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Photovoltaik schmilzt Schnee: Mehr Winterertrag mit Atmoce

  • vor 19 Stunden
  • 5 Min. Lesezeit

Kann eine Photovoltaikanlage Schnee schmelzen? Genau das habe ich mir auf der Intersolar am Stand von Atmoce zeigen lassen – und es klingt fast zu einfach. Atmoce setzt komplett auf Mikrowechselrichter und ist nach eigenen Angaben der einzige Hersteller, der die Solarmodule aktiv erwärmen kann, damit Schnee abschmilzt und die Anlage im Winter schneller wieder Strom liefert.


In diesem Beitrag erfährst du, wie das Photovoltaik-Schnee-schmelzen technisch funktioniert, was die extrem niedrige Startspannung der Mikrowechselrichter bringt, wie sicher das AC-System ist und was der passende Atmoce-Speicher mit dreiphasigem Ersatzstrom kann. Ich ordne das Gespräch mit Alex von Atmoce ehrlich für dich ein.


Photovoltaik schmilzt Schnee mit Atmoce Mikrowechselrichter



Warum Atmoce komplett auf Mikrowechselrichter setzt


Atmoce baut sein gesamtes System rund um eine AC-Topologie: Jedes Modul – oder je nach Gerät jeweils zwei Module – bekommt einen eigenen Mikrowechselrichter. Alle Geräte hängen parallel auf einem gemeinsamen AC-Bus. Der Vorteil laut Alex: Jedes Modul hat kleine Unterschiede, und die lassen sich auf Modulebene deutlich effizienter managen als in einem klassischen DC-String.


Die Ausgangsleistung reicht von 400 bis 600 Watt für einen einzelnen Mikrowechselrichter, bei der 2-in-1-Variante für zwei Module von 800 bis 1.200 Watt. Weil alles parallel geschaltet ist, zieht ein verschmutztes oder verschattetes Modul nicht die ganze Anlage nach unten – anders als bei einer Reihenschaltung im DC-String, wo ein schwaches Glied den ganzen String bremst.


Mikrowechselrichter vs. Stringwechselrichter: der direkte Vergleich


Damit du die Unterschiede schnell einordnen kannst, habe ich die wichtigsten Punkte aus dem Gespräch gegenübergestellt:


Merkmal

Mikrowechselrichter (Atmoce)

Klassischer Stringwechselrichter

Verschaltung

Parallel auf Modulebene (AC)

Reihe im DC-String

DC-Spannung

unter 60 Volt

mehrere hundert Volt (Hochvolt)

Verschattung / Defekt

betrifft nur das einzelne Modul

bremst den ganzen String

Monitoring

pro Modul sichtbar

meist pro String / Anlage

Garantie

25 Jahre

häufig 10–12 Jahre


Der Preis ist ehrlicherweise ein Punkt: Mehr Elektronik auf dem Dach kostet im Regelfall etwas mehr als ein einzelner Hybridwechselrichter. Atmoce rechnet dafür über eine längere Zeitspanne und gibt 25 Jahre Garantie auf die Mikrowechselrichter – möglich, weil es keine beweglichen Teile gibt und die Platine komplett vergossen ist.


Niedrige Startspannung: morgens früher, abends länger Strom


Ein Detail, das im Winter und in der Dämmerung zählt: Die Mikrowechselrichter starten schon bei rund 22 Volt und arbeiten danach bis hinunter zu 16 Volt weiter. In der Praxis bedeutet das laut Atmoce, dass die Anlage morgens bis zu eine Stunde früher anspringt und abends bis zu eine Stunde länger Strom liefert als mit einem klassischen Stringwechselrichter.


Gerade an trüben Wintertagen, an denen jede Kilowattstunde zählt, kann dieser verlängerte Ertragskorridor spürbar sein. Feste Mehrertragszahlen nenne ich hier bewusst nicht – die hängen stark von Standort, Ausrichtung und Wetter ab.


Photovoltaik-Schnee-schmelzen: so funktioniert es


Jetzt zum spannendsten Punkt: Wie schmilzt eine Photovoltaikanlage Schnee? Die DAB-Topologie in den Wechselrichtern kann Energie in beide Richtungen schieben – ähnlich wie eine bidirektionale Wallbox. Atmoce schickt gezielt etwas Strom zurück in die Module, diese werden leicht warm, und der Schnee rutscht ab.


Das klingt fast zu simpel, und andere Hersteller bieten es bisher nicht an. Wichtig ist die Frage nach der Modulgarantie: Atmoce arbeitet hier nach eigener Aussage mit Longi zusammen, und die Tests hätten bislang keine Beschädigung oder Nachteile für die Module gezeigt. Für mich bleibt das ein spannendes Feature, das ich im echten Winterbetrieb gerne selbst sehen würde – mein Dach war letzten Winter komplett eingefroren.


Der Atmoce-Speicher: AC-Konzept mit dreiphasigem Ersatzstrom


Vom Dach kommt der Strom über ein ein- oder dreiphasiges Kabel in den Keller, in vielen Fällen auf den Combiner – eine vorkonfektionierte Box mit Gateway (der Steuerung), NA-Schutz und den nötigen Sicherungen. Pflicht ist der Combiner nicht: Das Gateway übernimmt Inselverbindung, Speichersteuerung und Messung, der Anschluss kann auch im Hausanschlusskasten erfolgen.


Der neue Combiner Pro bringt zusätzlich Ersatzstrom mit ins Haus – dreiphasig, für das ganze Haus. Wichtig: Atmoce spricht bewusst von Ersatzstrom, nicht nur von Notstrom. Die drei Phasen können gleichzeitig unterschiedlich laden und entladen. Er soll später in diesem Jahr lieferbar sein.


Die wichtigsten Speicher-Eckdaten aus dem Gespräch:


Kenngröße

Wert (laut Atmoce)

Kapazität (1 Speicher)

7 kWh

Entladeleistung (1 Speicher)

bis 5 kW, auf drei Phasen verteilt

Erweiterung

stapelbar, z. B. 14 kWh mit zwei Speichern

Zelltechnik

LFP (Lithium-Eisenphosphat), unter 30 Volt

Sicherheit

Löschfunktion & Temperatursensorik gegen Thermal Runaway

Schutzart

IP65 (auch Außenaufstellung möglich)

Garantie

15 Jahre


Weil die Zellen mit LFP unter 30 Volt arbeiten und eine Löschfunktion samt Temperatursensorik verbaut ist, liegt der Sicherheitsfokus klar auf dem sichersten verfügbaren Zelltyp. Für die Außenaufstellung ist sogar eine Heizung integriert, damit der Speicher auch im kalten Bereich sauber läuft.


Sicherheit: kein Hochvolt, kein Lichtbogen


Ein Argument, das Atmoce stark betont: Die höchste DC-Spannung liegt nur auf der kurzen Strecke zwischen Modul und Mikrowechselrichter und bleibt unter 60 Volt. Unter 60 Volt kann kein Lichtbogen entstehen. Auch die Speicherzellen bleiben unter dieser Grenze. Danach läuft alles wie üblich mit 230 Volt Wechselstrom im Haus.


Natürlich hat ein AC-Speicher Umwandlungsverluste, weil Wechselstrom für die Speicherung in Gleichstrom gewandelt werden muss. Alex weist aber darauf hin, dass auch Hybridwechselrichter intern zwischen Hochvolt- und Niedervolt-DC wandeln – ganz ohne Umwandlungsstufen kommt kein System aus.


Energiemanagement, dynamische Tarife und KI


Beim Energiemanagement setzt Atmoce auf eine eigene KI in der App. Der Speicher lernt den erwarteten Tagesverbrauch, lädt automatisch bis zum günstigsten Preis und nur so weit wie nötig – muss er nicht auf 100 Prozent laden, tut er das auch nicht. Das spart bei dynamischen Stromtarifen bares Geld.


Praktisch für dich: Bei dynamischen Tarifen ist Atmoce nach eigener Aussage nicht an einen bestimmten Anbieter gebunden. Man hinterlegt die Börsenpreise plus die jeweiligen Aufpreise in der App, und die KI optimiert nach diesen Preisen – egal, welcher Netzbetreiber dahintersteht.


Wärmepumpe, Wallbox, Nachrüsten und Gewerbe


Das Gateway kann per SG-Ready direkt mit Wärmepumpen kommunizieren. Eine eigene Wallbox für Überschussladen soll im August/September kommen; kompatibel ist Atmoce außerdem mit gängigen Wallboxen wie go-e, KEBA P30 und ABB Terra AC.


Besonders interessant finde ich die Nachrüstbarkeit: Für die vielen bestehenden Anlagen ohne Speicher, bei denen die Einspeisevergütung ausläuft, gibt es ein ISS-Kit aus Gateway und Stromwandlern (CTs). Damit misst Atmoce den Strom der vorhandenen Anlage und kann den Speicher laden und entladen – inklusive Backup und Schwarzstartfähigkeit, ohne den funktionierenden Stringwechselrichter zu tauschen. Für den Gewerbebereich gibt es zudem einen stapelbaren AC-Speicher, bei dem jeder Block seinen eigenen Wechselrichter hat.


Fazit: Spannendes AC-Konzept mit echtem Winter-Bonus


Atmoce liefert ein durchdachtes AC-System: Mikrowechselrichter auf Modulebene, niedrige Startspannung für längere Ertragszeiten, ein sicheres Unter-60-Volt-Konzept und ein AC-Speicher mit dreiphasigem Ersatzstrom. Das Photovoltaik-Schnee-schmelzen ist dabei das auffälligste Alleinstellungsmerkmal – und könnte im Winter echte Mehrerträge bringen.


Ob sich der etwas höhere Preis für dich lohnt, hängt von deinem Dach, deiner Verschattung und deinem Standort ab. Für verschattete oder komplexe Dächer und alle, die im Winter jede Kilowattstunde mitnehmen wollen, ist das Konzept auf jeden Fall einen genaueren Blick wert.


Häufige Fragen (FAQ)


Kann eine Photovoltaikanlage wirklich Schnee schmelzen?


Ja. Atmoce schickt über die bidirektionale Topologie der Mikrowechselrichter gezielt etwas Strom zurück in die Module. Diese erwärmen sich leicht, sodass der Schnee abschmilzt und die Anlage schneller wieder Strom produziert.


Was bringt die niedrige Startspannung der Mikrowechselrichter?


Die Geräte starten schon bei rund 22 Volt und arbeiten bis 16 Volt weiter. Dadurch springt die Anlage morgens bis zu eine Stunde früher an und liefert abends bis zu eine Stunde länger Strom.


Ist ein AC-System von Atmoce sicher?


Die DC-Spannung bleibt unter 60 Volt, sodass kein Lichtbogen entstehen kann. Die Speicher nutzen LFP-Zellen unter 30 Volt samt Löschfunktion und Temperatursensorik.


Kann ich einen Atmoce-Speicher nachrüsten?


Ja. Über ein ISS-Kit aus Gateway und Stromwandlern lässt sich der Speicher zu einer bestehenden Anlage ergänzen – inklusive Backup und Schwarzstartfähigkeit, ohne den vorhandenen Stringwechselrichter zu tauschen.


Wie groß ist der Atmoce-Speicher?


Ein Speicher bietet 7 kWh Kapazität und bis zu 5 kW Entladeleistung auf drei Phasen. Die Speicher sind stapelbar, mit zwei Einheiten sind es zum Beispiel 14 kWh.


So bekommst du deine Beratung und dein unverbindliches Photovoltaik-Angebot


Eine Photovoltaikanlage plant man nicht „auf gut Glück“.


Deshalb erhältst du zuerst eine persönliche Beratung, in der deine Situation und Möglichkeiten besprochen werden – erst danach bekommst du ein passendes Angebot.



Sonnige Grüße, Nils

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