Speicher aus dem Netz beladen mit Fenecon FEMS: So funktioniert es
- 31. März 2024
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 4 Tagen
Den Stromspeicher aus dem Netz beladen und damit Geld sparen – das klingt zunächst widersprüchlich. Doch mit einem dynamischen Stromtarif und dem richtigen Energiemanagementsystem kann genau das eine smarte Strategie sein. Ich zeige, wie das mit Fenecon und dem Open EMS funktioniert und was ich dabei beachte.
Ist es erlaubt, den PV-Speicher aus dem Netz zu laden?
Ja, das Laden des Speichers aus dem Netz ist grundsätzlich erlaubt – es gibt keine gesetzlichen Verbote. Wichtig ist jedoch, was du mit dem gespeicherten Netzstrom machst. Netzstrom, der in den Speicher fließt und später ins öffentliche Netz eingespeist wird, darf nicht mit der Einspeisevergütung vergolten werden, da diese nur für selbst erzeugten Solarstrom gilt. Wer den Netzstrom jedoch ausschließlich für den Eigenverbrauch nutzt, hat keine Probleme. Mein Energiemanagementsystem stellt sicher, dass ich nur dann aus dem Netz lade, wenn es auch wirtschaftlich sinnvoll ist.
Wie steuert Fenecon Open EMS die Beladung aus dem Netz?
Das Fenecon Open EMS ist ein offenes Energiemanagementsystem, das viele Steuerungsmöglichkeiten bietet. Für die Netzbeladung nutze ich die Zeitplansteuerung: Ich definiere Zeitfenster, in denen der Speicher aus dem Netz geladen werden soll – typischerweise in Stunden mit sehr günstigem Strompreis (z.B. nachts zwischen 1 und 5 Uhr). Das System füllt dann den Speicher auf den gewünschten Ladestand auf. In Kombination mit einem dynamischen Tarif wie Tibber oder aWATTar kann ich so automatisch auf günstige Preisfenster reagieren und den Speicher gezielt mit billigem Strom füllen.
Wann lohnt es sich, den Speicher aus dem Netz zu laden?
Die Strategie lohnt sich besonders in den Wintermonaten, wenn die PV-Anlage wenig produziert und der Speicher morgens leer ist. Wenn ich dann günstigen Nachtstrom für 10 bis 15 Cent pro kWh kaufe und damit die teuren Morgenstunden ücberbrücke, spare ich gegenüber dem Tagstrompreis erheblich. Im Sommer hingegen ist die Netzbeladung meist nicht nötig – die PV-Anlage füllt den Speicher tagsüber ausreichend. Die Wirtschaftlichkeit hängt vom Preisunterschied zwischen günstigem Nachtstrom und teurem Tagstrom ab.
Wie richte ich die Netzbeladung in Fenecon FEMS ein?
In der Fenecon FEMS App navigiere ich zu den Einstellungen des Speichercontrollers. Dort gibt es eine Option für die Zeitplansteuerung. Ich definiere Start- und Endzeit sowie den Ziel-Ladestand (SoC), den der Speicher erreichen soll. Das System laädt dann automatisch innerhalb des definierten Zeitfensters aus dem Netz. Wichtig: Ich setze den Ziel-SoC nicht auf 100 Prozent, damit morgens noch Kapazität für den frühen Solarertrag vorhanden ist. 60 bis 70 Prozent haben sich bewährt.
Welche Einsparungen sind durch Netzbeladung realistisch?
Mit einem dynamischen Tarif und gezielter Netzbeladung in den günstigsten Stunden spare ich in den Wintermonaten typischerweise 30 bis 50 Euro im Monat zusätzlich ein. Übers Jahr gerechnet sind das 100 bis 200 Euro. Das klingt bescheiden, ist aber für eine reine Softwareeinstellung ohne zusätzliche Hardwarekosten ein gutes Ergebnis. Der größte Vorteil ist die Flexibilität: Mein System reagiert automatisch auf den Strommarkt und optimiert meinen Bezug selbständig.
Netzbeladung: Wann sinnvoll?
Situation | Netzbeladung sinnvoll? |
Winter, dynamischer Tarif, günstiger Nachtstrom | Ja, sehr empfehlenswert |
Sommer, PV produziert genügend | Nein, nicht nötig |
Pauschaltarif ohne Preissignal | Kaum lohnend |
Fazit: Netzbeladung mit Fenecon FEMS ist eine clevere Winter-Strategie
Die Netzbeladung des Speichers ist keine Universallösung, aber in Kombination mit einem dynamischen Tarif und dem Fenecon Open EMS eine wirkungsvolle Ergänzung zu meiner PV-Strategie. Besonders in den Wintermonaten, wenn die Sonne selten scheint, hole ich so das Maximum aus meiner Anlage heraus und minimiere teure Netzstromspitzen am Morgen.
FAQ: Speicher aus dem Netz beladen
Darf ich meinen Speicher mit Netzstrom laden?
Ja, das Laden des Speichers mit Netzstrom ist erlaubt. Der geladene Netzstrom darf jedoch nicht mit der PV-Einspeisevergütung in das öffentliche Netz eingespeist werden. Nur für Eigenverbrauch ist es problemlos.
Brauche ich einen dynamischen Stromtarif dafür?
Ja, ein dynamischer Tarif wie Tibber oder aWATTar ist Voraussetzung für eine wirtschaftlich sinnvolle Netzbeladung. Nur dann gibt es Günstigstunden-Fenster, in denen der Strom deutlich günstiger ist.
Wie hoch sollte ich den Speicher aus dem Netz laden?
Ich empfehle 60 bis 70 Prozent als Ziel-SoC. So bleibt morgens noch Kapazität für die ersten Sonnenstunden und der Speicher wird nicht unnötig voll geladen.
Funktioniert das auch mit anderen Systemen als Fenecon?
Ja, viele moderne Speichersysteme und Energiemanagementsysteme unterstützen die Zeitplanbeladung. Auch SMA, Victron oder Home Assistant können das mit entsprechender Konfiguration.





