Lohnt sich eine Photovoltaik Anlage? Konkrete Rechnung am Beispiel von Elke
- 28. Juli 2024
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 4 Tagen
Ich rechne konkret durch, ob sich eine Photovoltaikanlage für Elke lohnt. Anhand ihres echten Angebots und Verbrauchsprofils zeige ich Schritt für Schritt die Amortisationsberechnung – inklusive Excel-Vorlage, die du selbst nutzen kannst.
Wie rechnet man die Amortisation einer PV-Anlage?
Die Amortisationszeit ergibt sich aus den jährlichen Einsparungen geteilt durch die Investitionskosten. Die jährliche Einsparung setzt sich zusammen aus: eigenverbrauchter Solarstrom (gesparter Netzbezug) plus Einspeisevergütung minus jährlicher Betriebskosten (Versicherung, Wartung ca. 100–150 Euro). Bei Elkes konkretem Angebot: 22.000 Euro für 10 kWp mit 10-kWh-Speicher, Jahresverbrauch 5.200 kWh, Strompreis 0,30 Euro/kWh.
Wie viel Strom kann Elke selbst verbrauchen?
Eine 10-kWp-Anlage erzeugt in Deutschland im Jahr rund 9.500–10.000 kWh. Mit einem 10-kWh-Speicher und einem Jahresverbrauch von 5.200 kWh ergibt sich eine Eigenverbrauchsquote von rund 70 %. Das heißt: Elke verbraucht 3.640 kWh selbst aus der eigenen Anlage und spart damit 3.640 × 0,30 = 1.092 Euro jährlich. Die verbleibenden 6.360 kWh Jahresertrag werden eingespeist: 6.360 × 0,082 = 522 Euro Einspeisevergütung.
Wie lange dauert die Amortisation bei Elkes PV-Anlage?
Ich berechne: Einnahmen/Einsparungen: 1.092 + 522 = 1.614 Euro/Jahr. Abzgl. Betriebskosten 120 Euro = 1.494 Euro Netto-Jahresvorteil. Amortisation: 22.000 / 1.494 = 14,7 Jahre. Das liegt im guten Bereich für eine Anlage mit 10-kWh-Speicher. Ohne Speicher (Kosten dann ca. 15.000 Euro) wäre die Amortisation bei 10 Jahren – aber dann sinkt die Eigenverbrauchsquote auf ca. 35 %.
Welche Faktoren verbessern die Rendite einer PV-Anlage?
Steigende Strompreise verbessern die Rendite: Bei jährlicher Preissteigerung von 3 % verkrzen sich die Amortisationszeit auf rund 12 Jahre. Eigenverbrauchsoptimierung durch smarte Steuerung (Waschmaschine, Spülmaschine auf Sonnenstunden terminieren) kann die Eigenverbrauchsquote auf 80 % steigern. Ein E-Auto oder eine Wärmepumpe zusätzlich erhöht den Eigenverbrauch nochmals erheblich.
Lohnt sich der Speicher bei Elkes PV-Anlage?
Der 10-kWh-Speicher kostet in Elkes Angebot etwa 8.000 Euro. Er erhöht die Eigenverbrauchsquote von 35 % auf 70 % – das sind 1.820 kWh mehr Eigenverbrauch jährlich. Bei 0,30 Euro/kWh spart das 546 Euro extra im Jahr. Die Amortisation des Speichers allein: 8.000 / 546 = 14,6 Jahre. Das ist lang, aber mit steigenden Strompreisen und längerer Garantielaufzeit (oft 10 Jahre) immer noch vertretbar.
Welche Fehler macht man bei der PV-Kalkulation häufig?
Typische Fehler: Zu hohe Ertragsannahmen (900 kWh/kWp bei suboptimaler Ausrichtung statt 700). Keine Berücksichtigung von Degradation (0,3–0,5 % pro Jahr weniger Leistung). Vergessen der jährlichen Betriebskosten. Zu geringe Eigenkapitalrendite als Vergleichsgröße ansetzen. Ich empfehle meine Excel-Vorlage aus dem Video: Sie berücksichtigt alle diese Faktoren und lässt sich auf jede Angebotssituation anpassen.
Elkes PV-Anlage: Rechenergebnisse im Überblick
Position | Wert |
Anlage (10 kWp + 10 kWh) | 22.000 Euro |
Jahresertrag | ca. 9.700 kWh |
Eigenverbrauch | 70 % = 3.640 kWh |
Netto-Jahresvorteil | 1.494 Euro/Jahr |
Amortisation | ca. 14–15 Jahre |
Fazit: Lohnt sich die PV-Anlage für Elke?
Meine Einschätzung: Ja, Elkes Anlage rechnet sich – in 14–15 Jahren ist die Investition zurück, dann folgen rund 10 Jahre fast kostenloser Strom. Mit steigenden Strompreisen beschleunigt sich das. Wer ähnliche Rahmenbedingungen hat, sollte das Angebot ernsthaft prüfen.
FAQ – Häufige Fragen zur PV-Wirtschaftlichkeitsrechnung
Wie berechne ich meine Eigenverbrauchsquote?
Eigenverbrauchsquote = selbst verbrauchter Solarstrom geteilt durch den gesamten Solarertrag. Ohne Speicher liegt sie typischerweise bei 30–40 %, mit Speicher bei 60–80 % – je nach Verbrauchsprofil und Speichergröße.
Was ist die aktuelle Einspeisevergütung 2024?
Für neue Anlagen bis 10 kWp beträgt die Einspeisevergütung 2024 rund 8,2 Cent je kWh, für 10–40 kWp rund 7,1 Cent. Die Vergütung ist für 20 Jahre fest.
Was kostet eine PV-Anlage pro kWp aktuell?
Typische Gesamtkosten für eine 10-kWp-Anlage ohne Speicher liegen 2024 bei 12.000–15.000 Euro. Mit 10-kWh-Speicher 18.000–25.000 Euro je nach Region, Dachkomplexität und Wechselrichtertyp.
Wie lange halten die Solarmodule?
Hersteller garantieren meist 80 % Restleistung nach 25–30 Jahren. In der Praxis halten Module oft 30–40 Jahre. Die Degradation beträgt typischerweise 0,3–0,5 % Leistungsverlust pro Jahr.





