Photovoltaik 2024: Lohnt sich jetzt noch eine PV-Anlage mit Speicher kaufen?
- 8. Nov. 2024
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 4 Tagen
Lohnt sich eine Photovoltaikanlage mit Speicher in 2024 und 2025 überhaupt noch – auch wenn die Einspeisevergütung immer weiter sinkt? Diese Frage beschreibt die Situation vieler Hausbesitzer gerade sehr treffend. Ich habe ein reales Angebot durchgerechnet und die Amortisationszeit ermittelt. Die Ergebnisse sind überraschend klar.
Lohnt sich eine Photovoltaikanlage 2024 noch, obwohl die Einspeisevergütung sinkt?
Ja – und zwar deutlicher als viele vermuten. Der entscheidende Punkt hat sich verschoben: Nicht mehr die Einspeisevergütung macht eine PV-Anlage wirtschaftlich, sondern der Eigenverbrauch. Wer selbst erzeugten Solarstrom direkt nutzt, spart den Kaufpreis des Netzstroms – und der liegt aktuell bei 30 bis 40 Cent pro Kilowattstunde. Die Einspeisevergütung für neue Anlagen bewegt sich hingegen nur noch bei 8 bis 13 Cent. Die Rechnung ist eindeutig: Eigenverbrauch schlägt Einspeisung um ein Vielfaches. Mit einem Stromspeicher lässt sich dieser Eigenverbrauch von rund 30 auf 70 bis 80 Prozent steigern.
Wie berechne ich die Amortisationszeit einer PV-Anlage mit Speicher?
Ich gehe im Video ein konkretes Angebot durch und zeige Schritt für Schritt, wie ich die Amortisationszeit ermittle. Grundlage ist der jährliche Stromverbrauch des Haushalts, der Anteil des selbst verbrauchten Solarstroms (Eigenverbrauchsquote), der aktuelle Strompreis und die Einspeisevergütung für überschüssigen Strom. In meinem Beispiel ergibt sich bei einem gut dimensionierten System eine Amortisationszeit von rund 10 bis 13 Jahren. Da PV-Anlagen typischerweise 25 bis 30 Jahre lang laufen, bedeutet das eine steuerfreie “Rendite” von 12 bis 20 Jahren reiner Ersparnis.
Lohnt sich der zusätzliche Stromspeicher wirtschaftlich oder ist er überflüssig?
Ein Stromspeicher erhöht die Anschaffungskosten, steigert aber gleichzeitig die Eigenverbrauchsquote erheblich. Ohne Speicher liegt der Eigenverbrauch typischerweise bei 25 bis 35 Prozent des erzeugten Solarstroms. Mit einem passend dimensionierten Speicher steigt er auf 60 bis 80 Prozent. Das macht sich direkt in der Stromrechnung bemerkbar. Die Amortisationszeit des Speichers selbst liegt häufig zwischen 8 und 12 Jahren, je nach Strompreis und Nutzungsverhalten. Besonders wer tagtüber wenig zu Hause ist, profitiert besonders stark vom Speicher, weil er den abendlichen Strombedarf abdeckt.
Worauf sollte ich beim Kauf einer PV-Anlage 2024 besonders achten?
Wer heute eine PV-Anlage kauft, sollte auf mehrere Punkte achten: Erstens die richtige Anlagengröße abhängig vom eigenen Jahresverbrauch. Zweitens die Qualität der Komponenten, besonders des Wechselrichters. Drittens die Erfahrung und Seriosität des Installationsbetriebs – hier mache ich keine Kompromisse. Viertens die Fördermöglichkeiten vor Ort, die je nach Bundesland und Netzbetreiber variieren. Und fünftens: mindestens drei Angebote einholen und diese sorgfältig vergleichen. Nur dann erkennt man, ob ein Angebot marktgerecht ist oder Luft nach oben hat.
Macht eine PV-Anlage auch Sinn, wenn ich keine Einspeisevergütung erhalte?
Ja, definitiv. Das Geschäftsmodell einer Photovoltaikanlage hat sich grundlegend gewandelt: Statt auf Einspeisung zu setzen, rechnet sich die Anlage heute über den Eigenverbrauch. Wer also keinen Einspeisevertrag abschließen möchte oder kann, verliert nur den kleinen Teil der “Bonus-Erlöse”. Der weit größere wirtschaftliche Hebel liegt ohnehin beim selbst erzeugten und selbst verbrauchten Strom. Voraussetzung: Die Anlage ist richtig dimensioniert und der Eigenverbrauch möglichst hoch.
Wirtschaftlichkeitsvergleich PV mit und ohne Speicher im Überblick:
Szenario | Eigenverbrauchsquote | Amortisation (ca.) |
PV ohne Speicher | 25–35 % | 9–12 Jahre |
PV mit Speicher | 60–80 % | 10–14 Jahre (inkl. Speicher) |
PV + Speicher + Wärmepumpe | über 80 % | Sehr attraktiv durch Heizstrom-Ersatz |
Eine PV-Anlage mit Speicher lohnt sich 2024 und 2025 weiterhin – auch ohne hohe Einspeisevergütung. Der Schlüssel liegt im maximalen Eigenverbrauch. Wer die Anlage richtig dimensioniert, Angebote sorgfältig vergleicht und einen verlässlichen Installateur wählt, trifft eine wirtschaftlich solide Entscheidung mit langjähriger Rendite.
Wie hoch ist die Einspeisevergütung für neue PV-Anlagen 2024?
Die Einspeisevergütung für neue Photovoltaikanlagen bis 10 kWp lag 2024 bei rund 8,03 Cent pro kWh (Volleinspeiser: 12,87 Cent). Da der Netzstrom deutlich teurer ist, ist Eigenverbrauch der wichtigere wirtschaftliche Hebel.
Wie groß sollte die PV-Anlage für einen 4-Personen-Haushalt sein?
Als Faustregel gilt: pro Person und Kilowattstunde Jahresverbrauch etwa 1 kWp. Für einen 4-Personen-Haushalt mit 4.000 kWh Jahresverbrauch sind das rund 8–10 kWp. Mit Speicher, Wärmepumpe oder E-Auto kann die optimale Anlage größer ausfallen.
Welche Stromspeichergröße passt zu meiner PV-Anlage?
Eine bewährte Faustregel: 1 kWh Speicherkapazität pro kWp installierter PV-Leistung. Bei einer 10-kWp-Anlage also etwa 10 kWh Speicher. Je nach Nutzungsverhalten, Verbrauchern (Wärmepumpe, E-Auto) und Budget kann die optimale Größe davon abweichen.
Gibt es 2024 noch Förderungen für Photovoltaikanlagen?
Bundesweit gibt es keine einheitliche Bundesförderung mehr für PV-Anlagen, jedoch lokale Förderprogramme einzelner Bundesländer, Gemeinden und Netzbetreiber. Darüber hinaus sind PV-Anlagen auf Eigenheimen seit 2023 von der Mehrwertsteuer befreit (0 % USt), was die Anschaffungskosten direkt senkt.





