Energiewende: Was ist die Wahrheit über den Stand der Speicherkapazität? CATL TenerFlex
- 7. Okt. 2024
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 17. Juni
Ist die Energiewende wirklich machbar? Wo stehen wir bei den Speicherkapazitäten und was fehlt noch? Ich habe mich mit diesen Fragen intensiv beschäftigt und war live bei einer Veranstaltung, bei der CATL, der weltgrößte Akkuhersteller, sein neues stationäres Speichersystem TenerFlex vorgestellt hat. Was ich dort gesehen und gehört habe, gibt mir Hoffnung – aber auch Klarheit über die verbleibenden Herausforderungen.
Wo stehen wir aktuell bei der Speicherkapazität für die Energiewende?
Die Energiewende steht und fällt mit der Verfügbarkeit von Energiespeichern – im kleinen Maßstab als Heimspeicher und im großen als sogenannte Grid-Scale-Speicher, also netzskalierte Batteriespeicher für die Stabilisierung des Stromnetzes. Deutschland und Europa haben beim Ausbau erneuerbarer Energien in den letzten Jahren deutliche Fortschritte gemacht, aber der Speicherausbau hinkt noch hinterher. Die Folge: Negative Strompreise bei Überangebot und Versorgungslücken bei zu wenig Wind und Sonne – das sogenannte Dunkelflauten-Problem.
Was ist CATL TenerFlex und welche Rolle spielt es für die Energiewende?
CATL – Contemporary Amperex Technology Co. Limited – ist der weltgrößte Hersteller von Lithium-Ionen-Akkus und beliefert fast alle großen Automobilhersteller. Mit TenerFlex hat CATL ein modulares stationäres Speichersystem für den industriellen und kommerziellen Einsatz auf den Markt gebracht. Das System ist so ausgelegt, dass es skalierbar vom Gewerbespeicher bis zur Großanlage eingesetzt werden kann. Ich war bei der deutschen Vorstellung dabei und konnte mir selbst ein Bild von der Technologie, den Leistungsdaten und dem Sicherheitskonzept machen.
Wie viel Speicherkapazität braucht Deutschland für eine stabile Energieversorgung?
Schon heute produzieren Wind- und Solaranlagen in Deutschland an guten Tagen mehr Strom als verbraucht wird. Der Strom kann aber nicht ausreichend gespeichert werden – er wird exportiert, oft zu negativen Preisen. Experten gehen davon aus, dass Deutschland bis 2030 rund 30 bis 40 Gigawattstunden (GWh) zusätzliche Batteriespeicherkapazität im Netz benötigt. Bis 2040 könnten bis zu 100 GWh oder mehr notwendig sein. Im Vergleich: Alle deutschen Heimspeicher zusammen kommen derzeit auf rund 15 bis 20 GWh. Das zeigt das Ausmaß der Aufgabe.
Welche Rolle spielen Heimspeicher für die Netzstabilität in Deutschland?
Mein eigener Heimspeicher ist Teil eines wachsenden Netzwerks aus verteilten Speichern. Diese können – wenn sie steuerbar gemacht werden – zur Netzstabilisierung beitragen: Sie laden bei Überangebot und entladen bei Knappheit. Das ist das Prinzip des sogenannten virtuellen Kraftwerks. Einige Energieversorger bieten bereits an, Heimspeicher zu aggregieren und am Regelenergiemarkt teilzunehmen. Das gibt Hausbesitzern mit Speicher nicht nur Unabhängigkeit, sondern auch eine aktive Rolle in der Energiewende.
Ist die Energiewende mit dem heutigen Stand der Speichertechnologie machbar?
Meine persönliche Einschätzung nach der Veranstaltung mit CATL und intensiver Beschäftigung mit dem Thema: Ja, die Energiewende ist technisch machbar. Die Batterietechnologie hat sich in den letzten 10 Jahren dramatisch verbessert und verbilligt. Die Kosten für Lithium-Ionen-Speicher sind um über 90 Prozent gefallen. Was noch fehlt, ist der politische Wille für kluge Rahmenbedingungen, die den Speicherausbau wirtschaftlich attraktiv machen – und Hersteller wie CATL, die mit Systemen wie TenerFlex die industrielle Skalierung vorantreiben.
Speicherkapazität und Energiewende: Zahlen im Überblick
Kenngröße | Wert / Einschätzung |
Installierte Heimspeicher DE (2024) | ca. 15–20 GWh |
Bedarf Netz-Speicher 2030 (Ziel) | 30–40 GWh (Schätzung) |
Preisfall Batteriespeicher (10J.) | über 90 % gesunken |
CATL Marktanteil Batterien (global) | ca. 37 % (2024) |
Die Energiewende braucht mehr Speicher – auf allen Ebenen. CATL TenerFlex ist ein Beispiel, wie die Industrie auf diesen Bedarf reagiert. Als Hausbesitzer mit PV und Heimspeicher bin ich bereits Teil dieser Lösung. Und ich glaube: Je mehr Eigenheime auf Eigenversorgung setzen, desto weniger muss das Netz leisten.
Was ist eine Dunkelflaute und warum ist sie das größte Problem der Energiewende?
Eine Dunkelflaute ist eine Wetterlage, bei der über mehrere Tage oder Wochen kaum Sonne scheint und wenig Wind weht. In dieser Zeit produzieren Solar- und Windanlagen sehr wenig Strom, während der Verbrauch hoch bleibt. Das ist das zentrale Speicher- und Rückfallproblem einer rein auf Erneuerbaren basierenden Energieversorgung.
Was ist der Unterschied zwischen einem Heimspeicher und einem Grid-Scale-Speicher?
Ein Heimspeicher hat typischerweise 5 bis 30 kWh Kapazität und versorgt ein Einzelhaus. Grid-Scale-Speicher (BESS: Battery Energy Storage Systems) sind Großanlagen mit Kapazitäten von einigen Megawattstunden bis zu mehreren Gigawattstunden, die direkt ins Stromnetz eingebunden sind.
Kann ich meinen Heimspeicher für die Netzstabilisierung nutzen und damit Geld verdienen?
Ja, das ist möglich. Einige Anbieter wie Sonnen, Enpal oder regionale Stadtwerke bieten virtuelle Kraftwerksprogramme an, bei denen der Heimspeicher in Schwarmzeiten be- oder entladen wird. Als Ausgleich gibt es günstigere Stromtarife oder direkte Vergütungen. Die Bedingungen variieren je nach Anbieter und Tarif.
Welche Alternativen zu Lithium-Ionen-Speichern gibt es für die Energiewende?
Für saisonale Speicherung werden Wasserstoff, Redox-Flow-Batterien und Pumpspeicherwerke diskutiert. Für kurzfristige Netz-Pufferung sind Lithium-Ionen-Speicher aktuell die wirtschaftlichste Lösung. Die Technologievielfalt ist wichtig – es wird kein einzelnes System alle Anforderungen erfüllen.





