Wärmepumpe im Altbau: Wie viel Strom braucht sie im Dezember?
- 5. Jan. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe im Altbau wirklich – und was kostet das im ersten Betriebsmonat? Ich habe unsere Wärmepumpe im Dezember erstmals in Betrieb genommen und zeige dir alle echten Verbrauchswerte.
Unser Altbau ist kein Niedrigenergiehaus – und genau deshalb war ich gespannt, was die Wärmepumpe im kältesten Monat des Jahres leistet. Die Kombination mit unserer Photovoltaikanlage hat dabei eine wichtige Rolle gespielt.
Wie viel Strom hat unsere Wärmepumpe im Dezember verbraucht?
Unsere Wärmepumpe hat im ersten Betriebsmonat Dezember rund 600 kWh Strom verbraucht. Das klingt viel – aber im Vergleich zu einer Gasheizung haben wir trotzdem günstiger geheizt, weil die Wärmepumpe aus 1 kWh Strom rund 3 kWh Wärme erzeugt (COP ca. 3). Der Gesamtverbrauch des Haushalts inklusive Wärmepumpe lag bei etwa 900 kWh im Dezember.
Was hat die Photovoltaikanlage im Dezember zur Wärmepumpe beigetragen?
Die PV-Anlage konnte im Dezember nur einen kleinen Teil des Wärmepumpen-Stroms decken – das ist im Winter normal. Meine Anlage hat im Dezember rund 120 kWh erzeugt. Damit wurden etwa 20 % des Wärmepumpen-Stroms aus eigener Produktion gedeckt. Der Rest kam aus dem Netz, idealerweise zu günstigen Zeiten über unseren dynamischen Tarif.
Wie hoch waren die Stromkosten mit der Wärmepumpe im ersten Monat?
Meine Stromkosten im Dezember lagen bei etwa 180 Euro für den gesamten Haushalt inklusive Wärmepumpe. Ohne Wärmepumpe hätte ich bei unserer früheren Gasheizung im Dezember schätzungsweise 220-250 Euro für Gas ausgegeben. Der Wechsel zur Wärmepumpe hat sich also bereits im ersten Monat als wirtschaftlich sinnvoll erwiesen – trotz der höheren Strompreise im Vergleich zu Gas.
Lohnt sich eine Wärmepumpe im Altbau überhaupt?
Ja – aber mit Bedingungen. Meine Erfahrung zeigt: Eine Wärmepumpe im Altbau funktioniert, wenn die Heizkörper für niedrige Vorlauftemperaturen ausgelegt oder ausgetauscht wurden. Bei uns war das der Fall. Die JAZ (Jahresarbeitszahl) im Dezember lag bei ca. 2,8 – das ist für einen Altbau im Winter ein akzeptabler Wert. Mit steigenden Außentemperaturen im Frühling wird die Effizienz deutlich besser.
Welchen Einfluss hatte der dynamische Stromtarif auf die Kosten?
Mit einem dynamischen Stromtarif konnte ich die Wärmepumpe gezielt zu günstigen Stunden betreiben. An manchen Stunden im Dezember lag der Börsenpreis unter 5 Cent/kWh – dann habe ich das Haus vorgeheizt und den Speicher geladen. Das hat die Kosten gegenüber einem Festpreistarif spürbar reduziert. Ich schätze die Einsparung durch den dynamischen Tarif auf etwa 15-20 % der Heizkosten.
Hier sind meine Verbrauchswerte aus dem Dezember im Überblick:
Kennzahl | Wert Dezember |
Wärmepumpen-Stromverbrauch | ca. 600 kWh |
Gesamtverbrauch Haushalt | ca. 900 kWh |
PV-Erzeugung Dezember | ca. 120 kWh |
Stromkosten gesamt | ca. 180 € |
Jahresarbeitszahl (JAZ) Dezember | ca. 2,8 |
Fazit: Wärmepumpe im Altbau im Dezember – mein erstes Fazit
Meine erste Erfahrung mit der Wärmepumpe im Altbau ist positiv – trotz hohem Verbrauch im Dezember. Die Kombination aus Wärmepumpe, PV-Anlage und dynamischem Stromtarif funktioniert als System. Der Schlüssel liegt darin, die Wärmepumpe intelligent zu steuern und günstige Stromphasen zu nutzen. Langfristig bin ich überzeugt, dass sich die Investition auszahlt.
Wie hoch ist der typische Stromverbrauch einer Wärmepumpe im Winter?
Eine Wärmepumpe im Einfamilienhaus verbraucht im Winter typischerweise 800–1.500 kWh pro Monat, abhängig von Gebäudedämmung, Außentemperatur und gewünschter Raumtemperatur. Im Altbau ohne zusätzliche Dämmmaßnahmen liegt der Verbrauch eher am oberen Ende dieser Spanne.
Was ist die Jahresarbeitszahl (JAZ) und warum ist sie wichtig?
Die JAZ gibt an, wie viel Wärme eine Wärmepumpe pro eingesetzter kWh Strom erzeugt. Eine JAZ von 3 bedeutet: aus 1 kWh Strom werden 3 kWh Wärme. Im Altbau mit höheren Vorlauftemperaturen ist die JAZ geringer als im Neubau. Ziel ist es, die JAZ durch optimierte Einstellungen und gute Dämmung möglichst hoch zu halten.
Kann eine PV-Anlage im Winter die Wärmepumpe nennenswert unterstützen?
Im Winter erzeugt eine PV-Anlage deutlich weniger Strom als im Sommer. Ein relevanter Eigenverbrauchsanteil von 20–30 % ist im Dezember trotzdem möglich, wenn die Anlage groß genug dimensioniert ist. Wichtiger als die direkte PV-Nutzung ist die intelligente Steuerung: Wärmepumpe und Speicher zu Zeiten niedriger Strompreise betreiben.
Welche Vorlauftemperatur braucht eine Wärmepumpe im Altbau?
Im Altbau werden häufig Vorlauftemperaturen von 50–60°C benötigt, da die Heizkörper für Hochtemperatur-Systeme ausgelegt sind. Eine Wärmepumpe ist dabei weniger effizient als bei 35–45°C. Wer die Effizienz verbessern will, sollte Heizkörper auf überdimensionierte Auslegung prüfen oder auf Flächenheizung umstellen.

