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Wärmepumpen ohne Außengerät? Welche gibt es und was sind Vor- und Nachteile?

  • 5. Feb.
  • 3 Min. Lesezeit

Wärmepumpen ohne Außengerät – gibt es die überhaupt und für wen sind sie geeignet? Ich habe mich mit Marco von SHK Info zusammengesetzt und alle gängigen Wärmepumpentypen durchgesprochen: Luft-Wasser, Wasser-Wasser, Sole-Wasser (Erdwärme) und die sogenannten Innengeräte ohne kompaktes Außengerät.

Das Thema ist wichtiger als viele denken: Nicht jedes Haus eignet sich für eine klassische Luft-Wasser-Wärmepumpe mit großem Außengerät. Baugrenzen, Lärmschutz und die Lage des Gebäudes können eine Erdwärmepumpe oder andere Varianten zu den besseren Alternativen machen.

Luft, Wasser oder Erde? Ich gehe jeden Typ durch: Was ist die Technologie dahinter, welche Effizienz ist realistisch, und was sind die konkreten Vor- und Nachteile für den Hausbesitzer im Alltag?


Wärmepumpen ohne Außengerät? Welche gibt es und was sind Vor- und Nachteile?


Welche Wärmepumpen gibt es ohne klassisches Außengerät?

Die klassische Luft-Wasser-Wärmepumpe hat ein Außengerät, das außen aufgestellt wird und Luft als Wärmequelle nutzt. Aber es gibt Alternativen:

1. Erdwärmepumpe (Sole-Wasser): Nutzt die konstante Bodentemperatur von 8 bis 12 Grad Celsius. Die Kältemittelkreis-Technik befindet sich im Innenraum – kein Außengerät nötig, aber Erdkollektoren oder eine Tiefenbohrung.

2. Grundwasser-Wärmepumpe (Wasser-Wasser): Nutzt Grundwasser als Wärmequelle, ebenfalls kein Außengerät. Höchste Effizienz (JAZ 5 bis 6), aber aufwändige Genehmigung und zwei Brunnen nötig.

3. Split-Luft-Wärmepumpe: Das Außengerät ist vorhanden, aber sehr kompakt (wie eine Klimaanlage). Geeignet für beengte Platzsituationen.


Was sind die Vor- und Nachteile der Erdwärmepumpe?

Kriterium

Erdwärmepumpe

Luft-Wasser-WP

Jahresarbeitszahl

3,8 bis 5,0

2,8 bis 4,0

Lärmpegel

Kein Außenlärm

35 bis 55 dB(A)

Investitionskosten

20.000 bis 35.000 EUR

12.000 bis 20.000 EUR

Platz außen nötig

Erdkollektoren oder Bohrung

Außengerät 2x2 m


Für wen ist eine Erdwärmepumpe die bessere Wahl?

Eine Erdwärmepumpe eignet sich besonders für Hausbesitzer, die ausreichend Grundstück für Erdkollektoren haben (Flächenkollektor) oder eine Tiefenbohrung genehmigt bekommen. Das Hauptargument: Die konstante Quellentemperatur von 8 bis 12 Grad – unabhängig von der Außentemperatur – sorgt für eine gleichmäßig hohe Effizienz das ganze Jahr.

Wer hingegen in einer Reihenhaussiedlung wohnt, kein genehmigungsfähiges Grundwasser hat und ein begrenztes Grundstück besitzt, ist mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe besser bedient. Einfachere Planung, schnellere Installation und deutlich geringere Anschaffungskosten überwiegen dann die Effizienzvorteile der Erdwärme.


Welche Wärmepumpe ist die effizienteste?

Gemessen an der Jahresarbeitszahl ist die Reihenfolge klar: Grundwasser-Wärmepumpe (JAZ 5 bis 6) vor Erdwärmepumpe (JAZ 4 bis 5) vor Luft-Wasser-Wärmepumpe (JAZ 3 bis 4). Aber: Die höhere Effizienz allein macht noch keine bessere Investition.

Marco bringt es auf den Punkt: Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet 15.000 EUR und hat eine JAZ von 3,5. Eine Erdwärmepumpe kostet 28.000 EUR und hat eine JAZ von 4,5. Die Mehrkosten von 13.000 EUR amortisieren sich erst nach vielen Jahren durch den niedrigeren Stromverbrauch. Für viele Haushalte ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe daher die wirtschaftlichste Wahl.


Was sollte ich bei der Wahl des Wärmepumpentyps beachten?

Meine Empfehlung auf Basis des Gesprächs mit Marco: Lass zuerst eine Heizlastberechnung durchführen. Dann kläre die Möglichkeiten für Erdwärme oder Grundwasser auf deinem Grundstück ab. Hol dir mindestens drei Angebote ein. Und rechne nicht nur die Investitionskosten, sondern auch die Betriebskosten über 15 bis 20 Jahre durch.


Fazit:

Wärmepumpen ohne Außengerät sind möglich – als Erd- oder Grundwasser-Wärmepumpe. Sie sind effizienter als die Luft-Wasser-Variante, aber teurer und aufwändiger in der Installation. Für die meisten Hausbesitzer ist eine gut dimensionierte Luft-Wasser-Wärmepumpe die praktischere und oft auch wirtschaftlichere Lösung. Der Schlüssel liegt in der sorgfältigen Planung.


Häufige Fragen

Gibt es Wärmepumpen ohne Außengerät?

Ja: Erdwärmepumpen (Sole-Wasser) und Grundwasser-Wärmepumpen (Wasser-Wasser) haben kein klassisches Außengerät. Sie nutzen stattdessen Erdkollektoren, Tiefenbohrungen oder Brunnen als Wärmequelle.

Was ist effizienter: Luft-Wasser oder Erdwärmepumpe?

Die Erdwärmepumpe ist effizienter (JAZ 4 bis 5 vs. 3 bis 4 bei Luft). Ob sich die höhere Investition rechnet, hängt von den Gesamtkosten über die Lebensdauer ab.

Wie laut ist eine Luft-Wasser-Wärmepumpe?

Moderne Luft-Wasser-Wärmepumpen produzieren außen 35 bis 50 dB(A), vergleichbar mit einem leisen Gespräch. Bei Nachtbetrieb sollte der Abstand zu Schlafzimmer und Grundstücksgrenze geprüft werden.

Was kostet eine Tiefenbohrung für die Erdwärmepumpe?

Eine Tiefenbohrung kostet je nach Tiefe und Region 5.000 bis 15.000 EUR und ist genehmigungspflichtig. Für ein Einfamilienhaus sind oft 80 bis 150 Meter Tiefe nötig.

Welche Wärmepumpe ist für den Altbau am besten geeignet?

Im Altbau ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe am häufigsten die beste Wahl, da sie flexibel und kostengünstiger ist. Wenn Erdwärme genehmigungsfähig ist und ausreichend Platz vorhanden ist, ist die Erdwärmepumpe effizienter.


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