Wärmepumpe im Altbau: Heizlastberechnung in der Praxis mit SHK Info
- 5. Mai 2024
- 3 Min. Lesezeit
Kann mein Altbau mit einer Wärmepumpe beheizt werden? Das ist die entscheidende Frage, bevor ich mich für oder gegen eine Wärmepumpe entscheide. Marco von SHK Info war bei mir und hat die Heizlastberechnung meines Altbaus aus dem Jahr 1960 direkt vor Ort durchgeführt. Das Ergebnis war überraschender als erwartet.
Heizlastberechnung im Altbau: Schritt für Schritt mit Marco von SHK Info
Was ist eine Heizlastberechnung und warum ist sie so wichtig?
Die Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 ermittelt, wie viel Heizleistung mein Haus an einem kalten Wintertag benötigt. Das ist die Basis für die Auslegung einer Wärmepumpe. Marco hat mir erklärt: Wer eine Wärmepumpe kauft, ohne vorher die Heizlast zu kennen, riskiert eine überdimensionierte oder unterdimensionierte Anlage – beides ist teuer. Ich habe bei mir zuerst die Heizlast bestimmt, bevor ich über Modelle nachgedacht habe.
Wie wurde die Heizlastberechnung bei mir vor Ort durchgeführt?
Marco von SHK Info hat alle Heizkurvendaten, Raumdaten und Wandaufbauten aufgenommen. Für meinen Altbau von 1960 wurden die U-Werte der Wände, Fenster und des Daches abgeschätzt. Das gesamte Verfahren dauerte ca. zwei Stunden. Ergebnis: Mein Haus hat eine Heizlast von rund 12 kW – das ist höher als bei einem sanierten Haus, aber mit einer Wärmepumpe gut beherrschbar, wenn die Vorlauftemperaturen moderat gehalten werden.
Ist eine Wärmepumpe im unsanierten Altbau wirklich möglich?
Ja – aber mit Einschränkungen. Marco hat mir erklärt: Entscheidend ist die Vorlauftemperatur. Viele Altbauten benötigen 55–70°C Vorlauf, was den Wirkungsgrad (COP) der Wärmepumpe senkt. Moderne Hochtemperatur-Wärmepumpen können bis 75°C liefern, sind aber teurer. Eine Alternative ist die Kombination aus Splitklima und Gas- oder Pelletheizung. Mein Altbau liegt aktuell bei 60°C Vorlauf – eine Hochtemperatur-Wärmepumpe wäre sinnvoll.
Wie kann ich selbst eine Heizlastberechnung durchführen?
Marco hat eine vereinfachte Methode gezeigt: Mit der Heizkurve des bestehenden Systems und den bisherigen Verbrauchsdaten lässt sich die Heizlast grob ableiten. Für eine genaue Berechnung sollte man einen Fachmann beauftragen. Es gibt auch kostenlose Online-Rechner – diese sind aber für Altbauten oft ungenau, weil sie Standard-U-Werte verwenden. Ich empfehle eine professionelle Vor-Ort-Analyse.
Welche Förderungen gibt es für eine Wärmepumpe im Altbau?
Durch das Gebäudeenergiegesetz (GEG) und die BEG-Förderung des BAFA/KfW gibt es aktuell attraktive Zuschüsse für den Einbau von Wärmepumpen – bis zu 70 % der Investitionskosten unter bestimmten Voraussetzungen. Meine Empfehlung: Vor der Investition unbedingt einen Energieberater einschalten, der die Förderantragstellung begleitet. Das spart tausende Euro.
Heizlast: Altbau vs. sanierter Neubau im Vergleich
Merkmal | Altbau (unsaniert) | Neubau (KfW 55) |
Heizlast (150 m²) | 10–15 kW | 4–6 kW |
Vorlauftemperatur | 55–70°C | 35–45°C |
Fazit: Wärmepumpe im Altbau – ja oder nein?
Meine Erfahrung: Die Heizlastberechnung ist der erste und wichtigste Schritt. Mein Altbau von 1960 ist mit einer Wärmepumpe beheizbar – mit der richtigen Auslegung und einem Hochtemperaturmodell. Wer diesen Schritt überspringt, riskiert eine Fehlinvestition. Meine Empfehlung: Zuerst Heizlast berechnen lassen, dann Angebote einholen.
FAQ: Wärmepumpe Altbau – häufige Fragen
Kann man ohne Sanierung eine Wärmepumpe einbauen?
Ja, aber Hochtemperatur-Wärmepumpen sind dann nötig. Die Effizienz sinkt, bleibt aber meist besser als eine Gasheizung – vor allem in Kombination mit PV.
Was kostet eine Heizlastberechnung?
Eine professionelle Heizlastberechnung kostet 200–600 Euro. Viele Wärmepumpen-Installateure bieten sie kostenlos oder günstig als Teil einer Angebotserstellung an.
Wie hoch sind die Förderungen für eine Wärmepumpe im Altbau?
Bis zu 70 % der Investitionskosten werden bei BEG-Förderung (BAFA/KfW) unterstützt, wenn alte Heizung gegen Wärmepumpe getauscht wird (Stand 2024). Die genauen Bedingungen ändern sich – aktuell informieren.
Reichen bestehende Heizkörper für eine Wärmepumpe?
Das hängt von der Heizkörpergröße und der benötigten Vorlauftemperatur ab. Große alte Gussheizkörper können oft bei niedrigen Vorlauftemperaturen betrieben werden. Eine Einzelraumanalyse klärt das.

