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Wasserstoffspeicher und Photovoltaik: 100% Autarkie durch eigenen Strom und Wärme (ThermoFlux)

  • 13. Apr. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 17. Juni

100% unabhängig vom öffentlichen Stromnetz – echte Energieautarkie ist möglich: mit dem Wasserstoff-Langzeitspeicher von ThermoFlux in Kombination mit einer PV-Anlage. Überschüssiger Strom aus der Solaranlage wird in Wasserstoff umgewandelt und im Winter wieder zurück in Strom und Wärme konvertiert. Ich habe das System für euch analysiert.


Das Konzept ist faszinierend: Im Sommer produziert die PV-Anlage weit mehr Strom als verbraucht wird. Dieser Überschuss wird per Elektrolyse in Wasserstoff umgewandelt und gespeichert. Im Winter, wenn wenig Sonne scheint, wird der Wasserstoff rückverstromt und als Wärme genutzt.


Meine Einschätzung: Das ThermoFlux-System ist technologisch sehr interessant und zeigt, wohin die Reise für vollständige Hausautarkie gehen könnte. Zum jetzigen Zeitpunkt ist es aber eine Lösung für Pioniere, nicht für den Massenmarkt.



Wasserstoffspeicher und Photovoltaik: 100% Autarkie durch eigenen Strom und Wärme (ThermoFlux) – auf YouTube ansehen


Wie funktioniert ein Wasserstoffspeicher für das Eigenheim?

Ein Wasserstoffspeicher für das Eigenheim funktioniert in zwei Schritten: Erstens wandelt ein Elektrolyseur überschüssigen Strom der PV-Anlage in Wasserstoff um und speichert diesen unter Druck. Zweitens wandelt eine Brennstoffzelle oder ein Wasserstoffmotor den gespeicherten Wasserstoff bei Bedarf wieder in Strom und Wärme um.


Der entscheidende Vorteil gegenüber Lithium-Speichern: Wasserstoff kann über Monate gespeichert werden, ohne nennenswerte Verluste. Das macht ihn zur idealen Saisonalspeicher-Technologie, die Solarstrom vom Sommer in den Winter transferiert.


Was macht das ThermoFlux-System besonders?

ThermoFlux hat ein System entwickelt, das speziell für Einfamilienhäuser konzipiert ist und sowohl Strom als auch Wärme aus dem gespeicherten Wasserstoff gewinnt. Dieser Kombinationsansatz (Power-to-H2-to-Power-and-Heat) erheblich erheblich den Gesamtwirkungsgrad, da die bei der Rückverstromung entstehende Wärme nicht verloren geht, sondern direkt für die Raumheizung genutzt wird.


Ist 100% Autarkie mit Photovoltaik und Wasserstoff realistisch?

Ja, 100% Autarkie ist mit dieser Technologie theoretisch und auch praktisch möglich – wenn die PV-Anlage groß genug dimensioniert ist und genügend Wasserstoff für die Wintermonate gespeichert werden kann. In der Praxis braucht man eine deutlich größere PV-Anlage als beim klassischen Heimspeicher, da die Umwandlungsverluste (Strom zu H2 zu Strom) höher sind.


Vergleich

Lithium-Heimspeicher

Wasserstoffspeicher (ThermoFlux)

Speicherdauer

Tage bis Wochen

Monate (saisonal)

Wirkungsgrad

90–95%

35–60% (Strom), höher mit Wärmenutzung

Autarkie-Potenzial

70–90%

bis 100%

Kosten

Niedrig bis mittel

Hoch (Premiumsegment)


Wie groß muss die PV-Anlage für ein Wasserstoffsystem sein?

Für vollständige Jahresautarkie mit Wasserstoffspeicher muss die PV-Anlage deutlich größer dimensioniert sein als bei einem normalen Heimspeicher. Wegen der Umwandlungsverluste (rund 40 bis 50 Prozent) benötigt man typischerweise 1,5 bis 2-mal mehr PV-Leistung als bei einer Lithium-Speicher-Kombination.


Meine Einschätzung: Für ein normales Einfamilienhaus bedeutet das eine PV-Anlage von 20 kWp oder mehr. Das ist amöglich, aber teuer. Die Wirtschaftlichkeit muss im Einzelfall genau gerechnet werden.


Für wen lohnt sich ein Wasserstoffspeicher heute schon?

Ein Wasserstoffspeicher lohnt sich heute noch nicht wirtschaftlich für den durchschnittlichen Haushalt. Die Systeme sind teuer, die Förderung begrenzt und die Technologie noch nicht ausgereift genug für breiten Einsatz.


Interessant ist das System aber für Pioniere und Haushalte, die aus ideologischen Gründen vollständige Netzunabhängigkeit anstreben, keinen Netzanschluss haben oder in abgelegenen Lagen wohnen. Das ThermoFlux-System zeigt, dass vollständige Autarkie machbar ist – zu einem Preis.


Fazit

Das ThermoFlux-System ist ein faszinierender Blick in die Zukunft der Energieautarkie. Wasserstoff als Saisonspeicher in Kombination mit PV löst das größte Problem der Solarenergie: den saisonalen Strommangel im Winter. Technologisch überzeugt das Konzept, wirtschaftlich ist es heute noch eine Nischentechnologie.


Wer heute eine PV-Anlage plant und volle Autarkie anstrebt, sollte zunächst auf einen großen Lithium-Speicher setzen und die Entwicklung der Wasserstoff-Technologie weiter beobachten.


Häufige Fragen

Was kostet ein Wasserstoffspeicher für das Eigenheim?

Wasserstoffsysteme für Einfamilienhäuser kosten derzeit 30.000 bis 80.000 Euro und mehr, je nach Kapazität. Das ist deutlich teurer als Lithium-Heimspeicher. Die Preise werden mit zunehmender Verbreitung sinken.


Wie sicher ist Wasserstoff im Eigenheim?

Wasserstoff ist brennbar und erfordert entsprechende Sicherheitsvorkehrungen. Moderne Systeme wie das von ThermoFlux sind aber mit umfangreichen Sicherheitssystemen ausgestattet. Strenge Auflagen für Aufstellung und Betrieb müssen eingehalten werden.


Gibt es Förderung für Wasserstoffspeicher im Eigenheim?

Förderprogramme für Wasserstoffspeicher im privaten Bereich sind begrenzt. Einige Bundesländer und die KfW bieten vereinzelt Unterstützung. Es lohnt sich, vor der Anschaffung die aktuellen Förderprogramme zu prüfen.


Kann ich mit einem Wasserstoffspeicher wirklich netzunabhängig werden?

Ja, in Kombination mit einer ausreichend groß dimensionierten PV-Anlage ist vollständige Netzunabhängigkeit möglich. Das setzt aber eine PV-Anlage voraus, die auch im Winter genug Strom für die Häufung von Schlechtwetterphasen produzieren kann.


Ist ein Wasserstoffspeicher wartungsintensiv?

Ja, Wasserstoffsysteme erfordern regelmäßige Wartung durch Fachbetriebe. Die Membranen des Elektrolyseurs und der Brennstoffzelle haben eine begrenzte Lebensdauer und müssen gegebenenfalls ausgetauscht werden.


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