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Wärmepumpe selbst einbauen: Was kostet es und schafft das ein Laie?

vor 7 Stunden
6 Min. Lesezeit

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Wärmepumpe selbst einbauen: Schafft das ein Laie? Ich habe Martin besucht. Er hat seine 16-kW-Wärmepumpe von Hofman Energy selbst eingebaut, in einem Altbau mit ganz normalen Heizkörpern statt Fußbodenheizung.


Gerät und Material schätzt er auf rund 7.500 €, mit gebrauchtem Pufferspeicher. Zum Vergleich: Ein Angebot vom Fachbetrieb für ein anderes Haus, das ich gerade auf dem Tisch hatte, lag bei knapp 58.000 €. Förderung ist dabei noch nicht abgezogen.


In diesem Beitrag erfährst du, was Martin in Eigenleistung gemacht hat, welches Material er gebraucht hat, was beim ersten Gerät schiefging und für wen so ein Selbsteinbau nichts ist.


Wärmepumpe selbst einbauen: Was kostet es und schafft das ein Laie?



Welche Wärmepumpe hat Martin eingebaut?


Bei Martin steht eine Wärmepumpe von Hofman Energy mit 16 kW Heizleistung, gefüllt mit Propan (R290). Ein klassischer Monoblock: Vorlauf, Rücklauf, Strom dran.


Warum dieses Gerät? Wenn du nach der günstigsten Möglichkeit suchst, landest du laut Martin relativ schnell bei Hofman Energy. Bei dem Preis war ihm das Risiko einen Versuch wert. Die Wärmepumpe aus dem Video findest du bei Hofman Energy.


Ganz ohne Vorwissen ist Martin nicht gestartet: Er hat Energieelektroniker gelernt. Angefangen hat er mit einem Balkonkraftwerk, dann kamen eine Warmwasser-Wärmepumpe und eine größere PV-Anlage dazu. Die Heizung war der nächste Schritt, denn sie ist der größte Energieverbraucher im Haus.


Wie groß muss die Wärmepumpe sein?


Martin hat über seinen bisherigen Ölverbrauch gerechnet: Liter Heizöl im Jahr grob mal 10, das ergibt die Wärme in kWh. Das Warmwasser läuft bei ihm schon länger über eine eigene Wärmepumpe, er hatte also die reine Heizleistung. Danach hat er die 16 kW ausgesucht.


Das ist eine erste Schätzung. Mein Tipp: Berechne die Heizlast vorher, am besten raumweise. Ist die Wärmepumpe zu groß, fängt sie an zu takten, und das ist noch schlechter als zu klein.


Deine Heizlast kannst du selbst berechnen, zum Beispiel mit dem Heizreport von SHK Info*. Du misst dein Haus mit dem Zollstock aus oder scannst es mit dem Handy ein. Der WärmepumpenCheck ist kostenlos, den HeizreportKOMPLETT gibt es für 149 €, mit dem Code „Sonnefreihaus“ 20 % günstiger.


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Wärmepumpe selbst einbauen: Was hat es gekostet?


So schlüsselt Martin die Kosten auf:


Posten

Kosten laut Martin

Wärmepumpe 16 kW, auf Palette geliefert

rund 5.000 €

Gebrauchter Pufferspeicher, Rohre, Fittings, Isolierung, Schlammabscheider

rund 2.000 bis 2.500 €

Gerät und Material zusammen

rund 7.500 €


Das Angebot über knapp 58.000 € war für ein anderes Haus mit einer 18-kW-Wärmepumpe. Der Vergleich hinkt also ein bisschen. Schau immer, was in so einem Angebot alles drin ist, zum Beispiel neue Heizkörper.


Lieferung, Aufstellung und Kondenswasser


Die Wärmepumpe kam per Spedition auf einer Palette. Mit dem Hubwagen an den Platz geschoben und aufgestellt. Martin hat sie auf ein Fundament aus übrigen Ziegeln gestellt und entkoppelt.


Plan das Kondenswasser mit, denn beim Abtauen im Winter läuft Wasser raus. Bei Martin versickert es im Schotter, und das Haus ist nicht unterkellert. Bei mir stand die Wärmepumpe nah am Haus, und ich hatte Feuchtigkeit in der Kellerwand. Führ das Wasser also vernünftig weg.


Was ging beim ersten Gerät schief?


Ganz glatt lief es nicht. Vor etwa drei Jahren hatte Martin die erste Generation bestellt, die V1. Die lief nicht richtig: Das Vierwegeventil, das im Kältekreis zwischen Heizen und Kühlen umschaltet, blieb gelegentlich hängen. Ein mechanischer Defekt, wie sich nach langer Suche herausstellte.


Martin sieht das positiv: Dadurch kennt er heute Regelung, Steuerung und Kältekreis genau. Mit Hofman Energy hatte er nach eigenen Worten immer einen sehr unkomplizierten Austausch. Die aktuelle dritte Generation, die V3, läuft seit einem Jahr. Sein Kommentar: hingestellt, angeschlossen, langweilig.


Braucht man einen Kälteschein?


Das ist der Vorteil beim Monoblock: Der Kältekreis ist geschlossen und steckt komplett im Gerät. Du schließt nur Vorlauf und Rücklauf an. Fürs Aufstellen eines fertig befüllten Monoblocks brauchst du keinen Kälteschein. Arbeiten am Kältekreis gehören aber in die Hände zertifizierter Fachleute, auch bei Propan.


Strom, Netzbetreiber und Garantie


Beim Strom hat Martin einen Elektromeister an der Seite, seinen besten Freund. Für dich gilt: Den Strom anschließen darf nur ein Elektrobetrieb, der beim Netzbetreiber eingetragen ist. Jede Wärmepumpe meldest du vor der Inbetriebnahme beim Netzbetreiber an. Über 4,2 kW Anschlussleistung gilt zusätzlich § 14a EnWG. Dafür hat die Wärmepumpe Smart-Grid-Ready- und PV-Ready-Kontakte.


Und die Garantie? Hofman Energy hat mir geschrieben, dass sie die gesetzlichen 24 Monate Gewährleistung geben. Baust du selbst ein oder nimmst einen Monteur, den Hofman nicht autorisiert hat, ist das laut Hofman kein Ausschlussgrund. Bei Problemen haben sie nach eigener Aussage bisher immer weitergeholfen, mit Ersatzteilen, technischer Unterstützung und wenn nötig mit einem Austausch.


Wichtig für dich: Das ist Kulanz von Hofman, keine feste Zusage. Und die Gewährleistung deckt Mängel am Gerät, nicht Fehler beim eigenen Einbau.


Welches Material? Feste Rohre oder Flexschläuche


Martin hat fest verrohrt, mit verzinktem Stahlrohr und Pressfittings. Das Material kannst du auch selbst bestellen.


Flexschläuche gehen auch. Ihr Vorteil: Sie entkoppeln. Steht die Wärmepumpe nah am Haus, überträgt eine starre Verrohrung eher Schwingungen. Dass so ein Schlauch keine 50 Jahre hält, ist klar. Nimm also nicht das Billigste.


Nicht sparen solltest du laut Martin beim Magnetitabscheider, damit kein Dreck in den Kreislauf kommt, und beim Blasenabscheider.


Wie laut ist die Wärmepumpe?


Geht man 5 bis 6 Meter weg, hört man sie laut Martin kaum noch. Er lässt sie im Teillastbereich laufen. Die neue Version hat außerdem Ventilatoren mit vier statt drei Blättern: mehr Luft, weniger Geräusch.


Wärmepumpe im Altbau mit normalen Heizkörpern: Klappt das?


Martins Haus hat ganz normale Flachheizkörper. Das Dach hat eine klassische Dämmung, an den Wänden ist nichts Besonderes gemacht. Mit Propan sind theoretisch bis 75 Grad Vorlauf möglich, sinnvoll sind laut Martin eher 65 bis 68 Grad. Er braucht im Winter 55 Grad, und die schafft die Wärmepumpe locker.


Und die Effizienz? Martin rechnet mit einer Jahresarbeitszahl zwischen 3,4 und 3,8. Heißt: Aus 1 kWh Strom werden 3,4 bis 3,8 kWh Wärme. Das ist seine theoretische Berechnung, keine Messung. Der Parallelspeicher und die höhere Vorlauftemperatur drücken den Wert etwas.


Braucht man einen Pufferspeicher?


Martin hat einen gebrauchten Pufferspeicher parallel eingebunden. Damit sind Wärmepumpe und Heizkreis hydraulisch getrennt. Für ihn war das der sicherste Weg, weil er nicht weiß, wie die Rohre im gekauften Haus verlegt sind. Bei einer Fußbodenheizung oder einer einfachen Anlage mit Flächenheizung geht es laut Martin auch ohne Puffer.


Der Puffer hilft ihm beim PV-Überschuss: Scheint die Sonne, heizt er ihn über die Wärmepumpe auf, auch wenn das Haus gerade keine Wärme braucht. Die alte Ölheizung heizt heute nur noch die Werkstatt, das Haus läuft im Regelfall komplett mit der Wärmepumpe.


Wärmepumpe, PV-Anlage und Home Assistant


Auf dem Dach hat Martin rund 14 kWp, dazu kommen Speicher mit 24,2 kWh, die er gerade testet, und ein E-Auto. Das Gehirn darüber ist Home Assistant.


Die Wärmepumpe hängt per Modbus dran, einem einfachen, offenen Protokoll aus der Industrie. Heißt: Dein Smart Home fragt, und die Wärmepumpe antwortet. Von Hofman gibt es eine Liste mit rund 300 Werten. Du kannst Temperaturen auslesen und zum Beispiel Solltemperaturen, Betriebsart und die Funktion für SG Ready und PV vorgeben.


Martin nutzt dafür ein kleines Gateway, das die Werte ins Heimnetz bringt. Das geht mit jedem System, das Modbus spricht, eine fertige Lösung zum Einstecken gibt es aber nicht. Ganz wichtig: Finger weg von den Servicewerten. Wer an diesen Herstellerparametern dreht, riskiert laut Martin Schäden und die Garantie.


Martins Anleitung für Home Assistant als PDF habe ich dir verlinkt. Brauchst du Hilfe beim Einbinden deiner Hofman-Wärmepumpe, kannst du dich an Martin und seine Firma HochTech wenden.


Fazit: Wärmepumpe selbst einbauen ist nicht für jeden


Martin sagt ganz ehrlich: Das ist mit Sicherheit nichts für jeden. Wer komplett fachfremd ist und blauäugig rangeht, für den hält er es sogar für gefährlich. Wer sich fit genug fühlt und bereit ist, sich reinzuarbeiten, für den ist es eine Lösung, die auch finanziell gut machbar ist.


Würde er es wieder machen? Definitiv. Oder wie Martin sagt: Wer die Sonne haben will, muss auch den Schatten mitnehmen.


Ein ähnliches Projekt habe ich schon einmal besucht: Mein erster Besuch bei einem Selbsteinbauer. Und wenn du gerade planst: Kostenlose Checklisten und Leitfäden zur Wärmepumpe findest du auf meiner Wissensplattform.


Würdest du dir den Einbau zutrauen? Schreib es mir gerne in die Kommentare unter dem Video.


Häufige Fragen


Darf ich eine Wärmepumpe selbst einbauen?


Aufstellen und an den Heizkreis anschließen hat Martin selbst gemacht. Den Strom anschließen darf aber nur ein beim Netzbetreiber eingetragener Elektrobetrieb, und vor der Inbetriebnahme meldest du die Wärmepumpe beim Netzbetreiber an.


Brauche ich für den Einbau einen Kälteschein?


Nicht fürs Aufstellen eines fertig befüllten Monoblocks. Arbeiten am Kältekreis gehören in die Hände zertifizierter Fachleute.


Was kostet eine Wärmepumpe im Selbsteinbau?


Bei Martin nach seiner Schätzung rund 7.500 €: etwa 5.000 € fürs Gerät und 2.000 bis 2.500 € fürs Material.


Verliere ich beim Selbsteinbau die Gewährleistung?


Laut Hofman Energy nein, Selbsteinbau ist kein Ausschlussgrund für die gesetzlichen 24 Monate. Fehler beim eigenen Einbau deckt die Gewährleistung aber nicht.


Funktioniert eine Wärmepumpe im Altbau mit normalen Heizkörpern?


Bei Martin ja. Er braucht im Winter 55 Grad Vorlauf und rechnet mit einer Jahresarbeitszahl von 3,4 bis 3,8.


Lieber einbauen lassen? So bekommst du dein unverbindliches Wärmepumpen-Angebot


Du willst nicht selbst schrauben? Über mein Fachpartner-Netzwerk kannst du ohne Verkaufsdruck ein Angebot anfordern. Ein Fachbetrieb daraus meldet sich bei dir, berät dich und erstellt dein Angebot. Die Anfrage ist kostenlos und unverbindlich.



Sonnige Grüße, Nils

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