Energieberatung im Altbau: Welche Sparpotenziale ein Energieberater bei uns gefunden hat
- 3. Aug. 2025
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Eine professionelle Energieberatung im Altbau hat bei uns Sparpotenziale aufgedeckt, die wir selbst übersehen hätten. Ich hatte Carsten Herbert vom @Energiesparkommissar zu Besuch – und die Ergebnisse waren aufschlussreich. In diesem Beitrag zeige ich, welche Maßnahmen er empfohlen hat und was eine Energieberatung für euren Altbau bringen kann.
Altbausanierung ist ein komplexes Thema: Dämmung, Dachsanierung, neue Heizung, Fenstertausch – welche Maßnahme lohnt sich wirklich, welche Reihenfolge ist sinnvoll, und was kann man fürdermitteloptimiert angehen? Genau das hat uns der Energieberater in einem ausführlichen Vor-Ort-Termin erläutert. Meine Erfahrung: Es lohnt sich, einen Profi zu holen, bevor man investiert.
Unser Haus ist ein typischer Altbau: Baujahr in den 70er Jahren, mäßig gedämmte Außenwände, einfache Fenster in Teilen, eine Gasheizung, die wir mittelfristig ersetzen wollen. Das klingt nach vielen Baustellen gleichzeitig – und genau deshalb war der Energieberater so wertvoll.
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Was kostet eine Energieberatung für den Altbau?
Eine geförderte Energieberatung für Wohngebäude kostet den Eigentümer nach Förderabzug in der Regel zwischen 200 und 400 Euro. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert die Energieberatung mit bis zu 80 % der Kosten – maximal 1.300 Euro für Ein- und Zweifamilienhäuser. Das Ergebnis ist ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP), der konkrete Maßnahmen mit Kosten und Förderquoten aufzeigt.
Welche Sparpotenziale hat der Energieberater bei uns identifiziert?
Carsten Herbert hat bei unserem Haus mehrere Schwachstellen aufgedeckt: Die Außenwanddämmung war das größte Einsparpotenzial – mit einer Fassadengedämmung könnte ich laut seiner Schätzung 25–30 % Heizenergie einsparen. Dazu kam die Kellerdeckendämmung als günstige Maßnahme mit hoher Wirkung. Die Dachsanierung stand ebenfalls auf der Liste, aber mit geringerer Priorität, weil unser Dachboden bereits teilgedämmt ist.
In welcher Reihenfolge sollte man den Altbau sanieren?
Ich empfehle nach dem Gespräch mit dem Energieberater folgende Reihenfolge: Zuerst die Hülle verbessern (Dämmung, Fenster), dann die Heiztechnik anpassen. Wer zuerst die Wärmepumpe einbaut und danach erst dämmt, hat ein Problem – die Wärmepumpe muss dann übergrößt sein. Der individuelle Sanierungsfahrplan berücksichtigt die Förderabfolge und kann durch den iSFP-Bonus 5 % zusätzliche Förderung für jede Maßnahme sichern.
Lohnt sich eine Wärmepumpe im Altbau ohne Dämmung?
Ja – aber nur unter bestimmten Bedingungen. Carsten Herbert hat mir erklärt, dass Wärmepumpen auch in unrenovierten Altbauten funktionieren können, wenn die Vorlauftemperaturen niedrig genug gehalten werden. Entscheidend ist die Heizlastberechnung: Wie viel Wärme braucht das Haus tatsächlich? Dafür gibt es konkrete Norm-Berechnungen. Ohne diese Berechnung sollte kein Handwerker eine Wärmepumpe einbauen.
Welche Fördermittel gibt es für die Altbausanierung?
Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) bietet je nach Maßnahme 15–70 % Förderung. Besonders interessant: Der iSFP-Bonus von 5 % für alle Maßnahmen, die im individuellen Sanierungsfahrplan enthalten sind. Für die Wärmepumpe gibt es zusätzlich den Klimageschwindigkeitsbonus von 20 % beim Tausch einer alten Gasheizung. Insgesamt sind damit bis zu 70 % Förderung bei der Wärmepumpe möglich.
Übersicht: Typische Sanierungsmaßnahmen und ihre Einsparpotenziale
| Maßnahme | Einsparpotenzial | Förderung (BEG) | |---|---|---| | Außenwanddämmung | 25–30 % | bis 20 % | | Kellerdeckendämmung | 5–10 % | bis 20 % | | Dachdämmung | 10–15 % | bis 20 % | | Fenster tauschen | 10–15 % | bis 20 % | | Wärmepumpe statt Gas | bis 60 % CO2 | bis 70 % |
Fazit:
Eine Energieberatung vor der Sanierung ist kein Luxus, sondern ein kluges Investment. Sie kostet nach Förderung wenig, spart aber potenzielle Fehlinvestitionen in Tausende von Euro. Ich habe durch den Besuch des Energieberaters gelernt, welche Maßnahmen bei uns wirklich Priorität haben sollten – und bin froh, nicht einfach drauflosgeplant zu haben.
Häufige Fragen
Wer darf eine geförderte Energieberatung durchführen?
Nur zugelassene Energieeffizienz-Experten, die in der Expertenliste der Deutschen Energie-Agentur (dena) eingetragen sind. Die Liste gibt es kostenlos unter www.energie-effizienz-experten.de. Achtet darauf, einen Berater zu wählen, der Erfahrung mit Wohngebäuden hat.
Was ist der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP)?
Der iSFP ist ein auf dein Gebäude zugeschnittener Plan, der alle empfohlenen Sanierungsschritte in einer optimalen Reihenfolge beschreibt. Er berücksichtigt Kosten, Energieeffizienz und Fördermöglichkeiten. Wer Maßnahmen aus dem iSFP umsetzt, erhält 5 % zusätzliche Förderung (iSFP-Bonus) auf jede einzelne Maßnahme.
Muss ich den Altbau vollständig sanieren, bevor ich eine Wärmepumpe einbaue?
Nein, aber die Heizlastberechnung ist Pflicht. Eine Wärmepumpe kann auch im unsanierten Altbau effizient arbeiten, wenn sie richtig dimensioniert wird und die Vorlauftemperatur nicht zu hoch ist. Dämmmaßnahmen vor dem Einbau erhöhen jedoch die Effizienz und können die Wärmepumpe kleiner und günstiger machen.
Wie lange dauert eine Energieberatung vor Ort?
Ein Vor-Ort-Termin dauert in der Regel 2–3 Stunden. Danach erstellt der Berater den Beratungsbericht, was weitere 2–4 Wochen dauern kann. Der individuelle Sanierungsfahrplan ist noch umfangreicher und braucht entsprechend mehr Zeit.

