top of page

Wärmepumpe im Altbau: Die beste Wahl mit PV-Anlage und Speicher?

  • 24. März 2024
  • 3 Min. Lesezeit

Meine Gasheizung ist kaputt – und plötzlich stellt sich die Frage: Was nun? Eine neue Gasheizung? Eine Wärmepumpe? Und funktioniert eine Wärmepumpe überhaupt im Altbau? Ich bin genau in dieser Situation und erkläre, welche Überlegungen mich zu einer Entscheidung geführt haben – und welche Rolle meine PV-Anlage mit Speicher dabei spielt.


Wärmepumpe im Altbau: Die beste Wahl mit PV-Anlage und Speicher?


Funktioniert eine Wärmepumpe wirklich im Altbau?

Das Vorurteil ist hartnäckig: Wärmepumpen funktionieren nur in gut gedämmten Neubauten. Das stimmt nicht generell. Entscheidend ist die Vorlauftemperatur, die benötigt wird, um das Haus zu heizen. In Altbauten mit alten Gusseisenradiatoren werden oft Vorlauftemperaturen von 70 bis 80 Grad C benötigt – das ist ineffizient für eine Wärmepumpe. Wenn jedoch eine Teilsanierung möglich ist (neue Heizkörper, bessere Dämmung), kann die Vorlauftemperatur auf 50 bis 55 Grad gesenkt werden. Dann arbeitet eine Wärmepumpe mit einem COP von 2,5 bis 3,5 wirtschaftlich. Mein Altbau hat nach einer Überprüfung gute Chancen.


Müssen im Altbau die Heizkörper für eine Wärmepumpe getauscht werden?

Nicht zwingend, aber oft empfehlenswert. Moderne Niedertemperaturheizkörper sind größer und geben bei niedrigeren Vorlauftemperaturen dieselbe Wärmemenge ab wie alte Radiatoren bei höherer Temperatur. Eine Alternative ist Fußbodenheizung – sie arbeitet mit Vorlauftemperaturen von 30 bis 45 Grad und ist ideal für Wärmepumpen. In meinem Fall werde ich in den wichtigsten Räumen neue, größere Heizkörper installieren, in anderen Bereichen ist die vorhandene Infrastruktur bereits ausreichend. Eine Heizlastberechnung durch einen Fachmann ist die Grundlage jeder Entscheidung.


Wie profitiert eine Wärmepumpe von einer vorhandenen PV-Anlage?

Eine Wärmepumpe ist der perfekte Verbrauchspartner für eine PV-Anlage. Sie verbraucht typischerweise 3.000 bis 6.000 kWh Strom pro Jahr – genau die Menge, die eine PV-Anlage im Sommer gerne zusätzlich einspeist, statt sie zu verschenken. Mit einem PV-Überschussmanagement lädt die Wärmepumpe bevorzugt dann, wenn die Sonne scheint. Das senkt die Betriebskosten dramatisch, weil ich statt Netzstrom für 28 Cent meinen eigenen PV-Strom für effektiv unter 10 Cent nutze. Ich kombiniere das noch mit meinem 20 kWh Speicher, der den Überschuss auch für die Abendstunden zurückhalt.


Welche Förderungen gibt es für eine Wärmepumpe im Altbau?

Die BEG-Förderung (Bundesförderung Effiziente Gebäude) bietet beim Heizungstausch auf Wärmepumpe attraktive Zuschusslösungen. Der Grundbonus beträgt 30 Prozent, mit Einkommensbonus können es bis zu 70 Prozent sein. Zusätzlich gibt es einen Bonus für den Austausch einer alten Gas- oder Ölheizung. Beim Neubau einer Wärmepumpe in Verbindung mit einer PV-Anlage lässt sich so ein erheblicher Teil der Investitionskosten fördern lassen. Ich empfehle, sich frühzeitig über aktuelle Förderkonditionen bei der KfW oder dem BAFA zu informieren, da sich Konditionen ändern können.


Luft-Luft oder Luft-Wasser Wärmepumpe: Was ist im Altbau besser?

Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist die häufigste Wahl im Altbau, da sie das vorhandene Heizsystem (Heizkörper oder Fußbodenheizung) weiter nutzen kann. Die Luft-Luft-Wärmepumpe (auch Wärmepumpen-Klimaanlage) ist günstiger, heizt aber nur einzelne Räume und benötigt in jedem Zimmer ein Innengerät. Sie eignet sich gut als Übergangslösung oder zusätzliche Heizquelle. In meinem Fall setze ich auf eine Luft-Wasser-Wärmepumpe in Kombination mit der Infrastruktur des bestehenden Heizungssystems.


Wärmepumpe im Altbau: Vergleich Luft-Wasser vs. Luft-Luft

Kriterium

Luft-Wasser

Luft-Luft

Zentralheizung nutzbar

Ja

Nein

Investitionskosten

Höher

Niedriger

BEG-Förderfähig

Ja

Teilweise


Fazit: Wärmepumpe im Altbau ist möglich – besonders mit PV

Die Wärmepumpe im Altbau ist kein unmögliches Projekt – sie braucht eine sorgfältige Planung. Mit einer Heizlastberechnung, der richtigen Heizkörperauswahl und einem PV-System mit Speicher lässt sich eine Wärmepumpe auch in einem älteren Gebäude wirtschaftlich betreiben. Ich sehe die Kombination aus Wärmepumpe und PV-Anlage als die zukunftssicherste Lösung – unabhängig von Gas, Günstig im Betrieb und mit attraktiver Förderung.


FAQ: Wärmepumpe im Altbau

Kann eine Wärmepumpe einen alten Altbau beheizen?

Ja, wenn die benötigte Vorlauftemperatur unter 55 Grad Celsius liegt oder durch neue Heizkörper gesenkt werden kann. Eine Heizlastberechnung ist zwingend notwendig.

Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe pro Jahr?

Typischerweise 3.000 bis 6.000 kWh pro Jahr, je nach Gebäudegröße und Dämmzustand. Dieser Strom lässt sich gut durch eine PV-Anlage abdecken.

Wie hoch ist die Förderung für eine Wärmepumpe?

Die BEG-Förderung beträgt 30 Prozent Grundbonus beim Heizungstausch, plus ggf. Einkommens- und Klimabonus. In bestimmten Fällen sind bis zu 70 Prozent Förderung möglich.

Macht eine Wärmepumpe ohne PV-Anlage Sinn?

Ja, auch ohne PV ist eine Wärmepumpe meist günstiger als eine Gasheizung, da der COP 3 bis 5 beträgt. Mit PV steigt die Wirtschaftlichkeit nochmals erheblich.


Photovoltaik
Angebote

Erhalte individuelle & unverbindliche Angebote von zuverlässigen Partnern aus meinem Netzwerk.

Wissens-
plattform

Fundiertes Wissen zu Photovoltaik und Wärmepumpe – inklusive Checklisten, Leitfäden und strukturierter Entscheidungsgrundlagen.

bottom of page