Kostenvergleich Wärmepumpe vs. Gasheizung (1-Jahres-Bilanz)
- 17. Feb.
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Wärmepumpe oder Gasheizung – was kostet im Betrieb wirklich weniger? Nach einem vollen Jahr mit meiner Wärmepumpe kann ich diese Frage mit echten Zahlen beantworten. Ich habe jeden Monat meinen Stromverbrauch für die Heizung gemessen, die Arbeitszahl (COP) ermittelt und die Kosten mit dem Betrieb einer vergleichbaren Gasheizung verglichen.
Die Ergebnisse sind aufschlussreich. Meine Wärmepumpe hat im ersten Betriebsjahr eine Jahresarbeitszahl (JAZ) von 3,2 erreicht. Das bedeutet: Aus einer Kilowattstunde Strom habe ich im Jahresschnitt 3,2 kWh Wärme erzeugt. Für mein Haus mit einem Heizwärmebedarf von rund 12.000 kWh pro Jahr ergibt das einen Stromverbrauch von ca. 3.750 kWh für Heizung und Warmwasser.
Zum Vergleich: Eine Gasheizung hätte bei einem Wirkungsgrad von 95 % für dieselbe Wärmemenge rund 12.600 kWh Gas benötigt. Bei einem Gaspreis von 10 Cent/kWh wären das 1.260 € Heizkosten. Mit der Wärmepumpe habe ich bei einem Durchschnittsstrompreis von 25 Cent/kWh rund 937 € bezahlt. Die Wärmepumpe war also günstiger.
Welche Arbeitszahl hat meine Wärmepumpe im ersten Jahr erreicht?
Die Jahresarbeitszahl (JAZ) ist der wichtigste Effizienzwert einer Wärmepumpe. Sie gibt an, wie viel Wärme pro eingesetzter Kilowattstunde Strom im Jahresdurchschnitt erzeugt wird. Meine Luft-Wasser-Wärmepumpe hat eine JAZ von 3,2 erreicht.
Im Sommer, wenn die Außentemperaturen höher sind, hat die Wärmepumpe einen COP von bis zu 5 erreicht. Im tiefsten Winter bei −8 °C Außentemperatur fiel der COP auf ca. 2,3. Das ist der entscheidende Unterschied zur Gasheizung: Die Wärmepumpe arbeitet im Winter weniger effizient als im Sommer.
Was hat die Wärmepumpe pro kWh Wärme wirklich gekostet?
Heizsystem | Jahresverbrauch | Kosten/Jahr | Kosten/kWh Wärme |
Wärmepumpe (JAZ 3,2) | 3.750 kWh Strom | 937 EUR | ca. 7,8 Cent |
Gasheizung (95 % Wirkungsgrad) | 12.600 kWh Gas | 1.260 EUR | ca. 10,5 Cent |
Wie viel Autarkie war mit meiner PV-Anlage möglich?
Mit meiner 8,75-kWp-PV-Anlage und dem 9,5-kWh-Speicher konnte ich im ersten Betriebsjahr einen Eigenverbrauchsanteil von 37,8 % erreichen. Das bedeutet: Von den 3.750 kWh Strom für die Wärmepumpe habe ich einen Teil durch eigenen Solarstrom gedeckt – besonders im Sommer, wenn die Wärmepumpe für Warmwasser läuft.
Der wichtigste Effekt: Im Sommer, wenn die PV-Anlage viel Strom produziert, kann meine Wärmepumpe den Warmwasser-Bedarf fast vollständig mit Solarstrom decken. Im Winter ist die PV-Produktion so gering, dass der meiste Strom für die Heizung aus dem Netz kommt.
War die Wärmepumpe wirklich effizienter als die Gasheizung?
Ja, aber mit einer wichtigen Einschränkung: Die Effizienz hängt stark vom Strompreis und dem Gaspreis ab. Bei Gaspreisen unter 8 Cent/kWh und Strompreisen über 30 Cent/kWh kann die Gasheizung punktuell günstiger werden. Ich habe von einem dynamischen Stromtarif profitiert und meinen Stromverbrauch zeitlich optimiert – das hat die Kosten spürbar gesenkt.
Die ehrliche Antwort: Wer einen dynamischen Stromtarif nutzt und eine PV-Anlage hat, fährt mit der Wärmepumpe langfristig günstiger. Wer reinen Netzstrom zu 30+ Cent kauft und eine alte günstige Gasheizung hat, sollte die Rechnung sorgfältig machen, bevor er wechselt.
Welche Gesamtkosten ergeben sich mit PV-Anlage und dynamischem Tarif?
Meine detaillierte Rechnung: Ich habe 3.750 kWh Strom für die Wärmepumpe verbraucht. Davon kamen rund 1.000 kWh aus eigener PV-Produktion (Opportunitätspreis 8 Cent) und 2.750 kWh aus dem Netz (Mischpreis mit dynamischem Tarif ca. 22 Cent/kWh). Das ergibt Gesamtkosten von 80 EUR + 605 EUR = 685 EUR für mein Heizsystem im Jahr. Bei 12.000 kWh erzeugter Wärme komme ich auf rund 5,7 Cent/kWh Wärme.
Fazit:
Nach einem Jahr mit der Wärmepumpe bin ich überzeugt: Die Kombination aus Wärmepumpe, PV-Anlage und dynamischem Stromtarif ist eine sehr effiziente Lösung. Die Jahresarbeitszahl von 3,2 liegt im erwarteten Bereich. Im direkten Kostenvergleich mit einer Gasheizung hat die Wärmepumpe in meinem Fall deutlich weniger gekostet.
Häufige Fragen
Ist eine Wärmepumpe billiger als eine Gasheizung?
Im Betrieb ist eine Wärmepumpe bei einer JAZ von mindestens 3 günstiger als eine Gasheizung, solange der Gaspreis über 8–9 Cent/kWh liegt. Mit PV-Anlage und dynamischem Tarif verbessert sich die Wirtschaftlichkeit deutlich.
Welche Jahresarbeitszahl ist realistisch für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe?
In der Praxis erreichen gut eingestellte Luft-Wasser-Wärmepumpen in deutschen Klimaverhältnissen eine JAZ von 2,8 bis 3,8. Entscheidend sind die Vorlauftemperatur, der hydraulische Abgleich und die Dämmung des Gebäudes.
Lohnt sich die Wärmepumpe mit PV?
Ja, die Kombination aus Wärmepumpe und PV ist sehr sinnvoll. Im Sommer kann die Wärmepumpe den Warmwasserbedarf fast ausschließlich mit günstigem Solarstrom decken. Das verbessert die Wirtschaftlichkeit erheblich.
Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe pro Jahr?
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe für ein Einfamilienhaus verbraucht typischerweise 3.000 bis 5.000 kWh Strom pro Jahr, abhängig von Gebäudegröße, Dämmung und der erreichten Jahresarbeitszahl.
Was kostet die Wärmepumpe im Monat?
Die monatlichen Betriebskosten einer Wärmepumpe schwanken stark: Im Sommer (Warmwasser) oft unter 30 EUR, im kaltesten Wintermonat bis zu 150 EUR. Im Jahresdurchschnitt liegt man bei einem gut eingestellten System bei 60 bis 120 EUR pro Monat.

