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Photovoltaik lohnt sich nicht: 5 Fälle, die du kennen musst

  • 2. Juni
  • 5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 8 Stunden


Eine Photovoltaik-Anlage ist kein Selbstläufer. Wer 20.000 bis 25.000 Euro investiert, ohne vorher die eigene Situation ehrlich zu prüfen, kann am Ende draufzahlen – und kein Verkäufer wird dich von sich aus darauf hinweisen, denn der will verkaufen. Ich zeige dir die fünf Fälle, in denen eine PV-Anlage keinen Sinn macht – und was stattdessen gegeben sein muss, damit sie sich wirklich lohnt.


In diesem Beitrag erfährst du, welche Konstellationen eine PV-Anlage wirtschaftlich unattraktiv oder sogar zum Verlustgeschäft machen. Ich gehe dabei nicht von Extremfällen aus, sondern aus der Praxis: Ich habe selbst Beratungen gemacht, bei denen ich Haushalten davon abgeraten habe – auch wenn ich damit keinen Auftrag generiert habe.


Das komplette Video ansehen:


Photovoltaik: Für wen es sich wirklich NICHT lohnt (5 Fälle)


Fall 1: Was passiert bei starker Verschattung auf dem Dach?


Liegt dein Dach den halben Tag im Schatten – durch Bäume, einen Nachbarbau oder einen Dachaufbau – holt die Anlage nie die Erträge raus, die dir im Angebot vorgerechnet werden. Entscheidend sind die Hauptertragsstunden zwischen 10 und 16 Uhr: Eine dauerhafte Verschattung in diesem Zeitfenster kann den Jahresertrag um bis zu 70 % senken.


Wichtig zu unterscheiden: Eine punktuelle Verschattung am frühen Morgen oder späten Abend ist kein KO-Kriterium. Module erzeugen auch bei diffusem Licht Strom, und für bestimmte Situationen gibt es Moduloptimierer. Es geht mir um die Fälle, bei denen die Verschattung dauerhaft und massiv ist – genau in den Hauptstunden.


Meine Empfehlung: Lass eine Verschattungsanalyse machen, bevor du unterschreibst. Ein seriöser Installateur schaut sich das Dach zu verschiedenen Jahreszeiten an oder nutzt digitale Tools.


Fall 2: Lohnt sich PV bei sehr niedrigem Stromverbrauch?


Nein – zumindest nicht mit einer vollwertigen PV-Anlage. Ich hatte neulich ein älteres Ehepaar in der Beratung, das zwar den ganzen Tag zu Hause ist, aber nur etwa 1.700 kWh pro Jahr verbraucht. Sie wollten 15.000 Euro ausgeben. Das wäre Fehlinvestition gewesen.


Der größte Hebel einer PV-Anlage ist der Eigenverbrauch: Du kaufst weniger teuren Netzstrom ein. Wer kaum Strom verbraucht, hat kaum etwas zu ersetzen. Den übrigen Solarstrom speist du für nur 7–8 Cent pro kWh ins Netz ein – Strom, für den du selbst 28–35 Cent zahlst. Die Rechnung geht nicht auf.


Unter 2.000 kWh Jahresverbrauch würde ich klar von einer größeren Anlage abraten. Für solche Haushalte ist ein Balkonkraftwerk oft die sinnvollere Lösung – geringere Investition, schnelle Amortisation. Ausnahme: Wenn absehbar ist, dass ein E-Auto kommt, eine Wärmepumpe eingebaut wird oder sich die familiäre Situation ändert (z. B. Nachwuchs), kann sich die Rechnung komplett drehen.


Fall 3: Was bedeutet eine anstehende Dachsanierung für die PV?


Eine PV-Anlage rechnet sich über 15 bis 20 Jahre. Wenn du in drei bis fünf Jahren umziehst oder dein Dach in absehbarer Zeit neu gedeckt werden muss, ist der Zeitpunkt ungünstig. Denn dann musst du die Anlage vorher abnehmen und danach neu montieren – du zahlst die Demontage und Montage praktisch doppelt.


Beim Hausverkauf bekommst du selten das raus, was du in die Anlage gesteckt hast – die Technik verändert sich schnell, die Preise fallen. Wenn du das Dach aber ohnehin jetzt sanieren möchtest, ist es umgekehrt der perfekte Moment: Die Dachdecker sind sowieso da, du sparst Montagekosten, und in manchen Bundesländern ist es bei bestimmten Gebäuden sogar Pflicht.


Fall 4: Taugt Photovoltaik als reine Renditeinvestition?


Wer nur auf die Einspeisevergütung schielt und kaum Eigenverbrauch hat, wird enttäuscht. Die Volleinspeisung ist heute deutlich weniger attraktiv als noch vor zehn Jahren – rund 7–8 Cent pro kWh bekommst du aktuell. Das ist kein Renditeobjekt.


Anders sieht es bei einer Kombination aus hohem Eigenverbrauch, einem Speicher und einem gewissen Einspeiseanteil aus: Hier kann die Rendite attraktiv sein und unter dem Strich ein Tagesgeldkonto schlagen. Aber dann muss die Anlage zu deiner Situation passen – Anschaffungskosten im Verhältnis zur erzielbaren Einsparung. Wer 20.000–25.000 Euro als reine Kapitalanlage betrachtet: ETF oder andere Anlageformen können die bessere Wahl sein.


Fall 5: Welche Dacheigenschaften machen PV unwirtschaftlich?


Ich hatte in der Praxis einen konkreten Fall: Ein Haus mit einem sehr steilen Norddach, die Südseite komplett verbaut. Meine Empfehlung war klar: Finger weg. Nicht weil eine Nordseite grundsätzlich unmöglich ist – bei einem flachen Dach kann sie sich gerade noch rechnen. Aber ein steiles Norddach wird nie die Erträge bringen, die eine Ost-, West- oder Südausrichtung erzielt.


Auch kleine Dachflächen, ungünstige Neigungen sowie Denkmalschutzauflagen können die Anlage wirtschaftlich unrentabel machen. Das ist kein Scheitern – es ist die ehrliche Bestandsaufnahme. Lieber jetzt die Finger lassen als in zehn Jahren mit einer Anlage dastehen, die nie die kalkulierten Erträge geliefert hat.


Wann lohnt sich eine PV-Anlage wirklich?


Wenn keiner der fünf Punkte auf dich zutrifft – und das ist bei den meisten Eigenheimbesitzern so –, dann lohnt sich eine PV-Anlage nach wie vor richtig. Folgende Voraussetzungen sollten gegeben sein:


Kriterium

Empfehlung

Jahresstromverbrauch

Mindestens 3.000–4.000 kWh/Jahr

Dachausrichtung

Süd, Ost/West – keine steile Nordseite

Verschattung

Keine dauerhafte Verschattung 10–16 Uhr

Nutzungshorizont

Kein Umzug / Dachsanierung in nächsten 5 Jahren


Fazit: Für wen lohnt sich PV nicht?


Starke Verschattung, zu niedriger Verbrauch, anstehende Dachsanierung, falsches Renditeziel und ein ungeeignetes Dach – das sind die fünf Fälle, in denen ich aktiv abraten würde. Nicht aus Pessimismus, sondern weil 20.000–25.000 Euro gut angelegtes Geld sein sollen. Wenn deine Situation keinen dieser Punkte trifft, ist der Weg zur eigenen Solaranlage so attraktiv wie selten.


Häufige Fragen


Für wen lohnt sich eine Photovoltaik-Anlage nicht?


PV lohnt sich nicht bei dauerhafter starker Verschattung, sehr niedrigem Jahresverbrauch (unter 2.000 kWh), einer bevorstehenden Dachsanierung, bei reinem Renditedenken ohne hohen Eigenverbrauch sowie bei einem Dach mit ungünstiger Ausrichtung (steile Nordseite).


Wie viel Eigenverbrauch brauche ich für eine wirtschaftliche PV-Anlage?


Als Daumenregel: Mindestens 3.000 bis 4.000 kWh Jahresstromverbrauch solltest du haben, um eine klassische PV-Anlage wirtschaftlich zu betreiben. Je höher dein Eigenverbrauchsanteil, desto schneller amortisiert sich die Investition.


Was passiert, wenn ich PV auf ein Norddach installiere?


Eine steile Nordseite wird deutlich weniger Ertrag liefern als eine Süd-, Ost- oder Westausrichtung. Bei flachen Norddächern kann die Wirtschaftlichkeit gerade noch ausreichend sein – bei steilen Dächern rate ich meist davon ab. Lass das vorab genau berechnen.


Lohnt sich PV auch für Leute mit sehr niedrigem Stromverbrauch?


Bei sehr niedrigem Verbrauch (unter 2.000 kWh/Jahr) ist ein Balkonkraftwerk oft die bessere Wahl. Es ist günstiger in der Anschaffung und amortisiert sich schneller, weil der Eigenverbrauchsanteil höher ist.


Sollte ich vor einer Dachsanierung eine PV-Anlage installieren?


Nein – wenn die Dachsanierung in den nächsten fünf Jahren ansteht, warte damit. Du zahlst sonst Demontage und Montage doppelt. Wenn du das Dach jetzt ohnehin machst, ist es umgekehrt der ideale Zeitpunkt.


Lass dein Dach prüfen – kostenlos und unverbindlich


Wenn du wissen möchtest, ob sich eine PV-Anlage für deine konkrete Situation lohnt, kannst du dir über mein Netzwerk ein unverbindliches Angebot holen. Ich arbeite nur mit Installateuren zusammen, denen ich auch ehrliche Informationen zutraue.



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