NeuPV-Rechner Kostenlos: Leitfäden und Checklisten
zu PhotovoltaikBalkonkraftwerkWärmepumpe
Jetzt registrieren
top of page

PV-Anlage mit Speicher: Warum ich 19,6 kWh für 4.000 kWh Verbrauch plane

27. Sept.
6 Min. Lesezeit

Wer sich eine PV-Anlage mit Speicher bauen lässt, bekommt fast immer dasselbe: Dachhaken, für die Ziegel ausgeschnitten werden, und ein All-in-One-System, das ungefähr zum Verbrauch passt. Bei meiner neuen Anlage ist nichts davon so gebaut.


In die nagelneue Dachhaut ist kein einziges Loch gebohrt. Auf dem ganzen Flachdach liegen 144 kg Ballast. Der Wechselrichter ist auf 20 kW eingestellt, obwohl 24,7 kWp installiert sind. Und der Speicher fasst fast den doppelten Tagesverbrauch.


Insgesamt sind es 51 Solarmodule auf drei Dachflächen mit vier Ausrichtungen, von vier Herstellern. Hinter jeder Entscheidung steckt ein Grund, und bei manchen habe ich bewusst draufgezahlt. Ich gehe sie hier mit dir durch.


PV-Anlage mit Speicher: Warum ich 19,6 kWh für 4.000 kWh Verbrauch plane



Vorweg: Mein Haus, meine Planung, vier Kooperationspartner


Das ist mein eigenes Haus. Ich habe jeden Tag mit auf dem Gerüst gestanden und die Anlage mitgeplant, zusammen mit Janosch vom Planungsbüro Dein Energiepartner im Vier-Augen-Prinzip. Die vier Hersteller, die du gleich siehst, sind Kooperationspartner. Deshalb enthält das Video Werbung.


Die Module: Glas-Glas, Back-Contact, full black


Das Modul erzeugt die Energie, deshalb war mir die Auswahl besonders wichtig. Ich habe mich für Solyco entschieden, ein Glas-Glas-Modul mit 485 Watt. Es wiegt 24 kg, ist also etwas schwerer, dafür hagelbeständig bis 30 mm Hagelkorn dank 2 mm gehärtetem Glas.


Das Modul ist Engineered in Germany, von einer deutschen Firma mit 30 Jahren Erfahrung. Und es ist full black, weil man das Flachdach aus dem Fenster sieht.


Die Back-Contact-Technik legt die ganze Zellverschaltung auf die Rückseite. Das sieht nicht nur ruhig aus, vorne kann auch alles einfallende Licht genutzt werden. Der Wirkungsgrad liegt bei über 23 %. Solyco garantiert nach 30 Jahren noch über 88 % der Ursprungsleistung.


Flachdach ohne Durchdringung: 144 kg Ballast reichen


Unser Flachdach ist neu und mit einer EPDM-Bahn gedeckt. Durchbohren kam nicht infrage. Die Anlage wird also nur von ihrem eigenen Gewicht gehalten: Auf 28 Modulen liegen ganze 18 Gehwegplatten.


Klingt nach einer Anlage, die beim ersten Herbststurm im Nachbargarten landet? Wir haben die Unterkonstruktion CompactFlat SN2 von Aerocompact gewählt. Die langen Schienen verteilen die Last gut, und nach der Berechnung von Aerocompact brauchten wir kaum Ballast. Weil alles Ost-West ausgerichtet ist, gibt es kaum Windangriffsfläche.


Unter den Schienen sitzt Filz. So brauchten wir keine Bautenschutzmatten, die ich persönlich einfach stinkig finde, vor allem wenn die Sonne draufscheint.


Solarträgerpfannen statt Dachhaken auf den Gauben


Auf den Gauben haben wir statt Dachhaken Solarträgerpfannen von Jacobi aus Blech genommen. Sie fügen sich optisch gut in unsere Tonpfannen ein, werden verschraubt, und darauf kommt eine Universalhalterung für die Unterkonstruktion.


Für mich hat das drei Vorteile: die Optik, die bessere Lastverteilung (man braucht weniger Pfannen) und dass keine Ziegel ausgeklinkt werden müssen.


Einen Haken gibt es: Unter die Pfannen muss eine Bohle geschraubt werden. Idealerweise denkst du schon bei der Neueindeckung daran. Nachträglich geht es auch, dann muss aber ein Teil des Dachs wieder abgedeckt werden. Außerdem kostet so eine Pfanne deutlich mehr als eine normale Tonpfanne. Kosten und Nutzen musst du für dein Dach abwägen.


Wechselrichter und Speicher: SolarEdge Nexis


Herzstück ist das Nexis-System von SolarEdge. Der Wechselrichter ist auf 20 kW eingestellt und darf zu 200 % überbelegt werden. Du kannst also bis zu 40 kWp anschließen, bei Ost-West zum Beispiel 20 kWp pro Seite. Wer kleiner baut, stellt ihn auf 8 oder 15 kW ein. Im Backup-Modus kann er trotzdem auf 20 kW laufen, weil er im Inselbetrieb nichts ins Netz einspeist.


Dass der Wechselrichter separat hängt und nicht im Speicher integriert ist, finde ich gut. Wechselrichter werden warm, und Batterien mögen Wärme nicht. Darüber habe ich ausführlich mit Dr. Johannes Weniger gesprochen: Wärme verkürzt die Lebensdauer.


Das System ist nach IP65 auch für draußen freigegeben. Dort bekommen die Batterien aber Sonne im Sommer und Kälte im Winter ab. Für die Zellchemie sind solche Schwankungen nicht ideal. Mein Rat: Wenn möglich, den Speicher bei konstanten Temperaturen aufstellen.


PV-Anlage mit Speicher: Warum 19,6 kWh bei 4.000 kWh Verbrauch?


Kurz die Rechnung: 4.000 kWh im Jahr sind ungefähr 11 kWh pro Tag. Der Speicher fasst 19,6 kWh, also fast den doppelten Tagesbedarf, in einem Haus, das aktuell noch relativ wenig verbraucht.


Bei unserem Verbrauchsprofil reicht das erst einmal. Und falls wir später mehr brauchen, habe ich extra auf ein System geachtet, das sich jederzeit erweitern lässt:


Merkmal

Nexis-Speicher

Kapazität pro Modul

4,9 kWh

Mein Turm (4 Module)

19,6 kWh

Maximal (4 Türme)

fast 80 kWh

Lade- und Entladeleistung pro Modul

3,5 kW

Meine Lade- und Entladeleistung

14 kW


Clever gelöst: Bei niedriger Last, etwa 300 Watt in der Nacht, entlädt das System nur einen Block. Die anderen bleiben im Standby, das verbessert die Effizienz. Das Batteriemanagement wechselt die Blöcke durch, damit alle gleich genutzt werden.


Optimierer an jedem Modul: Was bringt der Aufpreis?


Teurer wird es an einer anderen Stelle: An jedem der 51 Module hängt ein Optimierer. Das ist ein Aufpreis pro Modul und ein zusätzliches Bauteil auf dem Dach, das theoretisch kaputtgehen kann.


Dafür sehe ich in der App jedes Modul einzeln: 9 auf der Nordgaube, 14 auf der Südgaube und 28 Ost-West auf dem Flachdach. So erkenne ich sofort, ob ein Modul defekt ist. Und ich kann dir künftig zeigen, wie groß der Unterschied zwischen Nord- und Südseite ist und was der Schornstein-Schatten ausmacht.


Am ersten Tag kamen in wenigen Stunden 10,3 kWh zusammen, mit 100 % Autarkie aus Sonne und Batterie.


§ 14a: Was dein Elektriker vorbereiten muss


Nach § 14a darf dein Netzbetreiber steuerbare Geräte drosseln. Florian, Elektromeister bei Energiewelt Friesen, hat die komplette Elektrik gemacht. Er erklärt, dass es zwei Wege gibt: über digitale Eingänge mit einem Relais, dann weiß das Gerät zum Beispiel, dass auf 4,2 kW gedrosselt wird. Oder übers Netzwerk per EEBus.


Für den Netzwerkweg reicht es, die Anlage per Netzwerkkabel mit dem Hausnetzwerk zu verbinden. Dann ist sie vorbereitet und muss nur noch im System aktiviert werden.


Woran du einen guten Fachbetrieb erkennst


Janosch nennt drei Punkte: Meister im Betrieb (Dachdecker und Elektro), keine Subunternehmer und keine Vorkasse. Bezahlt wird in Schritten, immer nach erbrachter Leistung.


Full Backup: Das ganze Haus läuft weiter


Die Backup-Box sitzt nahe am Hauptzählerschrank und sichert das ganze Haus auf allen drei Phasen mit 63 Ampere ab. Bei Stromausfall können wir das E-Auto laden, ganz normal weiterleben und künftig auch eine Wärmepumpe betreiben.


Unterbrechungsfrei ist das nicht. Im Test habe ich das Haus am Zählerschrank vom Netz getrennt: ein Klacken, kurz Pause, dann war das Licht wieder an. Für uns ist das okay, weil wir nichts Sensibles betreiben. So merke ich den Ausfall und lade das Auto bei einem längeren Ausfall vielleicht nicht voll. Bei einem echten Ausfall schaltet das System automatisch um.


Ob Backup wichtig ist, ist individuell. Aber ohne Backup ist bei Stromausfall alles aus, weil der Wechselrichter netzgeführt ist, egal wie schön die Sonne scheint.


Für wen dieses System das falsche ist


Für drei Gruppen passt es nicht.


Erstens: Du verbrauchst unter 3.000 kWh im Jahr und planst weder Wärmepumpe noch E-Auto. Dann rechnen sich weder 24,7 kWp noch 19,6 kWh Speicher. Ein Balkonkraftwerk oder eine kleine Mini-PV ist dann die ehrlichere Empfehlung.


Zweitens: Dein Dach ist alt. Prüfe es genau und saniere im Zweifel zuerst. Eine Anlage wieder abzubauen, um das Dach zu machen, ist der teuerste Weg.


Drittens: Du willst kein Full Backup. Dann schau dir die Zusatzkosten für das Backup-Interface und die Arbeiten am Zählerschrank genau an und streich die Position notfalls aus dem Angebot.


Fazit: Eine PV-Anlage mit Speicher, die mitwachsen kann


Meine neue Anlage ist dreimal so groß wie die im alten Haus. Entscheidend war für mich nicht die maximale Größe, sondern dass alles zusammenpasst: robuste Module, ein Dach ohne Löcher, ein Speicher, der erweiterbar ist, Transparenz auf Modulebene und ein Backup für das ganze Haus. Nicht jede dieser Entscheidungen passt für jedes Haus.


Wenn du deine eigene Anlage planst: Die Speicher-Checkliste und „Was darf eine PV-Anlage kosten?“ findest du kostenlos auf meiner Wissensplattform.


Häufige Fragen


Warum ist der Speicher fast doppelt so groß wie der Tagesverbrauch?


Das Haus verbraucht rund 4.000 kWh im Jahr, also etwa 11 kWh pro Tag. Für unser Verbrauchsprofil reichen 19,6 kWh erst einmal, und das System lässt sich bis fast 80 kWh erweitern.


Hält eine Flachdach-Anlage ohne Bohren wirklich?


Bei uns tragen lange Schienen von Aerocompact die Last, die Module sind Ost-West ausgerichtet und bieten kaum Windangriffsfläche. Laut Berechnung reichten 144 kg Ballast für 28 Module.


Warum ein separater Wechselrichter statt All-in-One?


Wechselrichter werden warm, Batterien mögen keine Wärme. Getrennt bleibt der Speicher kühler, was seiner Lebensdauer guttut.


Läuft beim Stromausfall wirklich alles weiter?


Ja, das ganze Haus auf drei Phasen mit 63 Ampere, allerdings nicht unterbrechungsfrei. Nach einem kurzen Moment ist der Strom wieder da.


So bekommst du deine Beratung und dein unverbindliches Photovoltaik-Angebot


Du willst eine PV-Anlage mit Speicher, die zu deinem Haus und deinen Plänen passt? Über mein Netzwerk kannst du unverbindlich ein Angebot anfordern, ohne Verkaufsdruck. Die Fachbetriebe aus dem Netzwerk beraten dich und erstellen dir ein Angebot für deine Situation.



Sonnige Grüße, Nils

Photovoltaik
Angebote

Erhalte individuelle & unverbindliche Angebote von zuverlässigen Partnern aus meinem Netzwerk.

Wissens-
plattform

Fundiertes Wissen zu Photovoltaik und Wärmepumpe – inklusive Checklisten, Leitfäden und strukturierter Entscheidungsgrundlagen.

bottom of page
PV-Angebot anfordern