Photovoltaik planen: Wie du mit einer PV-Anlage wirklich Strom sparst
- 7. Apr.
- 4 Min. Lesezeit
Photovoltaik planen klingt kompliziert – ist es aber nicht, wenn man es strukturiert angeht. Ich habe in meinem eigenen Projekt 11.000 kWh Jahresstromverbrauch, eine PV-Anlage und einen Speicher miteinander kombiniert. Das Ergebnis: 37,8 % Autarkie und 1.162 € Stromkostenersparnis im ersten Jahr. In diesem Beitrag zeige ich dir, wie du dein eigenes PV-Projekt Schritt für Schritt planst – von der Verbrauchsanalyse bis zur Wirtschaftlichkeitsrechnung.
Das komplette Video zur PV-Planung ansehen: https://www.youtube.com/watch?v=1DdkiGl1l20
Wie hoch ist mein Stromverbrauch – und warum ist das der erste Schritt?
Alles beginnt mit dem Jahresstromverbrauch. Wer ihn nicht kennt, plant ins Blaue. Bei mir waren es 11.000 kWh pro Jahr – deutlich über dem deutschen Durchschnitt (ca. 3.500 kWh), weil wir ein größeres Haus mit Durchlauferhitzer und mehreren Verbrauchern haben. Den Wert findest du auf deiner letzten Jahresabrechnung vom Stromanbieter.
Wichtig: Schau dir nicht nur den Gesamtverbrauch an, sondern auch das Lastprofil. Wann verbrauchst du viel Strom? Tagsmüber oder abends? Wer viel tagsmüber zuhause ist oder eine Wärmepumpe, E-Auto oder Wallbox hat, profitiert deutlich mehr von PV als jemand, der morgens das Haus verlässt und abends wiederkommt.
Wie groß soll die PV-Anlage sein – was ist die richtige Dimensionierung?
Die Faustregel: Dachfläche voll belegen, sofern möglich. Je größer die Anlage, desto mehr Eigenverbrauch und desto mehr Einspeisung (und damit Einspeisevergütung). Ich habe mich für eine Anlage entschieden, die meinen gesamten Verbrauch von 11.000 kWh übersteigt – der Überschuss geht ins Netz.
Faustformel für die Anlagengröße: 1 kWp erzeugt in Deutschland im Schnitt ca. 950–1.050 kWh pro Jahr (je nach Standort und Ausrichtung). Wer 5.000 kWh selbst verbraucht, benötigt also mindestens 5 kWp – mit Speicher kann man noch mehr herausquetschen.
Lohnt sich ein Batteriespeicher – und wie groß soll er sein?
Ein Speicher ist keine Pflicht, aber er erhöht die Autarkie erheblich. Ich habe einen Speicher mit 23 kWh nutzbarer Kapazität im Keller – das ist für mein Verbrauchsprofil passend. Wer nur 4.000 kWh im Jahr verbraucht, braucht keinen 23-kWh-Speicher.
Richtwert: Der Speicher sollte in etwa dem täglichen Abendverbrauch entsprechen. Wer abends 8–10 kWh verbraucht, ist mit einem 10-kWh-Speicher gut bedient. Größere Speicher machen nur Sinn, wenn auch über mehrere Tage Schlechtwetter überbrückt werden soll oder eine Wärmepumpe oder E-Auto im Spiel ist.
Was bedeutet Autarkie – und welchen Wert kann ich realistisch erwarten?
Autarkie bedeutet: Welchen Anteil meines Stromverbrauchs decke ich selbst ab? Bei mir waren es im ersten Jahr 37,8 %. Das klingt erstmal wenig, aber: Das entspricht 1.162 € weniger Stromrechnung. Mit einem Strompreis von 30 Cent/kWh würen das knapp 3.873 kWh Eigenverbrauch.
Realistisch erreichbare Autarkiewerte: Ohne Speicher ca. 20–30 %, mit Speicher 40–70 %, mit zusätzlichem E-Auto oder Wärmepumpe kann die Autarkie auf über 70 % steigen. 100 % Autarkie ist im deutschen Klima sehr schwer zu erreichen – die langen Wintermonate sind das Problem.
Wie berechne ich die Wirtschaftlichkeit meiner PV-Anlage?
Die Wirtschaftlichkeit hängt von drei Faktoren ab: Eigenverbrauchsersparnis, Einspeisevergütung und Anschaffungskosten. Bei mir läuft die Rechnung so: 1.162 € Eigenverbrauchsersparnis plus Einspeisevergütung für den eingespeisten Überschuss ergibt die jährliche Gesamtrendite. Geteilt durch die Investitionskosten ergibt sich die Amortisationszeit.
Typisch sind heute Amortisationszeiten von 8 bis 12 Jahren für eine Anlage, die 20–25 Jahre hält. Die ersten 10+ Jahre nach Amortisation sind damit fast reiner Gewinn.
Planungsschritt | Was zu tun ist | Eigene Zahlen |
1. Verbrauch ermitteln | Jahresabrechnung heraussuchen | 11.000 kWh / Jahr |
2. Anlagengröße wählen | Dachfläche voll ausnutzen | So groß wie möglich |
3. Speicher dimensionieren | Tägl. Abendverbrauch als Richtwert | 23 kWh Speicher |
4. Autarkie berechnen | Simulationstool oder Anbieterrechner nutzen | 37,8 % im ersten Jahr |
5. Wirtschaftlichkeit prüfen | Eigenverbrauch + Einspeisung vs. Kosten | 1.162 € Ersparnis Jahr 1 |
Fazit: Photovoltaik planen
PV-Planung ist kein Hexenwerk. Die fünf Schritte – Verbrauch messen, Anlage dimensionieren, Speicher planen, Autarkie berechnen, Wirtschaftlichkeit prüfen – geben dir das nötige Fundament. Wer strukturiert vorgeht, landet bei Zahlen, die für sich sprechen: 37,8 % Autarkie und über 1.000 € weniger Stromrechnung im Jahr 1 sind ein realistisches Ergebnis.
Häufige Fragen
Wie viel Strom erzeugt 1 kWp PV in Deutschland?
Im Schnitt 950 bis 1.050 kWh pro Jahr – je nach Standort, Ausrichtung und Neigungswinkel. Süddeutschland liegt höher (bis 1.200 kWh/kWp), Norddeutschland etwas darunter.
Brauche ich einen Speicher für eine PV-Anlage?
Nein, ein Speicher ist keine Pflicht. Ohne Speicher ist die Autarkie niedriger (20–30 %), aber die Amortisationszeit kürzer. Ein Speicher macht erst richtig Sinn, wenn du abends und nachts viel Strom verbrauchst oder eine Wärmepumpe / ein E-Auto hast.
Welche Autarkie ist mit PV realistisch erreichbar?
Mit Speicher 40–60 %, mit zusätzlicher Wärmepumpe oder E-Auto bis 70 %. Wer 100 % anstrebt, müsste sehr große Speicher und eine stark überdimensionierte Anlage einplanen – das rechnet sich selten.
Wann amortisiert sich eine PV-Anlage?
Typisch sind 8 bis 12 Jahre. Nach Amortisation läuft die Anlage noch 10 bis 15 Jahre mit quasi kostenlosem Strom. Das macht PV zu einer der rentabelsten Investitionen im Gebäudebereich.
Wie finde ich einen guten PV-Installateur?
Mehrere Angebote einholen und vergleichen. Auf Erfahrung, Referenzen und Markenzertifizierungen achten. Wer ein unabhängiges Angebot möchte, kann über unsere Plattform auf sonnefreihaus.de mehrere lokale Installateure gleichzeitig anfragen.

