Intersolar 2024: Unsere ehrlichen Highlights aus Photovoltaik, Speicher und Balkonkraftwerk
- 21. Juli 2024
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 4 Tagen
Ich war drei Tage auf der Intersolar 2024 – der weltgrößten Solarmesse in München. Hier sind meine persönlichen Highlights und ehrlichen Eindrücke aus den Bereichen Photovoltaik, Speicher und Balkonkraftwerke.
Was war der größte Trend auf der Intersolar 2024?
Bifaziale Solarmodule dominierten die Hallen: Module, die auch auf der Rückseite Licht absorbieren und so 5–15 % mehr Ertrag liefern. Ich habe viele Hersteller – darunter Jinko, LONGi und Trina – mit Modulen unter 0,18 Euro/Wp gesehen, was die Systempreise weiter unter Druck setzt. Das ist eine gute Nachricht für alle, die jetzt planen.
Welche Neuerungen bei Heimspeichern gab es auf der Intersolar?
Mehrere Hersteller präsentierten neue LFP-Speicher (Lithium-Eisenphosphat) mit deutlich gesunkenen Preisen: unter 400 Euro/kWh installiert wird realistisch. Besonders aufgefallen ist mir BYD mit dem neuen HVM-Modul-System, das bis 66 kWh skalierbar ist – interessant für größere Haushalte und KMU. Sungrow zeigte seine SH-Hybridwechselrichter-Linie mit integriertem EV-Charger – ein Alleinstellungsmerkmal.
Was war das Highlight im Balkonkraftwerk-Bereich?
Der BKW-Markt wächst rasant: Auf der Intersolar war ein eigenständiger BKW-Bereich ausgeschildert. Anker SOLIX, EcoFlow und Zendure zeigten ihre neuesten Modelle mit integriertem Speicher und smarter Leistungsregelung. Besonders beeindruckt hat mich Anker SOLIX mit dem neuen X1 für die Dachanlage – das gleiche System, das ich später selbst installiert habe. Die Preise für BKW-Systeme mit Speicher lagen zwischen 700 und 1.500 Euro.
Welche Wechselrichter-Neuheiten waren besonders interessant?
GoodWe überraschte mit einem neuen Hybridwechselrichter mit 3 MPPT-Eingängen und integrierter Notstromfunktion – ich habe ihn im Detail angeschaut (dazu gibt es ein separates Video). Enphase stellte sein IQ9-Microinverter-System vor, das sich besonders für verschattete Dächer und Süd-Ost-West-Kombinationen eignet. Und SMA zeigte eine erweiterte Home Energy Solution mit verbesserter Tibber-Integration für dynamische Tarife.
Wie war das Publikum und die Stimmung auf der Intersolar 2024?
Die Intersolar 2024 war mit rund 2.800 Ausstellern und über 130.000 Besuchern wieder Rekord. Auffällig: deutlich mehr Privatpersonen und Eigenheimbesitzer als in Vorjahren – die Messe richtet sich sonst eher an die Branche. Die Stimmung war positiv, aber auch nachdenklich: Die gesunkenen Modulpreise aus China setzen deutschen und europäischen Herstellern zu. Hersteller wie Heckert Solar oder Aleo kämpfen um ihre Marktposition.
Was hat mich auf der Intersolar 2024 überrascht oder enttäuscht?
Überrascht hat mich die Reife der KI-gestützten Energiemanagement-Systeme – mehrere Hersteller zeigten Systeme, die Wetter, Strompreise und Verhalten lernen. Enttäuscht war ich von der dünnen Präsenz beim Thema Wärmepumpen-Integration: Das Zusammenspiel von PV, Speicher und Wärmepumpe war zwar Thema, aber noch keine marktreife Gesamtlösung zu sehen. Hier ist noch viel Potenzial.
Intersolar 2024: Meine Top-5-Highlights
Bereich | Highlight |
Module | Bifaziale Module unter 0,18 Euro/Wp |
Speicher | LFP-Systeme unter 400 Euro/kWh installiert |
BKW | Eigenständiger BKW-Bereich, Anker SOLIX X1 |
Wechselrichter | GoodWe 3-MPPT, Sungrow EV-Charger-Integration |
Besucher | 2.800 Aussteller, 130.000+ Besucher (Rekord) |
Fazit: Was nehme ich von der Intersolar 2024 mit?
Meine drei wichtigsten Erkenntnisse: Erstens sinken Preise für Module und Speicher weiter – wer noch wartet, kauft später günstiger, aber lässt Einsparungen liegen. Zweitens wächst der BKW-Markt stark. Drittens ist die Integration von PV, Speicher, Wärmepumpe und E-Auto das nächste große Thema – marktreife Lösungen kommen in den nächsten 1–2 Jahren.
FAQ – Häufige Fragen zur Intersolar
Wann findet die nächste Intersolar statt?
Die Intersolar findet jährlich im Juni auf der Messe München statt. Die nächste Ausgabe (Intersolar 2025) ist für Juni 2025 geplant.
Kann man die Intersolar als Privatperson besuchen?
Ja, Tickets sind auch für Privatpersonen erhältlich. Der Eintrittspreis beträgt rund 40–60 Euro pro Tag. Viele Aussteller vergeben Freikarten über ihre Newsletter.
Was ist der Unterschied zwischen Intersolar und ees Europe?
Die Intersolar fokussiert auf Solarmodule, Wechselrichter und PV-Systemtechnik. Die ees Europe (parallel stattfindend) fokussiert auf Energiespeicher und Batterietechnologie. Beide Messen sind Teil des "The smarter E Europe"-Verbunds.
Lohnt sich ein Besuch der Intersolar für PV-Planer?
Für Fachleute und engagierte Eigenheimbesitzer: Ja, unbedingt. Man sieht Neuheiten vor dem Marktstart, bekommt direkt technische Erklärungen und kann Preise vergleichen. Für den normalen Endverbraucher reichen meine Videos von der Messe.





