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Photovoltaik Fehlkauf: Warum Michael seine Solaranlage zurückgeben will

  • 24. Aug. 2024
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 4 Tagen

Nicht jede Photovoltaikanlage läuft problemlos – Michael teilt seine Erfahrungen mit einer Anlage, die vom ersten Tag an Probleme machte. Ich nehme seinen Fall auseinander und zeige, worauf du beim Kauf unbedingt achten musst.


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Was ist bei Michaels Photovoltaikanlage schiefgelaufen?

Michael hat eine 9-kWp-Anlage mit Speicher installieren lassen – auf dem Papier ein solides System. In der Praxis wurde die Anlage aber von Anfang an zum Problem: Der Wechselrichter zeigte Fehlercodes, der Speicher lud kaum, und die versprochenen Erträge blieben weit hinter den Erwartungen zurück. Der Installationsbetrieb reagierte auf Beschwerden nur zögerlich und ließ Termine platzen. Nach 8 Monaten und mehreren erfolglosen Serviceeinsätzen hat Michael beschlossen, den Rückgabeweg zu prüfen.


Welche typischen Fehler machen Installateure bei PV-Anlagen?

In Michaels Fall lagen gleich mehrere Probleme vor: Die Modulausrichtung war suboptimal – 45° West statt Südost. Die Verkabelung zwischen Wechselrichter und Speicher war fehlerhaft konfiguriert. Der Wechselrichter war überdimensioniert für die Modulfläche. Und das Monitoring-System war nie richtig eingerichtet worden, sodass Michael wochenlang nicht bemerkte, dass die Anlage kaum arbeitete. Ein professionelles Abnahmeprotokoll mit Ertragsmessung hätte diese Fehler sofort aufgedeckt.


Welche Rechte hat man bei einer mangelhaften PV-Anlage?

Bei einem Werkvertrag – und die Installation einer PV-Anlage ist einer – gilt das Werkvertragsrecht des BGB. Michael hat das Recht auf Nachbesserung (der Betrieb muss die Fehler beheben), auf Minderung des Preises oder – bei erheblichem Mangel und gescheiterter Nachbesserung – auf Rücktritt vom Vertrag. Wichtig ist, alle Mängel schriftlich zu melden und Fristen für die Nachbesserung zu setzen. Eine Frist von 4 Wochen ist üblich.


Wie erkenne ich einen unseriösen PV-Installateur vor der Beauftragung?

Meine Erfahrung zeigt: Es gibt klare Warnsignale. Kein Abnahmeprotokoll und kein Ertragsgutachten werden angeboten. Der Installateur kann keine Referenzobjekte nennen. Das Angebot ist ungewohnt günstig und Details fehlen. Keine schriftliche Garantie auf die Handwerksleistung – nur die Herstellergarantie auf Module und Wechselrichter. Und: keine klare Kommunikation, wer nach der Installation der Ansprechpartner für Service und Monitoring ist.


Was sollte eine PV-Anlage bei der Abnahme leisten?

Bei der Abnahme sollte die Anlage unter Sonneneinstrahlung mindestens 80–90 % ihrer Nennleistung erbringen. Bei einer 9-kWp-Anlage also 7,2–8,1 kW bei 1.000 W/m² Einstrahlung. Das Monitoring sollte alle Werte korrekt anzeigen, der Speicher muss laden und entladen, und der Wechselrichter darf keine aktiven Fehlercodes haben. Ich empfehle, einen unabhängigen Sachverständigen zur Abnahme hinzuzuziehen – das kostet 200–400 Euro und spart im Zweifelsfall tausende.


Was kann ich tun, wenn der Installateur nicht reagiert?

Zuerst alle Mängel schriftlich per Einschreiben mitteilen und eine klare Frist setzen. Wenn nichts passiert: Verbraucherzentrale einschalten, einen Anwalt für Baurecht beauftragen oder die Schlichtungsstelle des SHK-Handwerks nutzen. Bei Betrag über 5.000 Euro lohnt sich ein Anwalt fast immer. Michaels Fall ist ein gutes Beispiel dafür, wie wichtig ein sörgfältig ausgewählter Installateur ist.


Checkliste: Worauf beim PV-Kauf achten?

Kriterium

Was du prüfen solltest

Referenzen

Mind. 3 Referenzkunden namentlich erfragen

Ertragsgutachten

Schriftliche Prognose mit PVGIS-Simulation verlangen

Abnahme

Abnahmeprotokoll mit Ertragsmessung einfordern

Garantie

Mind. 5 Jahre Handwerksgarantie schriftlich vereinbaren

Monitoring

Monitoring-Einrichtung bei Abnahme testen


Fazit: Was können wir aus Michaels Fehlkauf lernen?

Michaels Geschichte ist kein Einzelfall. Meine Empfehlung: Mehr Zeit in die Auswahl des Installateurbetriebs investieren als in den Vergleich von Modulpreisen. Referenzen, schriftliche Garantien und ein ordentliches Abnahmeprotokoll schützen vor ähnlichen Erfahrungen. Ein guter Installateur kostet manchmal 10–15 % mehr – und ist es wert.


FAQ – Häufige Fragen zu Problemen mit PV-Anlagen

Kann ich eine PV-Anlage wirklich zurückgeben?

Ja, beim Werkvertrag gibt es ein Rücktrittsrecht bei erheblichen Mängeln, die trotz Fristsetzung nicht behoben werden. Jedoch ist das rechtlich und praktisch aufwendig. Ein Anwalt ist fast immer notwendig.

Wie lange hat der Installateur Zeit zur Nachbesserung?

Eine angemessene Frist beträgt 4 Wochen. Diese muss schriftlich gesetzt werden, sonst ist sie nicht wirksam. Nach Ablauf stehen weitere rechtliche Schritte offen.

Was ist, wenn der Installateur insolvent ist?

Dann gilt die Herstellergarantie für Module und Wechselrichter weiterhin. Die Handwerksleistung ist aber nicht mehr gedeckt. Deshalb ist eine Handwerksbürgschaft oder Fertigstellungsversicherung beim Kauf wichtig.

Sollte ich mehrere Angebote einholen?

Unbedingt – ich empfehle mindestens 3 Angebote zu vergleichen. Dabei nicht nur auf den Preis achten, sondern auf Komponentenqualität, Handwerksgarantie, Referenzen und die Qualität des Abnahme-Prozesses.


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