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Wärmepumpe im Altbau: Heizlast berechnen und Pufferspeicher – Expertengespräch #Teil3

  • 27. Okt. 2024
  • 3 Min. Lesezeit

Wie groß muss die Wärmepumpe werden, und was hat das mit der Heizlast zu tun? Müssen im Altbau Heizkörper getauscht werden, um eine Wärmepumpe sinnvoll betreiben zu können? Diese Fragen habe ich mit Lukas, einem Experten von 1KOMMA5°, durchgesprochen – im dritten Teil unserer Gesprächsreihe über die Wärmepumpe in Kombination mit Photovoltaik.


Wärmepumpe im Altbau: Heizlast berechnen und Fragen zum Pufferspeicher mit 1Komma5° Experten


Was ist die Heizlast und warum ist sie für die Wärmepumpe so entscheidend?

Die Heizlast gibt an, wie viel Wärmeleistung ein Gebäude bei der kältesten anzunehmenden Außentemperatur benötigt, um die gewünschte Innentemperatur zu halten. Sie wird in Kilowatt (kW) angegeben und ist die Grundlage für die Dimensionierung der Wärmepumpe. Ist die Heizlast zu niedrig angesetzt, kämpft die Wärmepumpe an kalten Tagen – zu hoch angesetzt, läuft sie ineffizient im Teillastbetrieb und taktet häufig. Lukas von 1KOMMA5° erklärt, wie eine Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 abläuft und welche Gebaudedaten dafür benötigt werden.


Wie wird die Heizlast für eine Wärmepumpe im Altbau berechnet?

Die Heizlastberechnung berücksichtigt die Größe des Hauses, die Dämmung von Dach, Wand und Keller, die Art der Fenster, die Belüftung und den gewünschten Norm-Innentemperaturen je Raum. Im Altbau gibt es dabei häufig Unbekannte: Wie gut ist die Bausubstanz wirklich? Sind Rollladenkkästen und Türen dicht? Lukas erklärt, dass eine grobe Schätzung auf Basis des bisherigen Gasverbrauchs möglich ist, aber eine detaillierte Vor-Ort-Analyse durch einen Fachmann für eine zuverlässige Dimensionierung unerlässlich ist. Ich habe bei meiner Anlage selbst erlebt, wie sich ein ungenaues Berechnen auf den Betrieb auswirkt.


Müssen im Altbau Heizkörper getauscht werden, wenn eine Wärmepumpe eingebaut wird?

Das ist eine der häufigsten Fragen rund um die Wärmepumpe im Altbau. Die Antwort hängt von der erforderlichen Vorlauftemperatur ab. Wärmepumpen arbeiten am effizientesten bei niedrigen Vorlauftemperaturen (unter 45°C). Wenn die alten Heizkörper groß genug sind, um auch bei diesen Temperaturen genügend Wärme abzugeben, müssen sie nicht zwingend getauscht werden. Lukas erklärt, wie man das rechnerisch prüft. In manchen Räumen meines Altbaus waren die Heizkörper groß genug, in einem musste ich vergrößern.


Welche Rolle spielt der Pufferspeicher bei der Heizlastberechnung?

Der Pufferspeicher wird in der Heizlastberechnung indirekt berücksichtigt: Er bestimmt, wie viel Wärmeenergie die Anlage zwischenspeichern kann, um Laufzeitschwankungen auszugleichen. Bei größeren Heizlasten und großen Gebäuden ist ein Pufferspeicher fast immer sinnvoll. Lukas geht auf die Fragen ein, die mich bei der Planung am meisten beschäftigt haben: Wie groß soll der Puffer sein? Muss ich eine Hydraulikweiche verbauen? Und macht ein Kombispeicher Sinn, der auch Warmwasser bereitet?


Wie kombiniere ich die Wärmepumpe optimal mit meiner PV-Anlage?

Genau das ist mein persönliches Ziel: Die Wärmepumpe so zu steuern, dass sie möglichst viel PV-Strom verbraucht. Das gelingt am besten, wenn die Wärmepumpe tagtüber bei PV-Überschuss läuft und den Pufferspeicher vorlädt. Lukas erklärt, welche Energiemanagement-Systeme und Schnittstellen dafür geeignet sind und wie 1KOMMA5° dieses Thema bei seinen Installationen löst. Das ist der Schlüssel zu maximaler Autarkie mit dieser Kombination.


Wichtige Kenngrößen bei der Heizlast und Wärmepumpenplanung:


Parameter

Richtwert / Hinweis

Heizlast Altbau (ungedämmt)

ca. 100–150 W/m² beheizter Fläche

Heizlast Neubau (gedämmt)

ca. 30–60 W/m² beheizter Fläche

Norm für Berechnung

DIN EN 12831

Optimale Vorlauftemperatur WP

Unter 45°C für hohe Effizienz (COP)


Die Heizlastberechnung ist der Grundstein für eine gut dimensionierte Wärmepumpe. Wer hier spart, zahlt später mit Ineffizienz oder ungenügendem Komfort. Das Gespräch mit Lukas von 1KOMMA5° hat mir klar gemacht: Ein erfahrener Installateur, der die Heizlast richtig berechnet und die Anlage korrekt einbindet, ist die wichtigste Investition bei der Wärmepumpe.


Kann ich die Heizlast meines Hauses selbst abschätzen?

Eine grobe Schätzung ist möglich: Wer den jährlichen Gasverbrauch in kWh kennt und diesen durch die Heizstunden teilt, bekommt eine Näherung der Heizlast. Für eine verlässliche Dimensionierung der Wärmepumpe ist aber eine normgerechte Berechnung durch einen Fachbetrieb notwendig.


Was kostet eine Heizlastberechnung für ein Einfamilienhaus?

Eine professionelle Heizlastberechnung kostet je nach Aufwand zwischen 200 und 800 Euro. Viele Installationsbetriebe bieten sie als Teil des Wärmepumpenpakets kostenlos oder stark rabattiert an. Es lohnt sich, danach zu fragen.


Was passiert, wenn die Wärmepumpe zu groß oder zu klein dimensioniert wird?

Eine zu kleine Anlage schafft es an sehr kalten Tagen nicht, ausreichend Wärme zu liefern. Eine zu große Anlage taktet häufig, was die JAZ senkt und den Kompressor belastet. Beides ist teuer – entweder durch Komfortverlust oder höhere Betriebskosten.


Muss ich alle Heizkörper im Altbau tauschen, bevor die Wärmepumpe eingebaut wird?

Nicht zwingend. Es kommt auf die Auslegungstemperatur der vorhandenen Heizkörper an. Viele Altbau-Heizkörper wurden mit Vorlauftemperaturen von 70 bis 90°C ausgelegt, laufen aber auch bei 50 bis 55°C noch akzeptabel. Eine räumliche Prüfung durch den Installateur zeigt, wo Tauschbedarf besteht.


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