Warum Photovoltaik 2026 teurer wird – und was das für deine Planung bedeutet
- 20. Jan.
- 4 Min. Lesezeit
Photovoltaikanlagen werden 2026 teurer – und kaum jemand spricht darüber. Der Grund ist klar: Die chinesische Regierung streicht Vergünstigungen auf PV-Exporte, was die globalen Modulpreise nach oben treiben wird. Ich habe die Entwicklungen am Markt genau beobachtet und erkläre, warum ein Preisanstieg von etwa 10 % so gut wie sicher ist und was das für deine Planungen bedeutet.
Die Nachricht kam im Spätherbst 2025: China reduziert die Exportsteuerrückerstattung auf Photovoltaikmodule von 13 % auf 9 %, effektiv ab Anfang 2026. Das klingt technisch, hat aber direkte Auswirkungen auf die Preise, die europäische Installateure und ihre Kunden zahlen. Da chinesische Hersteller mehr als 80 % der weltweiten Solarmodulproduktion kontrollieren, ist dieser Effekt nicht zu ignorieren.
Meine Botschaft: Wer 2026 eine PV-Anlage plant, sollte jetzt handeln – nicht aus Panik, sondern weil die Zahlen klar zeigen, dass Warten teurer wird.
Das komplette Video ansehen
Warum streicht China die Exportvergünstigungen für Solarmodule?
China hat seine Solarindustrie jahrelang massiv subventioniert – mit direkten Zuschüssen, günstiger Energie und Rückerstattung der Mehrwertsteuer auf Exporte (sogenannte Exportsteuerrückerstattung). Das hat chinesische Modulpreise künstlich niedrig gehalten und den weltweiten Preisverfall der vergangenen Jahre beschleunigt.
Jetzt zieht Peking die Bremse: Die Rückerstattung wird von 13 % auf 9 % gekürzt. Das bedeutet, dass chinesische Hersteller effektiv 4 % mehr an den chinesischen Fiskus abführen müssen – Kosten, die sie entweder selbst tragen oder an ihre Kunden weitergeben. In einer Industrie mit extrem niedrigen Margen wird ein Großteil dieser Kosten weitergegeben.
Wie stark steigen die Preise für Solarmodule und Speicher 2026?
Meine Einschätzung: Die Modulpreise werden 2026 um 8 bis 15 % steigen. Für eine typische 10-kWp-Anlage bedeutet das einen Mehrpreis von 400 bis 800 Euro allein bei den Modulen. Da Speicher ebenfalls zu einem erheblichen Teil aus China importiert werden, sind auch dort Preissteigerungen von 5 bis 10 % wahrscheinlich.
Installateure, die ihre Lager noch mit Günstigware aus 2024 aufgefüllt haben, können kurzfristig noch alte Preise halten. Aber spätestens im zweiten Quartal 2026 wird sich der Preisanstieg in den meisten Angeboten widerspiegeln.
Welche PV-Komponenten sind am stärksten vom Preisanstieg betroffen?
Komponente | Herkunft | Geschätzter Preisanstieg 2026 |
Solarmodule (chin. Tier 1) | China | +8 bis +15 % |
Batteriespeicher | China/Südkorea | +5 bis +10 % |
Wechselrichter (chin. Marken) | China | +5 bis +10 % |
Europäische Wechselrichter (Fronius, SMA) | Europa | kaum betroffen |
Installation & Montage | lokal | +0 bis +5 % (Lohnkosten) |
Was bedeutet der Preisanstieg konkret für eine 10-kWp-Anlage?
Rechnen wir konkret: Eine 10-kWp-Anlage kostet Ende 2025 etwa 12.000 Euro. Ein Preisanstieg von 10 % entspricht 1.200 Euro Mehrkosten. Dazu kommen entgangene Solarerträge: Bei 1.500 kWh/kWp Jahresertrag und 32 Cent Eigenverbrauchswert sind das 4.800 Euro pro Jahr an Einsparungen – jedes Jahr Warten kostet also nicht nur den Preisanstieg, sondern auch den entgangenen Solargewinn.
Konkret: Wer den Kauf um ein Jahr verzögert, zahlt ca. 1.200 Euro mehr für die Anlage und verpasst ca. 4.800 Euro Einsparung – macht zusammen rund 6.000 Euro Opportunitätskosten. Bei steigenden Strompreisen ist dieser Betrag noch höher.
Gibt es Möglichkeiten, dem Preisanstieg zu entgehen?
Ja, es gibt Strategien. Erstens: Jetzt Angebote einholen und vergleichen. Viele Installateure bieten Festpreisgarantien für Aufträge, die sofort abgeschlossen werden. Zweitens: Europäische Wechselrichter (Fronius, SMA) sind vom chinesischen Exporteffekt kaum betroffen – hier kann man preissicherer planen. Drittens: Bei Speichern auf bereits in Europa eingelagerte Bestände setzen.
Meine persönliche Empfehlung: Hole jetzt drei Angebote ein und lass dir Preisgarantien für mindestens drei Monate geben. Wer bis Mitte 2026 wartet, wird mit deutlich höheren Preisen konfrontiert sein.
Fazit:
Der Preisanstieg bei Photovoltaikanlagen 2026 ist kein Mediengespenst, sondern eine greifbare wirtschaftliche Realität. Chinas Rückzug aus den Exportsubventionen trifft die gesamte internationale PV-Lieferkette. Wer 2026 plant, zu kaufen, sollte nicht warten: Jetzt handeln, Angebote sichern und von noch stabilen Preisen profitieren. Der Aufwand ist gering – der Nutzen ist erheblich.
Häufige Fragen
Warum werden PV-Anlagen 2026 teurer?
China kürzt die Exportsteuerrückerstattung auf Solarmodule von 13 % auf 9 %. Da chinesische Hersteller über 80 % der Weltproduktion kontrollieren, verteuert sich der Import für europäische Installateure und letztlich auch für Endkunden.
Um wie viel Prozent steigen die PV-Preise 2026?
Ich schätze einen Anstieg von 8 bis 15 % bei Solarmodulen und 5 bis 10 % bei Speichern. Bei einer 10-kWp-Anlage bedeutet das 800 bis 1.500 Euro Mehrkosten. Kurzfristig können Installateure noch alte Lagerpreise halten, aber ab Q2 2026 wird der Anstieg spürbar.
Sind europäische Solarmodule von dem Preisanstieg betroffen?
Nein – europäische Hersteller wie Meyer Burger produzieren unabhängig von chinesischen Exportpolitiken. Allerdings sind europäische Module bereits teurer, sodass der relative Preisunterschied zu China sinken und europäische Module attraktiver werden könnten.
Soll ich jetzt sofort kaufen oder noch warten?
Wer 2026 eine PV-Anlage kaufen möchte, sollte jetzt Angebote einholen und sich Preise sichern. Jedes Quartal Warten bedeutet höhere Anlagenpreise und entgangene Solarerträge. Ein Festpreisauftrag mit vereinbartem Installationstermin ist die beste Strategie.
Werden die Preise nach 2026 wieder sinken?
Mittelfristig ist ein weiteres Absinken nicht wahrscheinlich – die Phase des drastischen Preisverfalls ist vorbei. Langfristig könnten technologische Fortschritte (Perovskite, Tandemzellen) neue Preisrückfänge bringen, aber das ist eher eine 5–10-Jahres-Perspektive.

