1.236 kWh im Altbau – War die 8 kW Wärmepumpe ein Fehler?
- 12. Feb.
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1.236 kWh Stromverbrauch für die Wärmepumpe im Winter – war das zu viel? Ich hatte mir eine 8-kW-Luft-Wasser-Wärmepumpe für mein Altbau einbauen lassen und stelle mir die Frage, ob die Dimensionierung richtig war. Die Zahlen vom Winter zeigen: Es gibt sowohl gute Nachrichten als auch Punkte, die ich bei der Planung besser machen würde.
Meine Ausgangssituation: Altbau aus den 1970er-Jahren, teilweise saniert, mit Flachheizkollektoren im Erdgeschoss und Plattenheizkörpern in den oberen Etagen. Vorlauftemperatur liegt im Schnitt bei 45 Grad – für eine Wärmepumpe etwas hoch, aber noch im akzeptablen Bereich.
Wie viel Strom hat die Wärmepumpe im Altbau im Winter verbraucht?
In den Wintermonaten hat meine 8-kW-Wärmepumpe insgesamt 1.236 kWh Strom verbraucht. Bei einer Arbeitszahl von 2,8 im Winterbetrieb wurden daraus rund 3.461 kWh Heizwärme. Für einen Altbau bei tiefen Temperaturen ist das ein realistischer Wert. Dezember: 480 kWh (COP 2,6), Januar: 530 kWh (COP 2,8), Februar: 226 kWh (COP 3,2).
War die 8-kW-Wärmepumpe für den Altbau zu groß?
Im Altbau mit Heizlast von rund 6 bis 7 kW bei -12 Grad Normaußentemperatur ist eine 8-kW-Wärmepumpe technisch etwas überdimensioniert. Das führt zu mehr Taktbetrieb – die Pumpe schaltet häufiger ein und aus – was die Effizienz leicht senkt.
Allerdings hat die 8-kW-Variante einen Vorteil: Sie schafft die Warmwasserladung im Sommer deutlich schneller. Bei einer 6-kW-Pumpe hätte sie länger bei höherer Vorlauftemperatur laufen müssen. Im Altbau mit 45 Grad Vorlauftemperatur habe ich die 8 kW am Ende nicht bereut.
Welche Autarkie war mit der PV-Anlage im Altbau-Winter möglich?
Im Winter liegt die PV-Produktion meiner 8,75-kWp-Anlage sehr niedrig. In den Wintermonaten Dezember bis Februar habe ich zwischen 6 und 8 % Autarkie erreicht. Der Löwenanteil des Stroms für die Wärmepumpe kommt im Winter aus dem Netz. Mit dynamischem Stromtarif steuere ich die Wärmepumpe so, dass sie bevorzugt läuft, wenn Strom im Netz günstig ist.
Was würde ich bei der Wärmepumpenplanung im Altbau heute anders machen?
Rückblickend hätte ich drei Dinge priorisiert: Erstens einen sorgfältigeren hydraulischen Abgleich – das hätte mir geholfen, die Vorlauftemperatur von 45 auf 40 Grad zu senken und den COP um 0,3 bis 0,5 Punkte zu verbessern. Zweitens eine bessere Dämmung der Heizungsrohre im Keller. Drittens die Warmwasserbereitung konsequenter in Zeiten mit günstigem Strom oder PV-Überschuss verlagern.
Fazit:
1.236 kWh Stromverbrauch im Winter ist für eine 8-kW-Wärmepumpe im Altbau ein realistischer Wert. Die Wärmepumpe war kein Fehler – auch wenn eine 6-kW-Anlage vielleicht passgenauer gewesen wäre. Die Kombination aus Wärmepumpe, PV-Anlage und dynamischem Stromtarif zeigt auch im Winter ihren Vorteil gegenüber der Gasheizung.
Häufige Fragen
Wie viel kW Wärmepumpe brauche ich für einen Altbau?
Die richtige Größe hängt von der Heizlast des Gebäudes ab. Eine professionelle Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 ist Pflicht. Im Altbau liegt die Heizlast häufig bei 6 bis 12 kW.
Funktioniert eine Wärmepumpe im Altbau ohne Fußbodenheizung?
Ja, aber mit niedrigerer Effizienz. Ohne Fußbodenheizung sind Vorlauftemperaturen von 45 bis 55 Grad nötig. Mit größeren Heizkörpern lässt sich die Vorlauftemperatur reduzieren und die Effizienz steigern.
Was kostet eine Wärmepumpe im Altbau pro Monat?
Im Winter typischerweise 100 bis 180 EUR pro Monat, abhängig von Heizlast, Außentemperatur und Strompreis. Im Sommer nur 20 bis 40 EUR für Warmwasserbereitung.
Lohnt sich eine Wärmepumpe im Altbau?
Ja, wenn die Heizlastberechnung stimmt, der hydraulische Abgleich durchgeführt wird und die Anlage korrekt eingestellt ist. Mit PV-Anlage verbessert sich die Wirtschaftlichkeit nochmals deutlich.
Warum ist meine Wärmepumpe im Winter ineffizient?
Hohe Vorlauftemperaturen, Taktbetrieb durch Überdimensionierung, schlechter hydraulischer Abgleich oder ein oft laufender Heizstab sind typische Ursachen. Jeder dieser Punkte lässt sich im Nachhinein optimieren.

