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PV-Speicher Größe: Bringt doppelt so viel Speicher mehr Autarkie?

vor 2 Stunden
5 Min. Lesezeit

Werbung: In diesem Beitrag und im Video zeigen wir Komponenten von Sungrow, Solyco und Aerocompact.


Wie groß muss dein PV-Speicher sein? Und bringt ein doppelt so großer Speicher auch doppelt so viel Autarkie? Genau das habe ich mir bei Boris Entrup angeschaut. Ich bin bei ihm in seinem Atelier in Hamburg. Er wollte 30 kWh Speicher, damit er bei einem Stromausfall weiterarbeiten kann.


Wir haben im Video sein Haus live vom Netz getrennt und geschaut, was passiert. Außerdem erfährst du, wie Boris Angebote verglichen hat, wie die Module auf seinem Bitumen-Flachdach mit über 5 Grad Neigung halten und warum für die meisten Familien ein kleinerer Speicher die wirtschaftlichere Wahl ist.


Spoiler: Für Boris war der große Speicher eine Versicherung, keine Renditerechnung. Für die meisten Familien, die tagsüber nicht zu Hause sind, gilt das nicht.


PV-Speicher Größe: Bringt doppelt so viel Speicher mehr Autarkie?



Warum Boris so viel Speicher wollte


Boris braucht im Atelier dauernd Strom. Er erzählt, dass ihm einmal der Durchlauferhitzer ausgefallen ist und er einer Kundin die Haare kalt waschen musste. Ohne Strom kann er keine Haare trocknen und stylen, hat kein warmes Wasser und braucht Licht für Make-up und Haarfarben. Er denkt dabei auch an Berlin, wo der Strom eine Woche lang ausgefallen ist.


Sein Wunsch: Im Hamburger Wetter möchte er mit dem Speicher auch mal drei, vier Tage durchkommen. Und er will grünen Strom und weniger abhängig von Strompreisen sein.


Eines hat Boris offen gesagt: Er wusste anfangs nicht, was eine Kilowattstunde ist.


Das System bei Boris im Überblick


Auf dem Dach liegen 34 Solyco-Module mit je 485 Watt, zusammen gut 16 kWp. Dazu kommt ein Sungrow-System mit 30 kWh Speicher und einem Wechselrichter mit 25 kW Leistung.


Baustein

Das steht im Video

Solarmodule

Solyco, 34 Stück mit je 485 Watt

Speicher

Sungrow, 30 kWh

Wechselrichter

Sungrow, 25 kW

Unterkonstruktion

Aerocompact Compactflat SN2 Plus

Planung

Dein Energiepartner

Montage

Energiewelt Friesen


Warum 25 kW Wechselrichter bei gut 16 kWp Anlagenleistung? Boris hat mehrere Durchlauferhitzer, will ein E-Auto laden und wollte seine Leistungsspitzen immer aus dem System abdecken. Für seine Anlage ist der Wechselrichter damit eher groß. Eine Wärmepumpe will er später angehen.


Bitumen-Flachdach mit über 5 Grad Neigung


Ein Flachdach ist nicht einfach ein Flachdach. Bei Boris kommt dazu, dass es mit über 5 Grad ziemlich steil ist, und nicht jeder Installateur wollte das machen. Wichtig waren breite Schienen, die das Gewicht gut verteilen, wenig zusätzliches Gewicht und eine sichere Befestigung bei hoher Windlast. Gelöst wurde das mit dem Compactflat SN2 Plus von Aerocompact.


Bei einem Flachdach mit über 5 Grad Neigung darf man laut Hersteller nicht mehr nur mit Ballast arbeiten. Deshalb werden Sekurantenplatten ins Dach verschweißt: erst ein Bitumenvoranstrich, dann ein Bitumenlappen, darauf wird der Teller geklebt und anschließend verschweißt.


Ausrichtung der Module: nicht alles nach Süden


Die Module wurden in alle Richtungen ausgerichtet: Nord, Süd, Ost und West. Auch im Sommer, wenn die Sonne hoch steht, hat die Anlage eine sehr gute Leistung, und sie erzeugt den ganzen Tag über Strom.


Grundsätzlich bringt die Südausrichtung den meisten Ertrag pro installiertem kWp. Es kommt aber immer auf das Verbrauchsprofil an: Wann brauchst du den Strom? Boris ist tagsüber im Atelier, die meisten Familien sind es nicht. Sie gehen aus dem Haus und kommen abends zurück, dann fehlt tagsüber der Verbraucher. Schau deshalb immer individuell, wer wann zu Hause ist.


Der Stromausfall-Test: Haus live vom Netz getrennt


Jetzt wird es spannend. Während der Aufnahme erzeugte die Anlage zwischen 3,6 und 3,9 kW, ein großer Teil davon ging in den Speicher, das Haus brauchte weniger als 1 kW. Ein Zähler im Zählerschrank (im Video „Smart Meter“ genannt) misst alle drei Phasen und sagt dem System, wie viel Leistung gerade gebraucht wird. Die Reihenfolge: erst die PV-Anlage, wenn das nicht reicht der Speicher, und erst wenn dort nicht genug drin ist, kommt der Strom vom Netzbetreiber.


Der Speicher war zu diesem Zeitpunkt nur zu etwa 15 Prozent gefüllt. Trotzdem hat Boris selbst alle drei Phasen gleichzeitig abgeschaltet. Das Ergebnis: Es ist nichts passiert, das Licht hat nicht einmal geflackert. Hörbar war nur ein leises Klicken im Wechselrichter. Das Haus lief danach komplett über das System, der Zähler blieb schwarz.


Im Sommer könnte Boris so tagelang vom Netz getrennt bleiben.


Drei, vier Tage im Winter? Das schafft auch ein großer Speicher nicht


Hier muss ich Boris' Wunsch ehrlich einordnen. Drei, vier Tage im Hamburger Winter schaffen auch 30 kWh nicht, wenn tagelang kaum Sonne kommt und die Durchlauferhitzer laufen. Ein einziger Durchlauferhitzer würde einen vollen Speicher in kurzer Zeit leer ziehen.


Hat sich der große Speicher dann gelohnt? Für Boris ja. Er verdient sein Geld im Atelier, und ohne Strom bleibt es zu. Für ihn ist der Speicher eine Art Versicherung und keine Renditerechnung.


PV-Speicher Größe: Wie viel bringt doppelt so viel Speicher?


Für die meisten Familien, die tagsüber nicht zu Hause sind, ist ein großer Speicher keine Versicherung, die sich rechnet. Ein deutlich kleinerer Speicher ist meistens die wirtschaftlichere Wahl. Groß kaufen lohnt sich nur, wenn du einen echten Grund hast, so wie Boris.


Wie sich die Größe auf die Autarkie auswirkt, habe ich im Video mit meinem kostenlosen PV-Rechner gezeigt. Das Beispiel gilt für 4.000 kWh Hausverbrauch, gerechnet mit einer 14,5-kWp-Anlage:


Speichergröße

Autarkie im Rechenbeispiel

0 auf 10 kWh

steigt von 47 auf 89 Prozent

10 auf 20 kWh

nur noch 4 Prozent mehr


Deshalb wird die Speichergröße in den meisten Fällen passend zum Verbrauch und zur Anlagengröße ausgelegt. Den PV-Rechner findest du kostenlos auf meiner Wissensplattform. Du musst dich dort nur einmal anmelden.


Angebote vergleichen: Das sagt Boris


Boris hat Angebote verglichen. Er berichtet von zwei, drei Firmen, die ihm ein Angebot nach Pi mal Daumen gemacht haben, ohne etwas zu messen oder nachzufragen, auch nicht nach seinem Ölverbrauch. Bei den Partnern aus meinem Netzwerk war es für ihn anders: Jemand hat sich das Dach angeschaut und wollte wissen, wie es überhaupt aussieht, und im Angebot war jede Position einzeln aufgeführt. Zum ersten Mal konnte er Angebote wirklich vergleichen.


Sein Fazit: Er hat nach eigener Einschätzung einen fünfstelligen Betrag gespart. Das ist Boris' Einschätzung für sein Haus, bei dir kann es anders aussehen. Die Montage hat bei ihm einen Tag gedauert. Bei den Nachbarn waren die Handwerker seiner Erinnerung nach drei oder vier Tage da.


Vergleichen hilft wirklich.


Fazit: PV-Speicher Größe passend zu deinem Alltag wählen


Boris hat mit 30 kWh einen Speicher, der ihn bei Stromausfall absichert, und für sein Atelier ist das eine bewusste Entscheidung. Für die meisten Haushalte bringt ein riesiger Speicher wirtschaftlich oft wenig, und für die Autarkie bringt er am Ende nicht mehr richtig was. Frag dich deshalb vor dem Kauf: Wann brauche ich meinen Strom, und habe ich einen echten Grund für mehr Speicher?


Und wie groß ist dein Speicher, und wofür brauchst du ihn? Schreib es mir gerne in die Kommentare. Die Community hilft auch gerne.


Häufige Fragen


Wie groß sollte ein PV-Speicher sein?


Das hängt von deinem Verbrauch und deiner Anlagengröße ab. Im Rechenbeispiel im Video steigt die Autarkie bei 4.000 kWh Hausverbrauch und einer 14,5-kWp-Anlage mit den ersten 10 kWh Speicher von 47 auf 89 Prozent. Mit dem PV-Rechner auf meiner Wissensplattform kannst du das für dich durchrechnen.


Bringt ein doppelt so großer Speicher doppelt so viel Autarkie?


Nein. Im Rechenbeispiel bringt die Verdopplung von 10 auf 20 kWh nur noch 4 Prozent mehr Autarkie.


Was passiert mit einer PV-Anlage mit Speicher bei Stromausfall?


Bei Boris hat das System nahtlos umgeschaltet. Das Licht hat nicht geflackert, das Haus lief ohne Netzbezug weiter.


Reichen 30 kWh Speicher für drei, vier Tage Stromausfall im Winter?


Nein, nicht wenn tagelang kaum Sonne kommt und mehrere Durchlauferhitzer laufen. Ein einziger Durchlauferhitzer zieht einen vollen Speicher in kurzer Zeit leer.


Warum ist ein 25-kW-Wechselrichter bei einer 16-kWp-Anlage sinnvoll?


Bei Boris ist er bewusst größer gewählt, weil er mehrere Durchlauferhitzer hat und ein E-Auto lädt. So deckt das System auch seine Leistungsspitzen ab.


So bekommst du dein unverbindliches Photovoltaik-Angebot


Wenn du nach dem Rechnen konkret werden willst, kannst du über mein Netzwerk ohne Verkaufsdruck ein Angebot für deine PV-Anlage anfordern. Ein Fachbetrieb aus meinem Netzwerk meldet sich bei dir und erstellt dein Angebot. Die Anfrage ist kostenlos und unverbindlich.



Viel Erfolg bei deiner Planung!


Sonnige Grüße, Nils

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