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Photovoltaik auf dem Norddach: Lohnt sich das wirklich?

  • 21. Sept. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Photovoltaik auf dem Norddach gilt als No-Go – doch stimmt das wirklich? Ich habe die Zahlen für verschiedene Ausrichtungen verglichen und zeige dir, wann sich PV auf der Nordseite dennoch rechnet und worauf du unbedingt achten musst.


Viele Hausbesitzer haben kein perfektes Süddach zur Verfügung. Ost-West-Aufteilung, ein Norddach oder eine Mischkombination sind der Normalfall. Die gute Nachricht: Ein Norddach ist schlechter als Süd, aber nicht so schlecht, dass es sich grundlos ausschließen lässt. Es kommt auf den Einzelfall an.


Das komplette Video ansehen:

Photovoltaik auf Norddach – lohnt sich mehr, als du denkst!


Wie viel weniger Ertrag liefert eine PV-Anlage auf dem Norddach?

Ein Norddach erzeugt in Deutschland je nach Neigung und Standort etwa 50–70 % des Ertrags einer optimal ausgerichteten Süddachanlage. Bei einem 30° geneigten Norddach in Mitteldeutschland sind das ca. 600–750 kWh pro kWp und Jahr – gegenüber 950–1.050 kWh bei Süddüdausrichtung. Das klingt wenig, ist aber bei niedrigeren Modulpreisen und gutem Eigenverbrauch oft noch wirtschaftlich.


Wann lohnt sich Photovoltaik auf dem Norddach trotzdem?

Photovoltaik auf dem Norddach lohnt sich vor allem dann, wenn kein Süd- oder Ostwestdach verfügbar ist und der Eigenverbrauch hoch ist. Bei mir hat die Berechnung für ein Norddach-Szenario ergeben: Wer viel Strom tagsüber selbst verbraucht (Home-Office, Wärmepumpe, E-Auto), kommt auch mit Norddach auf eine akzeptable Rendite. Der Trick ist ein niedriger Anschaffungspreis und möglichst viele Module.


Wie groß muss eine Norddach-PV-Anlage sein, um den Eigenverbrauch zu decken?

Um den gleichen Jahresertrag wie eine kleinere Süddachanlage zu erreichen, muss eine Norddachanlage etwa 30–40 % größer dimensioniert werden. Konkret: Für 5.000 kWh Jahresertrag auf dem Süddach brauche ich ca. 5 kWp, auf dem Norddach eher 7–8 kWp. Das Dach muss entsprechend Platz bieten.


Ertragsvergleich nach Ausrichtung (Norddeutschland, 30° Neigung, ca.):


Ausrichtung

Ertrag kWh/kWp/Jahr

% von Süd

Süd (optimal)

950–1.050

100 %

Ost/West

750–850

ca. 80 %

Nord (30°)

600–750

ca. 65 %

Nord (flach, 10°)

700–800

ca. 75 %


Was kostet eine Norddach-PV-Anlage im Vergleich?

Die Installationskosten sind ähnlich wie bei einer Süddachanlage. Da man aber mehr kWp braucht, steigen die Gesamtkosten. Gleichzeitig sind die Modulkosten in den letzten Jahren stark gesunken, sodass mehr Module keine so große Bürde mehr sind. Meine Empfehlung: Lass dir ein konkretes Angebot mit Ertragsberechnung erstellen und rechne die Amortisation durch.


Welche Neigung ist optimal für ein Norddach?

Interessanterweise ist beim Norddach eine flachere Neigung oft besser als eine steile. Bei 10–20° Neigung trifft das diffuse Licht aus dem Himmel besser auf die Module als bei 30–45°. Ich habe dazu konkrete Messdaten verglichen: Norddach mit 10° Neigung erreicht fast 75 % des Süddach-Ertrags – besser als die meisten erwarten.


Fazit:

Photovoltaik auf dem Norddach ist kein Garant für schlechte Wirtschaftlichkeit. Mit einer flachen Neigung, genügend Fläche und hohem Eigenverbrauch kann sich eine Norddachanlage durchaus rechnen. Meine Empfehlung: Nicht vorschnell ausschließen, sondern die individuelle Wirtschaftlichkeit mit einem konkreten Angebot prüfen lassen. Es lohnt sich öfter als gedacht.


Häufige Fragen

Lohnt sich Photovoltaik auf dem Norddach?

Ja, unter bestimmten Bedingungen. Ein Norddach mit flacher Neigung, großer Fläche und hohem Eigenverbrauch kann wirtschaftlich sein. Die Amortisation dauert länger als beim Süddach, ist aber oft trotzdem positiv.

Wie viel weniger Ertrag hat ein Norddach gegenüber Süd?

Je nach Neigung ca. 25–50 % weniger. Bei flacher Neigung (10–20°) ist der Verlust geringer als bei steiler Neigung (30–45°).

Welche Ausrichtung ist für PV am besten, wenn kein Süddach vorhanden ist?

Ost-West-Dacher sind die beste Alternative zum Süddach: Sie erzielen ca. 80 % des Süddach-Ertrags und verteilen die Produktion gleichmäßiger über den Tag. Das passt gut zum Eigenverbrauchsprofil.

Kann ich Module auf dem Norddach flacher montieren, um mehr Ertrag zu bekommen?

Ja! Gerade bei Flachdachaufständerungen oder Modulen, die etwas flacher als das Dach liegen, lässt sich der Ertrag auf einem Norddach spürbar steigern. Mit 10–15° Neigung kommt man oft besser weg als mit 30°.


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