PV & Wärmepumpe im Winter – unsere echten Stromkosten
- 10. Feb.
- 3 Min. Lesezeit
PV-Anlage und Wärmepumpe im Winter – was bringt das konkret und was kostet es wirklich? Ich zeige meine echten Stromkosten aus dem Winter mit Zahlen, die nicht schöngefärbt sind. Denn gerade im Winter testen die niedrigen Solarerträge und die hohe Heizlast die Wirtschaftlichkeit der Kombination.
Meine Ausgangssituation: 8,75 kWp PV-Anlage, 9,5 kWh Speicher, 8-kW-Luft-Wasser-Wärmepumpe, dynamischer Stromtarif und ein Einfamilienhaus aus den 1970er-Jahren mit Sanierungsstand 2022. Diese Kombination zeigt im Winter klare Stärken und ehrliche Grenzen.
Drei Fragen stehen im Mittelpunkt: Wie viel bringt die PV-Anlage für die Wärmepumpe im Winter? Welche Autarkie ist realistisch? Und was hat der Speicher tatsächlich gebracht?
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Was bringt die PV-Anlage für die Wärmepumpe im Winter?
Die ehrliche Antwort: im Januar und Februar sehr wenig. Meine 8,75-kWp-Anlage produziert im Dezember und Januar nur 200 bis 350 kWh. Meine Wärmepumpe verbraucht allein für Heizung und Warmwasser 480 bis 530 kWh in diesen Monaten. Die PV-Anlage deckt im schlimmsten Wintermonat nur 6 bis 8 % des Wärmepumpenstroms.
Im Februar steigt die PV-Produktion bereits deutlich an. Mit 520 kWh PV-Ertrag und nur 226 kWh Wärmepumpenverbrauch wurde Februar schon zum positiven Monat. Der Monat zeigt: Ab März kehren sich die Verhältnisse komplett um.
Welche Autarkie ist mit PV und Wärmepumpe im Winter realistisch?
Monat | PV-Ertrag | Gesamtverbrauch | Autarkie |
Dezember | 220 kWh | 1.120 kWh | ca. 6 % |
Januar | 280 kWh | 1.090 kWh | ca. 8 % |
Februar | 520 kWh | 940 kWh | ca. 28 % |
Was bringt der Speicher im Winter für die Wärmepumpe?
Der Speicher bringt im Winter kaum direkte Unterstützung für die Wärmepumpe, weil die PV-Produktion so gering ist, dass der Speicher selten wirklich voll wird. Der eigentliche Nutzen liegt woanders: Der Speicher wird durch den dynamischen Stromtarif nachts bei günstigem Netzstrom geladen und deckt dann den Haushaltsstrom tagsüber.
Diese Strategie hat mir im Winter eine effektive Senkung meiner Stromkosten um ca. 20 % gebracht. Nicht durch PV-Überschuss, sondern durch intelligentes Laden bei günstigen Netztarifen und die gezielte Steuerung der Wärmepumpe-Laufzeiten.
Was waren unsere echten Gesamtstromkosten im Winter?
Im Dezember hatte ich mit ca. 1.120 kWh Gesamtverbrauch (Wärmepumpe, Haushalt, E-Auto-Laden) und einem Mischpreis von 23 Cent/kWh Kosten von rund 258 EUR. Im Januar ähnlich: 1.090 kWh zu 22 Cent = 240 EUR. Im Februar sank die Last und stieg die PV: 940 kWh zu 19 Cent effektiv = 178 EUR.
Das ergibt für die drei Wintermonate Gesamtkosten von rund 676 EUR für den kompletten Energiebedarf (Heizung + Warmwasser + Haushalt + E-Auto). Mit Gasheizung und Netzstrom wären es bei vergleichbarem Verbrauch schätzungsweise 900 bis 1.000 EUR gewesen.
Fazit:
PV und Wärmepumpe im Winter: Die PV-Anlage allein liefert im Winter kaum Beitrag zur Heizenergie. Aber in Kombination mit dynamischem Stromtarif und intelligentem Speicher-Management sinken die Stromkosten spürbar. Der Winter ist der ehrliche Test dieser Kombination – und das Ergebnis stimmt mich zuversichtlich.
Häufige Fragen
Was bringt PV im Winter für die Wärmepumpe?
Im Dezember und Januar ist der PV-Beitrag gering: 6 bis 8 % Autarkie sind realistisch. Ab Februar steigt er deutlich. Den größten Nutzen bringt PV im Sommer, wenn Warmwasser fast kostenlos erzeugt wird.
Lohnt sich ein PV-Speicher im Winter?
Als PV-Puffer kaum, weil die PV-Produktion zu gering ist. Als intelligenter Stromspeicher für günstigen Netzstrom bei dynamischem Tarif kann er aber 15 bis 25 % der Stromkosten sparen.
Welche Stromkosten hat eine Wärmepumpe im Winter?
Bei einer gut eingestellten Luft-Wasser-Wärmepumpe (JAZ 2,8 im Winter) und 28 Cent/kWh Strom kostet eine kWh Heizwärme rund 10 Cent. Im Vergleich: Gas kostet bei 10 Cent/kWh und 95 % Wirkungsgrad ebenfalls etwa 10,5 Cent pro kWh Wärme.
Wie kann ich die Wärmepumpe mit dynamischem Tarif optimieren?
Durch Steuerung der Wärmepumpe-Laufzeiten in Stunden mit günstigem Netzpreis (oft nachts oder bei viel Windkraft), Vorheizung des Puffers bei niedrigen Preisen und Abschaltung bei teuren Spitzenzeiten.
Wie viel Autarkie erreicht man mit PV und Wärmepumpe im Jahresschnitt?
Bei einer 8 bis 10 kWp Anlage und einem Jahresverbrauch von 10.000 bis 12.000 kWh (inkl. Wärmepumpe) sind 35 bis 45 % Autarkie realistisch. Im Winter kaum, im Sommer aber 80 bis 100 %.





