Wärmepumpe im Altbau: So geht´s! #Teil1 | Konkrete Schritte zum Angebot
- 23. Sept. 2024
- 3 Min. Lesezeit
Eine Wärmepumpe im Altbau – geht das wirklich? Ja, und ich zeige dir mit 1KOMMA5°-Experte Lukas, wie das konkret funktioniert. In diesem ersten Teil geht es um die ersten Schritte: Was muss ich klären, bevor ich ein Angebot einholen kann? Wie läuft der Prozess ab? Und welche Informationen braucht ein seriöser Installateur?
Ist eine Wärmepumpe im Altbau ohne Sanierung sinnvoll?
Ja, eine Wärmepumpe funktioniert auch im unsanierten Altbau – aber mit Einschränkungen. Der entscheidende Faktor ist die Vorlauftemperatur: Je schlechter die Dämmung, desto höhere Vorlauftemperaturen braucht das Heizsystem. Moderne Wärmepumpen können Vorlauftemperaturen bis 65 Grad erzeugen, verlieren aber bei hohen Temperaturen an Effizienz (niedrigere COP). Lukas erklärt, ab welcher Heizlast und welchen Vorlauftemperaturen eine Wärmepumpe noch wirtschaftlich ist.
Was sind die ersten konkreten Schritte für eine Wärmepumpe im Altbau?
Schritt eins ist immer die Bestandsaufnahme. Welche Heizkurve fährt meine aktuelle Heizung? Welche Vorlauftemperatur brauche ich an den kältesten Tagen? Das sind Informationen, die ich von meiner Heizungssteuerung ablesen oder bei einem Heizungsbauer erfragen kann. Schritt zwei: Grundsätzlich überlegen, ob Radiatoren oder Flächenheizung vorhanden ist – Flächenheizung ist deutlich günstiger für eine Wärmepumpe. Schritt drei: Angebote von SHK-Betrieben mit ausgewiesener Wärmepumpenerfahrung einholen.
Wie läuft ein Erstgespräch mit einem Wärmepumpen-Installateur ab?
Ein gutes Erstgespräch beginnt mit der Heizlastberechnung. Lukas erklärt, was er als Erstes fragt: Baujahr, Gebäudetyp, Heizfläche, Art der Wärmeübergabe (Radiatoren, Fußbodenheizung, Deckenheizung) und aktuelle Heizkurve. Diese Informationen bestimmen, ob überhaupt eine Wärmepumpe sinnvoll ist und wenn ja, welcher Typ. Betriebe, die ohne diese Angaben direkt ein Angebot schicken, sollte ich kritisch hinterfragen.
Welche Förderungen gibt es 2024 für Wärmepumpen im Altbau?
Die BEG-Förderung (Bundesförderung für effiziente Gebäude) ist die Hauptförderung: Grundförderung 30 Prozent, plus Klimageschwindigkeitsbonus 20 Prozent bei Austausch einer fossil beheizten Heizung, plus einkommensabhängiger Bonus bis 30 Prozent. Maximal 70 Prozent Förderung sind möglich, auf maximal 30.000 Euro anrechenbare Kosten – also bis zu 21.000 Euro Zuschuss. Die Förderantrag muss vor Auftragserteilung gestellt werden.
Welche Wärmepumpentypen eignen sich für den Altbau besonders?
Für den Altbau eignen sich besonders Luft-Wasser-Wärmepumpen der neueren Generation (z.B. mit Kältemittel R290), die noch bei Temperaturen bis minus 15 bis minus 20 Grad effizient arbeiten. Hochtemperatur-Wärmepumpen wie die Vaillant aroTHERM plus oder Bosch Compress 7000i AW können Vorlauftemperaturen bis 70 Grad erreichen. Das ermöglicht auch den Betrieb an Radiatorheizungen ohne kompletten Heizkörpertausch.
Altbau und Wärmepumpe: Machbarkeit nach Voraussetzungen:
Voraussetzung | Eignung Wärmepumpe |
Fußbodenheizung vorhanden | Sehr gut geeignet (niedrige VL-Temp.) |
Große Radiatoren (Bj. 1980+) | Gut geeignet mit HT-Wärmepumpe |
Alte kleine Radiatoren (Bj. vor 1970) | Bedingt; Heizkörpertausch empfohlen |
Sehr schlechte Dämmung (Heizlast >150 W/m²) | Kritisch; Sanierungsmaßnahmen prüfen |
Wärmepumpe im Altbau ist kein Wagnis, wenn man es richtig angeht. Mein wichtigster Tipp: Mit einem erfahrenen Betrieb starten, der zunächst eine Heizlastberechnung macht und dann ehrlich bewertet, ob und unter welchen Bedingungen eine Wärmepumpe sinnvoll ist. Wer die Förderantrag nicht vor Vertragsabschluss stellt, verliert bis zu 21.000 Euro.
Kann ich eine Wärmepumpe im Altbau ohne Sanierung betreiben?
Ja, das ist möglich – bei mittlerem Dämmstandard und mit einer Hochtemperatur-Wärmepumpe (HT-WP). Die Effizienz ist dann geringer als bei gut gedämmten Gebäuden, aber immer noch deutlich besser als Gasheizung. Eine Kosten-Nutzen-Abwägung mit einem Experten ist empfehlenswert.
Was ist der Klimageschwindigkeitsbonus bei der BEG-Förderung?
Der Klimageschwindigkeitsbonus (20 Prozentpunkte) wird gewährt, wenn eine funktionierende Gasheizung, Ölheizung oder Nachtspeicherheizung durch eine Wärmepumpe ersetzt wird. Dieser Bonus läuft Ende 2028 aus und ist daher ein zusätzlicher Anreiz, jetzt zu handeln.
Wann muss der Förderantrag für eine Wärmepumpe gestellt werden?
Der Antrag muss zwingend vor der Auftragserteilung an den Installationsbetrieb gestellt werden. Das bedeutet: Erst BEG-Antrag beim BAFA stellen, dann unterschreiben. Wer zuerst unterschreibt und dann antragstellt, verliert den gesamten Zuschuss.
Was kostet eine Wärmepumpe im Altbau inklusive Installation?
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Installation kostet für ein Einfamilienhaus typischerweise 20.000 bis 35.000 Euro brutto. Nach BEG-Förderung (30–50 Prozent) bleiben effektiv 12.000 bis 25.000 Euro. Die genauen Kosten hängen stark von baulichen Gegebenheiten, Heizkörpertausch und Speicherbedarf ab.

