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Was kostet der Strom aus der Photovoltaikanlage wirklich?

  • 4. Apr. 2024
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 4 Tagen

Solarstrom ist gratis – das höre ich oft. Doch das stimmt so nicht. Auch wenn die Sonne keine Rechnung schickt, hat der Strom aus der Photovoltaikanlage einen Preis. Diesen Preis nennt man Stromgestehungskosten. Ich erkläre, wie du ihn berechnest, was er bei meiner Anlage beträgt und warum er trotzdem günstiger ist als Netzstrom.


Was kostet der Strom aus der Photovoltaikanlage? Die wahren Kosten – auf YouTube ansehen


Was sind Stromgestehungskosten und wie berechne ich sie?

Die Stromgestehungskosten (englisch: Levelized Cost of Energy, LCOE) beschreiben, was eine produzierte Kilowattstunde Solarstrom über die gesamte Lebensdauer der Anlage kostet. Die Formel ist simpel: Gesamtinvestition geteilt durch die Gesamtmenge produzierter Kilowattstunden über die Lebensdauer. Bei meiner Anlage rechne ich so: Investition inklusive Speicher rund 25.000 Euro, jährliche Produktion rund 10.000 kWh, Lebensdauer 25 Jahre. Das ergibt grob 10 Cent pro kWh. Im Vergleich dazu zahle ich für Netzstrom aktuell rund 28 bis 35 Cent pro kWh. Der PV-Strom ist also drei Mal günstiger.


Welche Kosten fließen in die Berechnung des PV-Strompreises ein?

In die Stromgestehungskosten fließen alle Kosten ein, die über die Lebensdauer der Anlage entstehen. Das sind zunächst die Anschaffungskosten für Module, Wechselrichter, Montage und gegebenenfalls Speicher. Hinzu kommen jährliche Betriebskosten wie Wartung, Versicherung und Monitoring – bei mir rund 200 bis 300 Euro pro Jahr. Auch der Wechselrichtertausch nach etwa 10 bis 15 Jahren ist einzukalkulieren – etwa 1.000 bis 2.000 Euro. Ferner möchte ich die entgangene Kapitalrendite berücksichtigen: Hätte ich das Geld angelegt, hätte ich Zinsen bekommen. Kalkulatorisch setze ich hier 2 bis 3 Prozent an.


Lohnt sich die PV-Anlage trotz Investitionskosten finanziell?

Ja, klar. Selbst wenn ich alle Kosten ehrlich einrechne, liegen meine Stromgestehungskosten deutlich unter dem Netzstrompreis. Bei einem Eigenverbrauch von 70 bis 80 Prozent spare ich jährlich rund 1.500 bis 2.000 Euro an Stromkosten. Meine Amortisationszeit liegt damit bei 10 bis 12 Jahren. Alles, was danach kommt, ist reiner Gewinn. Ich profitiere außerdem davon, dass ich weniger von steigenden Strompreisen abhängig bin. Jede Erhöhung des Netzstrompreises verbessert die Wirtschaftlichkeit meiner PV-Anlage automatisch.


Wie wirkt sich der Speicher auf die Stromgestehungskosten aus?

Der Speicher erhöht die Gesamtinvestition und damit theoretisch die Stromgestehungskosten. Rechne ich den Speicher extra, komme ich auf Speicher-Stromkosten von etwa 8 bis 12 Cent pro kWh, die über den Speicher geflossen sind. Das ist immer noch günstiger als Netzstrom. Der Speicher erhöht den Eigenverbrauch erheblich und verringert den teuren Netzstrombezug. Damit verbessert er die Gesamtbilanz meiner PV-Anlage, auch wenn er isoliert betrachtet eine eigene Kostenkomponente darstellt.


Was passiert mit den Stromgestehungskosten in 10 oder 20 Jahren?

Mit zunehmender Betriebsdauer sinken die rechnerischen Stromgestehungskosten, weil sich die anfängliche Investition auf immer mehr produzierte Kilowattstunden verteilt. Nach der Amortisation – in meinem Fall rund Jahr 11 oder 12 – ist der PV-Strom effektiv nahezu kostenlos. Die laufenden Kosten für Versicherung und Wartung sind minimal. Für die letzten 10 bis 15 Jahre der Anlagenlebensdauer produziere ich Strom für weniger als 2 Cent pro kWh. Das ist eine echte Energiefreiheit.


Stromgestehungskosten im Überblick

Kostenart

Betrag (Beispiel)

PV-Anlage + Speicher

25.000 €

Jährliche Produktion

10.000 kWh

Lebensdauer

25 Jahre

Stromgestehungskosten

~10 Ct/kWh

Netzstrompreis

~28–35 Ct/kWh


Fazit: PV-Strom ist günstig – aber nicht gratis

Solarstrom ist nicht gratis, aber er ist extrem günstig. Wer alle Kosten ehrlich einrechnet, kommt auf Stromgestehungskosten von 8 bis 12 Cent pro kWh – weit unter dem aktuellen Netzstrompreis. Die Photovoltaikanlage ist damit eine der besten Investitionen, die ein Eigenheimbesitzer machen kann. Mit jeder Erhöhung des Netzstrompreises wird die PV-Anlage wertvoller.


FAQ: Häufige Fragen zu den Stromkosten der PV-Anlage

Was sind Stromgestehungskosten?

Stromgestehungskosten (LCOE) sind die Gesamtkosten einer PV-Anlage geteilt durch die Gesamtmenge der produzierten Kilowattstunden über die gesamte Lebensdauer. Sie zeigen den wahren Preis des selbst erzeugten Stroms.

Wann amortisiert sich eine PV-Anlage?

Bei typischen Anlagen dauert die Amortisation heute 8 bis 12 Jahre. Danach produziert die Anlage Strom fast zum Nulltarif, da nur noch kleine Betriebskosten anfallen.

Ist Solarstrom wirklich günstiger als Netzstrom?

Ja. Typische Stromgestehungskosten liegen bei 8 bis 12 Cent pro kWh, während Netzstrom 28 bis 35 Cent kostet. Der selbst erzeugte Solarstrom ist damit 2 bis 3 Mal günstiger.

Macht der Speicher die PV-Anlage unwirtschaftlich?

Nein. Der Speicher erhöht zwar die Investition, aber er steigert auch den Eigenverbrauch erheblich. Dadurch kaufst du weniger teuren Netzstrom, was die Gesamtwirtschaftlichkeit der Anlage verbessert.


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