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Einspeisevergütung 2027: Der Stichtag, der über tausende Euro entscheidet

21. Juli
5 Min. Lesezeit

„Die Einspeisevergütung wird abgeschafft" – diese Schlagzeile macht gerade vielen Angst. Der Reflex ist entweder Panik („jetzt noch ganz schnell kaufen") oder Resignation („dann lohnt sich Solar eben nicht mehr"). Beides ist beim Thema Einspeisevergütung 2027 der falsche Schluss.


Was da geplant wird, ist nicht der Kahlschlag, als der es verkauft wird. Aber es gibt einen Stichtag, der wirklich über Geld entscheidet – und wer den verpasst, den kann das über 20 Jahre einige tausend Euro kosten.


Ich bewerte hier keine Politik. Ich schaue mit dir auf die Zahlen und darauf, was das für deinen Geldbeutel bedeuten kann. Ganz ohne Panikmache.


Einspeisevergütung 2027: Der Stichtag, der über tausende Euro entscheidet



Wichtig vorweg: Es ist ein Referentenentwurf


Damit wir ehrlich bleiben: Das Ganze ist bislang ein Referentenentwurf aus dem Wirtschaftsministerium, also ein Vorschlag. Beschlossen ist nichts. Es muss noch durch Kabinett, Bundestag und Bundesrat. Das dauert – und kann sich durchaus noch ändern. Ich beschreibe hier den Stand zum Zeitpunkt des Videos.


Wird die Einspeisevergütung 2027 wirklich abgeschafft?


Nein. Die befürchtete Komplettstreichung ist nach aktuellem Stand vom Tisch. Statt eines harten Schnitts soll die Förderung schrittweise auslaufen.


Für neue Anlagen auf einem normalen Einfamilienhaus ist es ungefähr so geplant: Wer ab 2027 baut, bekommt zunächst für bis zu 36 Monate eine abgesenkte Einspeisevergütung und danach für einige Jahre einen Bonus für die Direktvermarktung. Die genauen Centbeträge stehen im Entwurf noch nicht fest.


Zur Einordnung, damit wir über dieselben Zahlen reden: Aktuell bekommst du für eingespeisten Strom bei einer Anlage bis 10 kWp rund 7,78 Cent pro Kilowattstunde. Zum 1. August sinkt das wie jedes halbe Jahr minimal.


Und ganz wichtig: Für bestehende Anlagen ändert sich erst einmal gar nichts.


Der Stichtag 31. Dezember 2026


Hier geht es wirklich ums Geld. Jede Anlage, die bis zum 31.12.2026 in Betrieb geht, behält ihre heutige garantierte Einspeisevergütung 20 Jahre lang unverändert – egal, was danach kommt.


Entscheidend ist die tatsächliche Inbetriebnahme, nicht das Bestelldatum. Wer im Dezember bestellt und erst im Januar Strom produziert, fällt bereits unter die neue Regel.


Damit wird aus dem Reflex „schnell kaufen" eine rationale Rechnung: Wenn du ohnehin planst, kann es sich lohnen, die Inbetriebnahme noch in diesem Jahr sicher hinzubekommen. Nicht aus Panik, sondern weil dir diese Garantie über 20 Jahre einen kalkulierbaren Wert sichert.


Die Kehrseite: Kein Grund für ein schlechtes Angebot


Deswegen jetzt überstürzt eine schlecht geplante Anlage aufs Dach zu setzen, wäre der falsche Weg. Ein zu kleiner Speicher, der sich nicht erweitern lässt, oder eine überteuerte Anlage mit „Schnelligkeitsrabatt" frisst den Vorteil sofort wieder auf.


Der Stichtag ist ein Grund, sich jetzt ein gutes Angebot einzuholen – kein Grund für ein schlechtes mit Lockrabatten und Zeitdruck. Wenn dir jemand sagt „bei Entscheidung heute sparst du 500 €", dann sind diese 500 € garantiert vorher eingepreist. Lass dich nicht unter Druck setzen.


Lohnt sich Photovoltaik ohne feste Vergütung noch?


Dazu habe ich mir eine aktuelle Studie im Auftrag des Solarenergie-Fördervereins angeschaut. Die Zahlen zeigen deutlich, was passiert, wenn man es falsch macht.


Szenario

Amortisation

heute, mit Einspeisevergütung

15,6 Jahre

ab 2027, ohne Einspeisung, ohne Speicher

über 30 Jahre

ab 2027, mit 10 kWh Speicher

25 Jahre

ab 2027, Direktvermarktung plus Speicher

rund 24 Jahre


Schon die 15,6 Jahre finde ich persönlich ziemlich lang. Wenn ich zu PV-Anlagen berate, achte ich darauf, dass die Amortisationszeit nach Möglichkeit unter 10 Jahren bleibt. Dafür braucht es ein preislich faires Angebot, ohne bei Komponenten und Montage zu sparen.


Warum die Reform trotzdem nicht das Ende ist


Was das reine Einspeisen angeht, stimmt das Urteil: Das lohnt sich nicht mehr. Der eingespeiste Strom war im Privathaushalt ohnehin nur kurz ein interessantes Geschäft. Bei nicht einmal 8 Cent bringt Einspeisung wenig.


Das echte Geld liegt woanders: im Eigenverbrauch. Jede Kilowattstunde, die du selbst verbrauchst, spart dir Netzstrom für je nach Region rund 30 Cent. Das ist schnell das Vierfache der Einspeisevergütung.


Die Reform verschiebt die PV-Anlage, die sich lohnt, also von „möglichst viel ins Netz schieben" hin zu „möglichst viel selbst nutzen". Wer clever plant – Anlage, passender Speicher und ein gewisser Eigenverbrauch –, für den bleibt Photovoltaik wirtschaftlich. Wer einfach das Dach vollmacht und auf die Einspeiserendite spekuliert, für den sieht es schlecht aus.


Was die Direktvermarktung wirklich bringt


Die Idee klingt modern: Du verkaufst deinen Überschuss über einen Dienstleister an der Strombörse. Rechne aber nach. Die Studie beziffert die Markterlöse auf rund 250 € pro Jahr. Dem stehen etwa 160 € Dienstleisterkosten pro Jahr gegenüber, plus Technik für Zähler und Steuerung.


Unterm Strich bleibt für eine kleine Anlage wenig übrig, und aktuell gibt es für Kleinanlagen wenig attraktive Angebote. Nichts, worauf du heute deine Kaufentscheidung stützen solltest.


Ein anderer Weg: Strom direkt untereinander handeln


Ich sage ehrlich dazu, dass das mein eigenes Projekt ist. Die Idee der Strom-Community ist simpel: Mitglieder handeln ihren Strom direkt untereinander. Du legst deinen Verkaufspreis selbst fest, idealerweise so fair, dass jemand auf der anderen Seite zu diesem Preis plus Netzentgelte und Abgaben zugreift. Es müssen sich immer zwei Mitglieder einigen.


Der Punkt, der direkt zum EEG passt: Weil du den Preis direkt mit einem anderen Mitglied ausmachst, bist du nicht dem Auf und Ab der Strombörse ausgeliefert – auch nicht in Stunden, in denen der Börsenpreis ins Minus rutscht und es für stumpfe Einspeisung ohnehin nichts mehr gibt.


Für wen sich eine PV-Anlage nicht rechnet


Wenn du 2027 oder später ohne Speicher planst und dazu einen niedrigen Eigenverbrauch hast, weil dein Stromverbrauch klein ist, dann wartest du 30 Jahre auf dein Geld. Lass das.


Falls du nicht durch eine Dachsanierung ohnehin gezwungen bist, eine große Anlage zu bauen, kann ein Balkonkraftwerk oder eine Mini-PV die sinnvollere Lösung sein. Und der Stichtag ist definitiv kein Grund, ein überteuertes Schnellschussangebot zu unterschreiben. Ein guter Preis mit sauberer Planung schlägt den Stichtag.


Mein Fazit zur Einspeisevergütung 2027


Wird die Einspeisevergütung abgeschafft? Nein, sie läuft schrittweise aus, und deine bestehende Anlage behält alles.


Musst du dich beeilen? Nur, wenn du ohnehin planst. Dann sichere dir die Inbetriebnahme bis Ende 2026 und damit 20 Jahre garantierte Vergütung.


Und lohnt sich Solar ohne feste Vergütung? Ja – aber als Eigenverbrauchsanlage mit Speicher, nicht als Einspeisegeschäft. Ohne einen gewissen Eigenverbrauch ist eine große Photovoltaikanlage wirtschaftlich oft kein sinnvolles Geschäft mehr.


Häufige Fragen zur Einspeisevergütung 2027


Ist die Abschaffung der Einspeisevergütung beschlossen?


Nein. Es handelt sich um einen Referentenentwurf aus dem Wirtschaftsministerium. Kabinett, Bundestag und Bundesrat müssen noch zustimmen, und der Entwurf kann sich noch ändern.


Was passiert mit meiner bestehenden Anlage?


Nichts. Bestandsanlagen behalten ihre Zusage. Wer bis zum 31.12.2026 in Betrieb geht, sichert sich die heutige Vergütung für 20 Jahre.


Zählt das Bestelldatum oder die Inbetriebnahme?


Die tatsächliche Inbetriebnahme. Wer im Dezember bestellt, aber erst im Januar Strom produziert, fällt bereits unter die neue Regelung.


Wie hoch ist die Einspeisevergütung aktuell?


Bei einer Anlage bis 10 kWp rund 7,78 Cent pro Kilowattstunde. Der Satz sinkt halbjährlich leicht ab.


Lohnt sich die Direktvermarktung für ein Einfamilienhaus?


Nach der Studie stehen rund 250 € Markterlös pro Jahr etwa 160 € Dienstleisterkosten plus Technik gegenüber. Für kleine Anlagen bleibt damit wenig übrig.


Was ist jetzt wichtiger als die Einspeisung?


Der Eigenverbrauch. Selbst genutzter Strom spart rund 30 Cent pro Kilowattstunde, während die Einspeisung unter 8 Cent bringt. Deshalb gehören Anlage, Speicher und Verbrauchsprofil zusammen geplant.


So bekommst du deine Beratung und dein unverbindliches Photovoltaik-Angebot


Gerade weil der Stichtag Druck erzeugt, ist ein sauber geplantes, faires Angebot jetzt besonders wichtig. Über den Button kannst du dich unverbindlich über mein Partnernetzwerk beraten lassen.



Sonnige Grüße, Nils

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