchschnittspreis von 23,7 Cent im Februar ist durch den dynamischen Tarif möglich – der 23-kWh-Speicher wird in günstigen Preisfenstern geladen und puffert teure Stunden ab. Das funktioniert, erfordert aber die richtige Technik und Strategie.
Mein Fazit zum dynamischen Tarif: Wenn zusätzliche Technik oder ein überdimensionierter Speicher nötig sind, damit es sich lohnt, dann lieber die Finger davon lassen. Aktuell gibt es attraktive Festtarife um 24 Cent, die ohne Aufwand denselben Effekt erzielen.
Fazit:
6,2 % Autarkie im Februar – das ist real und kein Marketingversprechen. Aber wer nur den Winter nimmt und daraus eine Entscheidung gegen PV und Wärmepumpe ableitet, macht denselben Fehler wie jemand, der nur den Sommer nimmt und denkt, er brauche kein Netz mehr. Die Kombination lohnt sich – übers Gesamtjahr betrachtet, mit realistischen Erwartungen und fairen Preisen.
Häufige Fragen
Wie viel Strom erzeugt eine 8,75-kWp-PV-Anlage im Februar?
Bei mir in Nord-Niedersachsen mit Südwest-Ausrichtung und 55° Neigung waren es 192,4 kWh – das entspricht nur 21,9 kWh pro kWp. Südlich gelegene Anlagen oder neuere Module können das übertreffen.
Was kostet eine Wärmepumpe im Winter an Strom pro Monat?
Im Februar bei mir: 992 kWh × 23,7 Cent = ca. 235 € Heizkosten. Das klingt viel, ist aber vergleichbar mit Gasheizungskosten bei ähnlichen Temperaturen – der Unterschied: die Wärmepumpe wird durch PV-Strom mitversorgt.
Wann beginnt PV die Wärmepumpe signifikant zu unterstützen?
Ab März. Bei mir sprang die Autarkie innerhalb von zwei Wochen von 6,2 % auf über 47 %. Die Übergangsmonate Frühjahr und Herbst sind die wichtigste Phase für die Wirtschaftlichkeit.
Lohnt sich ein dynamischer Stromtarif mit Wärmepumpe und Speicher?
Nur, wenn die Infrastruktur bereits vorhanden ist. Zusätzliche Technik oder ein größerer Speicher nur für den dynamischen Tarif lohnen sich meist nicht, da gute Festtarife heute ähnliche Preise bieten.

