Wärmepumpe und Photovoltaik: So günstig heizen wir mit PV und dynamischem Stromtarif
- 3. Apr. 2025
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Heizen mit Wärmepumpe und Photovoltaik kann im Frühjahr erstaunlich günstig werden. Im März haben wir in unserem Einfamilienhaus so wenig für Heizwärme bezahlt wie selten zuvor – und ich erkläre euch genau, welche Rolle die PV-Anlage, der dynamische Stromtarif und die Wärmepumpe dabei gespielt haben.
Unsere Erfahrung zeigt: Wer eine Wärmepumpe clever mit einer Photovoltaikanlage und einem dynamischen Stromtarif kombiniert, kann die Heizkosten massiv senken. Ich teile alle Zahlen transparent – Strombezug, Autarkie, Kosten.
Warum war das Heizen im März so günstig?
Der März bringt für uns die perfekte Kombination: noch Heizbedarf in den Morgen- und Abendstunden, aber schon ausreichend Sonnenstunden tagsüber für die PV-Anlage. Das bedeutet, die Wärmepumpe kann über die Mittagszeit mit selbst erzeugtem Solarstrom betrieben werden, während die Überschussphasen genutzt werden, um den Estrich oder den Pufferspeicher auf Temperatur zu bringen.
Zusätzlich haben wir einen dynamischen Stromtarif. Das bedeutet, ich zahle stündlich unterschiedliche Strompreise, die sich an den Börsenpreisen orientieren. An manchen Stunden im März war der Strompreis äußerst günstig oder sogar negativ – eine perfekte Gelegenheit, die Wärmepumpe gezielt zu betreiben.
Wie viel Strom haben wir im März aus dem Netz bezogen?
Im März hatten wir in unserem Einfamilienhaus – mit Wärmepumpe, Elektroauto und normalem Haushalt – einen signifikant niedrigen Netzbezug. Der Eigenverbrauch des selbst erzeugten PV-Stroms war deutlich höher als in den Wintermonaten. Die Autarkie lag damit deutlich über den Werten vom Januar und Februar.
Die Wärmepumpe hat im März weniger Strom verbraucht als in den Wintermonaten, da die Außentemperaturen milder wurden und die Effizienz der Anlage entsprechend gestiegen ist. Der höhere COP bei milden Temperaturen sorgt dafür, dass dieselbe Wärmemenge mit deutlich weniger Strom erzeugt werden kann.
Welche Rolle spielt der dynamische Stromtarif beim günstigen Heizen?
Der dynamische Stromtarif ist ein entscheidender Hebel. Meine Wärmepumpe lässt sich so steuern, dass sie bevorzugt zu den Günstigst-Stunden läuft – meist dann, wenn viel Wind- und Solarstrom im Netz ist und die Börsenpreise fallen. Kombiniert man das mit dem eigenen PV-Strom, ergibt sich ein optimales System.
Ein Beispiel aus meiner Praxis: An windigen Sonntagen mit viel PV-Erzeugung im Netz sanken die Strompreise teilweise unter 5 Cent je kWh. Zu diesen Zeiten habe ich die Wärmepumpe auf Höchstleistung betrieben, den Pufferspeicher und den Warmwasserspeicher aufgeheizt und damit Energie für die nächsten Stunden „gebunkert“.
Wie viel Autarkie ist im März mit PV und Wärmepumpe möglich?
Im März steigt die Autarkie im Vergleich zu den Wintermonaten deutlich an. Mit einer gut dimensionierten PV-Anlage und einem Stromspeicher kann man im März bereits Autarkiewerte von 40–60% erreichen – je nach Lage, Ausrichtung und Dachfläche. Ohne Speicher liegt die Autarkie im März typischerweise bei 25–40%.
Monat | Autarkie (mit Speicher) | WP-Strom (ca.) |
Januar | 15–25% | hoch (COP 2,5–3,0) |
März | 40–60% | mittel (COP 3,5–4,5) |
Juni | 70–90% | gering (nur Warmwasser) |
Wie kombiniert man PV und Wärmepumpe optimal für niedrige Heizkosten?
Aus meiner Erfahrung funktioniert die Kombination am besten, wenn die Wärmepumpe intelligent gesteuert wird. Das bedeutet: Die Anlage erkennt, wann PV-Strom vorhanden ist, wann die Börsenpreise niedrig sind und wann Heizbedarf besteht. Diese drei Informationen werden kombiniert, um die Heizzeit optimal zu legen.
Meine Empfehlung: Nutzt ein Energiemanagementsystem (EMS), das Wärmepumpe, PV-Anlage, Speicher und ggf. Wallbox koordiniert. Systeme wie SMA Home Manager, Loxone oder spezialisierte Lösungen der Wärmepumpenhersteller bieten diese Möglichkeit. Das spart spürbar Geld.
Fazit
Die Kombination aus Wärmepumpe, Photovoltaik und dynamischem Stromtarif ist eine kraftvolle Möglichkeit, die Heizkosten zu minimieren. Besonders im Frühjahr und Herbst, wenn noch Heizbedarf besteht, aber die PV-Anlage schon gute Erträge liefert, kann man von sehr günstigen Heizbedingungen profitieren. Mit einem intelligenten Energiemanagement lässt sich der Eigenverbrauch des Solarstroms maximieren und der teure Netzbezug auf ein Minimum reduzieren.
Häufige Fragen
Lohnt sich die Kombination Wärmepumpe und Photovoltaik?
Ja, die Kombination lohnt sich in den meisten Fällen sehr. Die Wärmepumpe verbraucht viel Strom, den die PV-Anlage günstig liefert. Je mehr PV-Strom die Wärmepumpe nutzen kann, desto niedriger sind die Betriebskosten.
Wie groß sollte die PV-Anlage für eine Wärmepumpe sein?
Als Faustregel gilt: Pro kW Wärmepumpenleistung sollte man etwa 1–2 kWp PV einplanen. Für ein typisches EFH mit 10 kW Wärmepumpe empfehle ich daher mindestens 10 kWp, besser 12–15 kWp PV-Leistung.
Was ist ein dynamischer Stromtarif und lohnt er sich?
Ein dynamischer Stromtarif orientiert sich an den stündlichen Börsenpreisen. Zu günstigen Stunden zahlt man weniger, zu teuren Stunden mehr. Wer flexible Verbraucher wie Wärmepumpe oder Wallbox hat, profitiert erheblich.
Kann eine Wärmepumpe vollständig mit PV-Strom betrieben werden?
Im Sommer und Herbst kann ein Großteil des Wärmepumpenstroms für Warmwasser aus PV kommen. Im Winter ist die vollständige Deckung kaum möglich, da die PV-Erträge niedrig und der Heizbedarf hoch sind.

