Günstig heizen: Wärmepumpe mit Photovoltaik und dynamischen Tarifen – auch im Altbau
- 14. Apr. 2024
- 3 Min. Lesezeit
Die Kombination aus Wärmepumpe, Photovoltaikanlage und dynamischen Stromtarifen macht das Heizen unschlagbar günstig – und das funktioniert auch im Altbau. Ich erkläre, worauf man achten muss und wie PV und dynamische Tarife den Betrieb der Wärmepumpe so effizient machen, dass die Heizkosten drastisch sinken.
Wärmepumpe + PV + dynamischer Tarif: So heizt du günstig
Wie kombiniere ich Wärmepumpe, PV und dynamischen Stromtarif richtig?
Die Kombination funktioniert auf einem einfachen Prinzip: Tagsüber bei Sonnenschein produziert meine PV-Anlage günstigen Eigenstrom, den ich direkt für die Wärmepumpe nutze. Ist gerade wenig Sonne da, schaut mein Energiemanagementsystem auf den aktuellen Börsenpreis: Ist er niedrig, läuft die Wärmepumpe; ist er hoch, pausiert sie. So bezahle ich für den Strom, den ich kaufen muss, immer den günstigen Preis.
Was muss ich bei der Steuerung der Wärmepumpe mit PV beachten?
Entscheidend ist ein intelligentes Energiemanagementsystem (EMS), das PV-Ertrag, Hausverbrauch, Wärmepumpe und Batterie koordiniert. Systeme wie FEMS, Home Assistant oder herstellereigene Lösungen können das übernehmen. Wichtig: Die Wärmepumpe sollte nicht einfach nur bei PV-Überschuss laufen – sie muss auch dann anlaufen, wenn dynamische Tarife günstig sind, z.B. nachts. Ich habe in meiner Anlage beide Signale kombiniert und spare so am meisten.
Wie viel spare ich mit dieser Kombination gegenüber einer Gasheizung?
Meine Erfahrung: Mit Wärmepumpe, PV und dynamischem Tarif liegen meine effektiven Heizkosten pro kWh Wärme bei 4–8 Cent – gegenüber 12–18 Cent bei Gas. Das bedeutet rund 50–60 % weniger Heizkosten. Bei einem Jahresbedarf von 15.000 kWh Wärme sind das 1.200–2.000 Euro Ersparnis pro Jahr. Das rechnet sich auch im Altbau, wenn die Anlage richtig ausgelegt ist.
Funktioniert die Kombination auch im unsanierten Altbau?
Ja – aber mit einer Einschränkung: Im unsanierten Altbau benötige ich eine Hochtemperatur-Wärmepumpe (bis 75°C Vorlauf) oder muss akzeptieren, dass der COP etwas niedriger ist als im Neubau. Trotzdem bleibt die Kombination mit PV und dynamischem Tarif deutlich günstiger als Gas oder Öl. Meine Empfehlung für Altbaubesitzer: Heizlastberechnung machen, passende Wärmepumpe auswählen und dann das Gesamtsystem mit EMS optimieren.
Welche Energiemanagementsysteme eignen sich für diese Kombination?
Es gibt mehrere bewährte Lösungen: evcc (open source, sehr flexibel), FEMS (von FENECON), SG-Ready-Schnittstellen der Wärmepumpe (eingebaut bei vielen Herstellern) und Home-Automation-Systeme wie Home Assistant mit entsprechenden Integrationen. Wichtig ist, dass das EMS Preissignale des dynamischen Tarifs lesen und die Wärmepumpe daraufhin steuern kann. Ich nutze die SG-Ready-Schnittstelle meiner Wärmepumpe kombiniert mit PV-Überschusssignalen – das funktioniert zuverlässig ohne große Konfiguration.
Heizkostenvergleich: Gas vs. Wärmepumpe mit PV und dynamischem Tarif
Heizung | Kosten pro kWh Wärme | Jahreskosten (15.000 kWh) |
Gasheizung | 12–18 Cent | 1.800–2.700 € |
Wärmepumpe + Fixpreis | 8–12 Cent | 1.200–1.800 € |
Wärmepumpe + PV + Dyn. Tarif | 4–8 Cent | 600–1.200 € |
Fazit: Die effizienteste Heizlösung auch im Altbau
Die Kombination aus Wärmepumpe, PV-Anlage und dynamischem Stromtarif ist die effizienteste und günstigste Heizlösung, die ich kenne – und sie funktioniert auch im Altbau. Wer bereit ist, in ein intelligentes Energiemanagementsystem zu investieren, profitiert langfristig von drastisch gesenkten Heizkosten und großer Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern.
FAQ: Wärmepumpe + PV + dynamischer Tarif
Brauche ich ein Energiemanagementsystem für diese Kombination?
Ja, für die optimale Nutzung schon. Einfachere Lösungen sind die SG-Ready-Funktion der Wärmepumpe – damit lässt sich zumindest der PV-Überschuss nutzen, ohne aufwendige Software.
Wie groß muss meine PV-Anlage für eine Wärmepumpe sein?
Für einen Altbau mit 15 kW Heizlast empfehle ich mindestens 10–15 kWp. Im Winter liefert die PV wenig, daher ist der dynamische Tarif besonders wichtig.
Kann ich die Wärmepumpe auch ohne Speicher mit PV und dynamischem Tarif betreiben?
Ja – die Wärmepumpe und das Gebäude selbst wirken als Wärmespeicher. Das Haus lässt sich tagsage vorfärben (Puffer-Effekt), sodass nachts weniger geheizt werden muss.
Welche Förderungen gibt es für die Kombination Wärmepumpe und PV?
Wärmepumpe: BEG bis 70 %, PV-Anlage: 0 % MwSt. (unter 30 kWp). Kombiniert ergibt sich eine attraktive Förderkombination – Details beim zuständigen Energieberater erfragen.

