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Solis Flex All in One: PV-Speicher mit Löschsystem und bis 54 kWh

  • 23. Juli
  • 5 Min. Lesezeit

Ein Heimspeicher ist ein Schrank voller Lithiumzellen an deiner Hauswand oder im Keller. Fällt ein einzelnes Speichermodul aus, steht bei den meisten Systemen der ganze Turm still. Und wenn so ein Akku wirklich brennt, hilft kein Feuerlöscher. Der Solis Flex All in One geht genau diese beiden Punkte an.


Solis baut ein Löschsystem in jedes einzelne Batteriepack und nutzt eine Architektur, bei der ein defektes Modul überbrückt wird, während der Rest weiterläuft. Das wirft drei Fragen auf: Wie löscht sich so ein Speicher selbst? Wie viel Leistung verliere ich beim Modulausfall? Und kommst du morgens allein wieder hoch, wenn der Speicher nachts leer geworden ist?


*Das Video ist in bezahlter Zusammenarbeit mit Solis entstanden (Werbung).


Ich habe Kevin von Solis auf der Intersolar genau danach gefragt.


Solis Flex All in One: PV-Speicher mit Löschsystem und bis 54 kWh



Was der Solis Flex All in One ist


Solis ist seit Jahren als Wechselrichterhersteller bekannt und global unter den Top 5. Mit der Schwesterfirma Solis Storage kommt jetzt ein komplettes Speicherportfolio dazu. Der Flex All in One integriert den Wechselrichter direkt in den Batterieturm, um alles kompakt zu halten.


Merkmal

Wert

Wechselrichterleistung

5 bis 20 kW

Batteriemodule

6 und 9 kWh, kombinierbar

Module pro Turm

maximal 6

maximale Kapazität

54 kWh


Sicherheit: Löschsystem in jedem Batteriepack


Jedes Batteriepack hat ein integriertes Aerosol-Löschsystem. Dazu kommt ein Ventil, um Überdruck abzulassen. Das ist der Teil, der auf keinem Datenblatt richtig zur Geltung kommt, aber im Ernstfall zählt.


Der zweite Punkt hat mich noch mehr überzeugt: Über die DC/DC-Architektur wird ein defektes Batteriemodul im Fehlerfall überbrückt. Die anderen Module laufen normal weiter, der Installateur tauscht nur das defekte Teil aus, und der Kunde verliert währenddessen keine oder nur sehr wenig Performance. Bei vielen Systemen steht in diesem Fall der komplette Turm.


Klein starten und später erweitern


Wer seinen Verbrauch noch nicht kennt, startet mit einem Modul – also 6 oder 9 kWh – und skaliert später hoch. Auch das ist ein Vorteil der DC/DC-Architektur: Jedes Batteriemodul wird separat gemanagt und gebalanct. Nachrüsten ist damit deutlich einfacher als beim klassischen Stapelkonzept, bei dem alte und neue Module zusammenpassen müssen.


Lade- und Entladeleistung: der Punkt, den viele übersehen


Die Batterien arbeiten mit einer C-Rate von 0,5. Je nach Systemgröße ist damit entweder der Wechselrichter oder die Batterie der limitierende Faktor. Konkret: Bei einem 10-kW-Wechselrichter brauchst du rund 20 kWh Speicher, um die 10 kW auch wirklich abrufen zu können.


Das ist gerade bei dynamischen Stromtarifen wichtig. Wenn du günstige Börsenstunden schnell in den Speicher laden willst, nützt dir die Wechselrichterleistung nichts, wenn die Batterie zu klein dimensioniert ist. Achte also darauf, dass Wechselrichter und Kapazität zusammen die Leistung liefern, die du brauchst.


Ersatzstrom und Schwarzstart


Ersatzstrom ist im Wechselrichter integriert, mit Umschaltung im Millisekundenbereich und separatem Backup-Port. Im Stromausfall werden die dort angeschlossenen Lasten über PV und Batterie weiterversorgt. Sobald das Netz zurück ist, synchronisiert sich das System automatisch wieder.


Wichtig für die Frage aus dem Einstieg: Der Wechselrichter ist schwarzstartfähig. Geht die Batterie nachts bei niedrigem Ladestand in Standby, startet das System am Morgen automatisch wieder hoch, versorgt die Lasten und lädt bei Überschuss die Batterie nach. Im Notstromfall steht die volle Wechselrichterleistung zur Verfügung – vorausgesetzt, die Batterie ist entsprechend groß dimensioniert.


Generator einbinden: wenn der Ausfall länger dauert als der Speicher


Ersatzstrom heißt erst einmal nur: Das Haus läuft weiter, solange die Batterie hält. Bei drei Tagen Sturm im Dezember nützt die schönste Kapazität nichts. Hier hat das System einen sogenannten Smart Port – bei den Hybridwechselrichtern ab 12 kW und eben auch bei diesem Modell.


Darüber lässt sich ein Notstromaggregat einbinden, das die Batterie nachlädt, wenn die PV-Anlage nichts liefert. Alternativ kannst du den Ausgang programmieren und dedizierte Verbraucher oder separate Backup-Kreise definieren. Grundsätzlich können die Hybridwechselrichter auch dauerhaft netzfern im Off-Grid-Modus arbeiten.


Was die KI in der Solis Cloud App wirklich macht


Inzwischen schreibt jeder Hersteller KI auf seine App, und oft ist das ein hübsches Diagramm mit wenig dahinter. Mich hat interessiert, was hier konkret über einen hinterlegten Zeitplan hinausgeht.


Die Solis Cloud App ist kostenlos und kann dynamische Stromtarife integrieren – die Börsenstrompreise für den Folgetag holt sie sich zum Beispiel aus der Nordpool-Datenbank, dazu trägst du deine Tarifparameter ein. Danach hast du die Wahl: Entweder du stellst sehr viele Parameter manuell ein, oder du lässt das System dein Lastverhalten lernen. Das dauert etwa ein bis zwei Wochen, danach passt es Betriebsmodus und Ladestände selbst an.


Wichtiger Punkt für mich: Das System macht prognosebasiertes Laden und berücksichtigt Wetterdaten. Der Speicher wird also nicht schon um 8 Uhr bei der ersten Sonne vollgeknallt, um dann ab 10 Uhr mit 100 % dazustehen und erst abends gebraucht zu werden. Diese alte Arbeitsweise ist schlicht nicht mehr State of the Art.


Vier MPP-Tracker – auch in der kleinen Größe


Schon die 5- und 6-kW-Geräte haben drei MPP-Tracker, ab 8 kW sind es vier. Damit lassen sich bis zu vier unabhängige Dachflächen mit einem einzigen Wechselrichter bedienen.


Das ist besonders für Anlagen interessant, die aus der EEG-Förderung laufen und bei denen noch Dachflächen ergänzt werden sollen – oder für verwinkelte Dächer mit mehreren Ausrichtungen.


Wallbox und Wärmepumpe


Eine eigene Wallbox kommt laut Kevin Anfang des kommenden Jahres und wird mit der Norm ISO 15118 kompatibel sein. Aktuell gibt es sie noch nicht. Fremdhersteller lassen sich aber schon ins System integrieren, und Solis arbeitet daran, die gängigen Modelle auch im Monitoring anzuzeigen, um Überschuss ins Auto zu laden. Dieselben Betriebsmodi lassen sich Richtung Wärmepumpe nutzen.


Mein Fazit zum Solis Flex All in One


Der stärkste Punkt ist für mich nicht die Kapazität, sondern die Architektur: Ein defektes Modul legt nicht den ganzen Turm lahm, und jedes Pack bringt sein eigenes Löschsystem mit. Dazu vier MPP-Tracker in der kleinen Größe und ein Smart Port für den Generator – das ist in dieser Klasse nicht selbstverständlich.


Ehrlich bleiben muss man bei der Leistung: Die C-Rate von 0,5 bedeutet, dass ein kleiner Speicher die Wechselrichterleistung nicht abrufen kann. Wer dynamische Tarife wirklich nutzen will, muss den Speicher entsprechend groß planen. Und die Wallbox aus eigenem Haus gibt es zum Zeitpunkt des Videos noch nicht.


Warum überhaupt ein Speicher?


Diese Frage liegt unter dem ganzen Thema. Für Strom, den du ins Netz schiebst, bekommst du aktuell noch rund 8 Cent. Für jede Kilowattstunde, die du selbst verbrauchst, sparst du dagegen rund 30 Cent – das Vierfache. Genau deshalb verschiebt sich gerade alles vom Einspeisen zum Eigenverbrauch.


Häufige Fragen zum Solis Flex All in One


Wie groß kann der Speicher werden?


Bis zu sechs Batteriemodule pro Turm, also maximal 54 kWh. Die Module gibt es mit 6 und 9 kWh und sie lassen sich miteinander kombinieren.


Was passiert, wenn ein Batteriemodul ausfällt?


Über die DC/DC-Architektur wird das defekte Modul überbrückt. Die übrigen Module laufen weiter, der Installateur tauscht nur das betroffene Teil. Ein kompletter Stillstand des Turms entfällt.


Wie viel Leistung liefert der Speicher?


Die Batterien haben eine C-Rate von 0,5. Für 10 kW Ausgangsleistung brauchst du also rund 20 kWh Kapazität – sonst limitiert die Batterie und nicht der Wechselrichter.


Startet das System nach einer leeren Nacht allein wieder?


Ja. Der Wechselrichter ist schwarzstartfähig. Geht die Batterie bei niedrigem Ladestand in Standby, fährt das System morgens automatisch wieder hoch und lädt bei Überschuss nach.


Kann ich ein Notstromaggregat anschließen?


Ja, über den Smart Port. Damit lässt sich ein Generator einbinden, der die Batterie nachlädt, wenn die PV-Anlage nichts liefert. Alternativ kannst du den Ausgang für dedizierte Verbraucher programmieren.


Wie viele Dachflächen kann ich anschließen?


Drei MPP-Tracker bei 5 und 6 kW, vier ab dem 8-kW-Gerät. Damit sind bis zu vier unabhängige Dachausrichtungen mit einem Wechselrichter möglich.


So bekommst du deine Beratung und dein unverbindliches Photovoltaik-Angebot


Wenn du wissen möchtest, was so ein System bei dir kosten würde, kannst du über den Button unverbindlich anfragen. Die Anfrage geht an mein Partnernetzwerk, mit dem ich eng zusammenarbeite, damit Preis und Qualität am Ende stimmen.



Sonnige Grüße, Nils

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