Stromausfall mit Photovoltaik im Winter: 30 Stunden ohne Netz
- 31. Dez. 2023
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 4 Tagen
30 Stunden ohne öffentliches Stromnetz – ich habe es selbst erlebt und gezeigt, wie gut die Photovoltaikanlage mit Speicher auch im Winter bei einem Stromausfall versorgt. Hier berichte ich, was funktioniert hat, wo die Grenzen lagen und was ich daraus gelernt habe.
Wie gut versorgt eine PV-Anlage beim Stromausfall im Winter?
Meine 9,9-kWp-Anlage mit 7-kWh-Speicher hat mich bei einem Stromausfall Ende Dezember rund 30 Stunden lang versorgt. Die Solarproduktion im Winter war niedrig – an dem betreffenden Tag nur rund 1,2 kWh total. Der Speicher hatte bei Beginn des Ausfalls noch rund 70 Prozent Ladestand. Mit sparsamem Umgang mit Strom hat das gut gereicht. Heizung, Kühlschrank, Licht und wichtige Geräte liefen weiter.
Welche Geräte laufen beim Stromausfall mit der PV-Anlage weiter?
Was bei mir ohne Einschränkung weiterlief: Kühlschrank, Gefriergerät, LED-Beleuchtung, Internet-Router, Laptops und die zentrale Steuerung der Heizungsanlage. Die Gastherme wurde über die Steckdose versorgt – das klappte. Was ich bewühnst abgeschaltet habe: E-Herd und Waschmaschine, um den Verbrauch gering zu halten.
Brauche ich eine spezielle Notstromfunktion im Wechselrichter?
Ja – und das ist ein wichtiger Punkt. Nicht jeder Wechselrichter schaltet automatisch in den Inselbetrieb, wenn das öffentliche Netz ausfällt. Aus Sicherheitsgründen trennen die meisten Standard-Wechselrichter die Anlage im Netzausfall sofort vom Haus. Für echte Notstromfähigkeit braucht man einen Wechselrichter mit integrierter Backup-Funktion oder ein zusätzliches Backup-Modul. Mein System ist entsprechend ausgestattet.
Was habe ich beim Stromausfall-Test im Sommer vs. Winter festgestellt?
Der Unterschied zwischen Sommer und Winter ist enorm. Im Sommer lädt der Speicher binnen weniger Stunden voll nach und eine Autarkie über Tage ist problemlos möglich. Im Winter hängt alles vom Anfangsladestand ab. Bei einem gut gefüllten Speicher und moderatem Verbrauch sind 24 bis 36 Stunden autarker Betrieb möglich. Danach wäre ohne Sonneneinstrahlung auch mein System ans Netz angewiesen.
Wie bereite ich mich am besten auf einen Stromausfall mit PV vor?
Meine Empfehlungen aus eigener Erfahrung: Den Speicher möglichst immer gut gefüllt halten. Kritische Verbraucher identifizieren, die beim Ausfall wirklich wichtig sind. Prüfen, ob der Wechselrichter eine Backup-Funktion hat – und falls nicht, ein Upgrade planen. Zusätzlich empfehle ich ein einfaches Notstromaggregat als Backup für längere Ausfälle.
Autarkie-Praxis: PV + Speicher im Winter-Stromausfall
Parameter | Mein Ergebnis |
Speicher bei Ausfall | ~70 % (4,9 kWh) |
Solar-Nachladung | ~1,2 kWh (Winter) |
Autarke Versorgung | 30 Stunden |
Notstromfunktion | Ja, im Wechselrichter |
Fazit: PV + Speicher schafft echte Resilienz – auch im Winter
Mein Praxistest hat gezeigt: Photovoltaik mit Speicher und Backup-Funktion ist auch im Winter eine echte Sicherheitsreserve bei Stromausfall. 30 Stunden ohne Netz waren kein Problem. Für den Ernstfall ist Vorbereitung entscheidend: Wechselrichter mit Backup-Modul, gut gefüllter Speicher und Wissen darüber, welche Geräte wirklich laufen müssen.
Welche PV-Systeme bieten Backup-Funktion beim Stromausfall?
Bekannte Systeme mit Backup-Funktion sind z. B. SMA Sunny Home Manager mit Backup Box, Fronius Symo GEN24 Plus, SolarEdge mit Backup Interface sowie Systeme von Huawei und Sungrow mit integrierten Backup-Modi.
Kann ich meine bestehende PV-Anlage mit Backup nachrüsten?
Bei manchen Wechselrichterherstellern ist eine Nachrüstung per Backup-Modul möglich. Das hängt vom Gerät ab. Ein Elektriker oder der Installateur kann die Möglichkeiten prüfen.
Wie lange reicht ein 10-kWh-Speicher beim Stromausfall?
Mit einem durchschnittlichen Haushalt, der im Notbetrieb ca. 200 bis 300 Watt zieht, reicht ein 10-kWh-Speicher rund 33 bis 50 Stunden. Dazu kommt die Nachladung durch die Solar-Module während des Tages.
Funktioniert eine Wärmepumpe beim Stromausfall mit PV?
Wärmepumpen haben hohe Anlaufstromspit zen und sind für den Inselbetrieb anspruchsvoller. Nicht alle Backup-Systeme können eine Wärmepumpe verlässlich starten. Hierfür braucht es spezielle Systeme mit höherer Backup-Leistung.





